Dell zahlt 100 Mio. USD an US-Börsenaufsicht

UnternehmenEiner der weltweit größten Fertig-PC-Produzenten, Dell, hat sich mit der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (United States Securities and Exchange Commission) auf eine Strafzahlung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar geeinigt. Des Weiteren zahlen der Dell-Gründer und -CEO Michel Dell sowie der CEO Kevin Rollins jeweils 4 Millionen US-Dollar und der CFO James Schneider 3 Millionen US-Dollar aus dem Privatvermögen, dafür stellt die Börsenaufsichtsbehörde die Ermittlungen gegen Dell sowie die genannten Personen ein.

Im Prozess geht es im weiten Rahmen um das Intel-Kartellverfahren. In diesem hat AMD Intel beschuldigt, über Jahre PC-Herstellern/OEMs Sonderrabatte gewährt zu haben, sofern diese keine AMD-Prozessoren verbauen und die Einführung neuer Produkte verhindern oder verzögern. Zudem soll Intel Produkte unter den Herstellungskosten verkauft haben, um bei großen Ausschreibungen Marktanteile zu „ergattern“.
Die europäische Union kam nach Jahren der Ermittlung zu einem ähnlichen Ergebnis und legte Intel vor über einem Jahr eine Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro auf. Kurze Zeit später einigte sich Intel außergerichtlich mit AMD in den USA und zahlte 1,25 Milliarden US-Dollar direkt an AMD und machte weitere Zugeständnisse, dafür ließ AMD die zivilrechtliche Anklage fallen.

Dell wurde nun nachgewiesen, dass die von Intel gezahlten Gelder falsch verbucht und in den Fiskal-Jahren 2002 bis 2007 damit ein zu hoher Gewinn ausgewiesen wurde. So sind im Fiskaljahr 2003 bereits zehn Prozent des Gewinns auf Intels Bonuszahlungen zurückzuführen, im Jahr 2007 gar 75 Prozent. Ende 2007 strich Intel die Zahlungen an Dell, da diese begannen, auch AMD-CPUs für einige Business-Produkte zu verbauen. Den Gewinneinbruch erklärte Dell den Aktionären und Investoren - wider besseren Wissens - mit einer zu aggressiven Preispolitik, einer geringen Nachfrage sowie Einkaufspreisen, die langsamer sanken als erwartet.

Trotz der Zahlungen seitens Dell sowie einiger Hauptbeteiligter wird die US-Börsenaufsicht Ermittlungen gegen weitere, involvierte Personen durchführen.


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2 Kommentare

2.) Luk Luk 27.07.2010 - 23:47 Uhr
Hey mieze, dich trifft man auch mal wieder! :)

Ich kann dir nur zustimmen, es ist schade, dass die durch Unrecht verdiente Strafe nicht ausgeführt wird und stattdessen wieder mit "Geld" geklärt wird, und zwar im "zu geringen" Sinne.

Dell ist schon seit einer halben Ewigkeit nur mit Intelprozessoren unterwegs, was mich auch dazu bringt, diesen Hersteller zu meiden.

Einerseits ist es natürlich schade, dass die Strafe nicht ausgeführt wurde, andererseits aber finde ich es positiv, dass AMD eine Art Finanzspritze von Intel erhält und zusätzlich Marktanteile zukünftig bei Dell ergattern kann.
1.) mieze 27.07.2010 - 20:45 Uhr
Der erste Abschnitt reicht schon vollkommen aus, um einen nachdenklich und wütend zu stimmen.
Wie! bitteschön kann es möglich sein, dass man sich öffentlich und scheinbar rechtlich einwandfrei einfach von seiner Schuld freikauft....?! Man zahlt ein Summe, die garantiert weit entfernt von der ist, die man als Strafe zahlen müsste und ist damit aus dem Schneider...ich finde das einfach kriminell. Durch diese "blauen Augen", mit denen sie so davonkommen, werden solche Delikte immer wieder vorkommen, da sie immer noch lukrativ sind.
Wenn ich, wissend, dass meine Strafe geringer ausfällt, als der Gewinn durch mein Verbrechen, ein Delikt begehe, sehe ich mich doch bestärkt darin es auch durchzuführen. Wenn man ungescholten davonkommt..."Prima!" Wird man erwischt..."Hmm, nur etwas Gewinn gemacht, beim nächsten Mal wirds besser laufen."
...
Ich habe meiner Empörung nun genügend Ausdruck verliehen, auch wenn es stark zugespitzt erscheint (ist).
Seht ihr das anders, habe ich was übersehen oder nicht bedacht ? Über Feedback würde ich mich freuen, denn als Hitzkopf schieße ich gern übers Ziel hinaus...