AMDs andauernde Probleme mit TSMC

AMDWie Digitimes heute meldet, könnte es im zweiten Halbjahr für AMD zu einer Produktionsknappheit bei den Grafikchips kommen, weil Konkurrent Nvidia und Qualcomm einen Großteil der Fertigung für eigene Produkte reserviert haben. Schon länger war spekuliert worden, dass AMD nicht ausreichend Kapazitäten bei dem größten Auftragsfertiger hat. Jetzt könnte die Situation noch problematischer werden.

Nvidia bringt am 12. Juli neue Grafikkarten mit dem Performance-Chip GF104 auf den Markt. Dafür wurden offenbar im März und April erhebliche Produktionsmengen bei TSMC reserviert, was somit zu einer Verknappung von AMDs Fertigungsanteil führen würde, da TSMC nach wie vor bei der 40 nm-Fertigung voll ausgelastet ist. Der Zeitpunkt ist vor allem deshalb denkbar schlecht, da AMD im zweiten Halbjahr mit seinen Southern Island-GPUs im DirectX 11-Zweikampf nachlegen will. Sollte die Meldung zutreffen, könnte dies jedoch dazu führen, dass AMD seine Pläne ändern muss. Ein Grund für die Benachteiligung von AMD könnte darin liegen, dass TSMC AMD immer noch mit Globalfoundries assoziiert, also den ehemaligen AMD-Werken. Diese gehören zwar inzwischen zum größten Teile der arabischen Firma ATIC, entwickeln sich aber zunehmend zu einer ernsthaften Konkurrenz für TSMC im Foundry-Geschäft. Allerdings ist AMD auch für eher konservative Planungen bezüglich Fertigungskapazitäten bekannt, wie auch zuletzt bei der Verknappung bei den neuen Hexa-Core-Prozessoren zu sehen.

Während Nvidia angekündigt hat, nicht zu Globalfoundries wechseln zu wollen, ist bekannt, dass AMD nach der Übernahme der Werke einen Teil der GPU-Fertigung zu Globalfoundries auslagern muss. Und auch der Fusion-Chip Llano wird inklusive GPU-Teil bei Globafoundries vom Band laufen. Weniger Einflüsse sollten die Einschränkungen für AMD auf die Produktion des kommenden kleinen Fusion-Prozessors Ontario haben, der wohl ebenfalls im 40 nm-Verfahren bei TSMC gefertigt wird, allerdings wohl im Gegensatz zu den GPUs in einem Low-Power-Prozess.

AMD war seit dem Start der Evergreen-Serie im September 2009 von TSMCs Problemen bei der 40 nm-Fertigung betroffen und konnte so deutlich weniger DirectX 11-Chips absetzen, als dies eigentlich angesichts des Vorsprungs gegenüber Nvidias Fermi möglich gewesen wäre. Auch lange nach dem Start der Massenproduktion litt die Fertigung unter einer schlechten Ausbeute und wohl auch Qualitätsproblemen. Inzwischen sind die Probleme angeblich großenteils behoben.
Neben Nvidia hat der Meldung zufolge auch Qualcomm, die vorwiegend Handy-Chips auf ARM-Technik herstellen, größere Produktionsmengen geordert.

Alles in allem darf man anmerken, dass AMD wohl seit dem zweiten Halbjahr 2009 erheblich unter TSMCs Schwierigkeiten zu leiden hatte. Sollte die neue Meldung zutreffen, so würde dies die Geschäftsbeziehungen wohl weiter verschlechtern. Der Vorteil könnte sein, dass so deutlich früher AMD-GPUs bei Globalfoundries vom Band laufen.


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2 Kommentare

2.) N1truX 03.07.2010 - 15:51 Uhr
Naja man wird sich bis NI bei TSMC halten müssen. Mit 28nm steht dann auch GF bereit und das dürfte für AMD schon angenehmer werden. Auch wenn es jetzt zwei Firmen sind, sind die meisten Leute in Dresden immer noch Ex-AMD Mitarbeiter und entsprechend eng dürfte da die Kooperation ausfallen.
1.) Elandur 03.07.2010 - 14:21 Uhr
Quote:
Alles in allem darf man anmerken, dass AMD wohl seit dem zweiten Halbjahr 2009 erheblich unter TSMCs Schwierigkeiten zu leiden hatte. Sollte die neue Meldung zutreffen, so würde dies die Geschäftsbeziehungen wohl weiter verschlechtern. Der Vorteil könnte sein, dass so deutlich früher AMD-GPUs bei Globalfoundries vom Band laufen.


Eben, ich der Meinung dass TSMC m Nachhinein mehr zu leiden hätte als AMD.
In Moment hat AMD sogar den Vorteil, dass sie bei ihren Grafikchips vieles richtig machen und dadurch ihren Anteil am Markt steigern, also NVidia den Anteil etwas abnehmen. Auch wenn sie durch TSMC einige Probleme bekommen könnten, bräuchten sie wahrscheinlich keine Existenzangst zu bekommen.