AMD mit neuen Server-CPUs und -GPUs

AMDAMD hat gestern seine neuen Opteron 4100-Serie vorgestellt. Passend dazu wurden auch die neuen Firestream 9300 Beschleunigerkarten auf Basis der Evergreen-Architektur gezeigt.

Opteron 4100 - Sockel C32
Die Opteron 4100-Serie ist für kleinere 1- und 2 Sockel-Serverkonfigurationen mit Vier- und Sechs-Kern-Prozessoren vorgesehen. Als Sockel kommt der neue C32 zum Einsatz, der im Gegensatz zu seinem großen Bruder G34, der bei der Maranello-Plattform eingesetzt wird, nur 1207 Kontaktflächen hat. Während die Opteron 6100-Prozessoren der Maranello-Plattform vier Speicherkanäle bieten, sind es bei den Opteron 4100 nur zwei Speicherkanäle. Damit beträgt die maximale Speicherbandbreite 21,3 GB/s. Neu ist die Unterstützung von DDR3-Speicher, wobei hier auch die Low-Power-Variante unterstützt wird.
Besonders betont hat AMD bei der neuen Plattform die Kosteneffizienz. Ein Punkt, der auch schon bei der Einführung der Magny Cours-Prozessoren aufgefallen war. AMD greift im Server-Segment, das klassischerweise sehr hohe Gewinnmargen verspricht, nun über den Preis an, um Marktanteile zu erobern. Erstmals gibt es nun Serverprozessoren für unter 100 US-Dollar und auch die höchste Ausbaustufe des Sechs-Kern-Prozessors Lisbon, der in die Fußstapfen der älteren Istanbuls tritt, ist mit 316 US-Dollar bei 2,6 GHz Taktfrequenz äußerst günstig. Etwas tiefer in die Tasche greifen muss man für die sparsamen Sechs-Kerner, die dafür mit einer ACP - Average CPU Power - von nur 32 Watt auskommen, denn neben der Kosteneffizienz steht nun auch die Energieeffizienz ganz oben auf der Liste. Dabei reichen die ACP-Werte der neuen Prozessoren von 32 über 50 bis 75 Watt.

AMD Opteron 4100 - Überblick

Unter den insgesamt neun vorgestellten Prozessoren sind nur zwei Vier-Kerner, der Rest sind Sechs-Kern-CPUs - Codename Lisbon -, die im Doppelpack auch schon bei den Zwölf-Kern Magny Cours-Opterons eingesetzt werden. Die Plattform wird auch zu den nächstes Jahr erwarteten Bulldozer-Opterons kompatibel sein. Bisher sind noch nicht alle neuen Opteron 4100-Prozessoren gelistet, geschweige denn verfügbar. Auch die Preise sind derzeit noch höher als von AMD angestrebt (siehe Tabelle). Wir gehen hier allerdings von einer Besserung innerhalb der nächsten Wochen aus.

ModellKerneKern-TaktNorthbridge-TaktACP1KU-Preis
418462,8 GHz2,2 GHz75 W$316
418062,6 GHz2,2 GHz75 W$188
4176 HE62,4 GHz2,2 GHz50 W$377
4174 HE62,3 GHz2,2 GHz50 W$255
4170 HE62,1 GHz2,2 GHz50 W$174
4164 EE61,8 GHz1,8 GHz32 W$698
4162 EE61,7 GHz1,8 GHz32 W$316
413042,6 GHz2,2 GHz75 W$125
412242,2 GHz2,2 GHz75 W$99


FireStream 9350 und 9370
Gemeinsam mit der neuen Serverplattform hat AMD auch neue Beschleunigerkarten für Server vorgestellt, die auf aktueller Evergreen-Technik basieren, die auch bei den Radeon HD 5000-Karten zum Einsatz kommt. AMD sieht OpenCL nun im Zentrum der Bemühungen um GPGPU auch im Serverbereich. Damit soll auch ein fließender Übergang zu den nächstes Jahr erscheinenden APUs ermöglicht werden, die allerdings wohl nicht unmittelbar für den Server-Bereich erscheinen werden.
Interessant ist bei den Firestream-Karten die passive Kühlung, die wohl zunächst bei einigen Lesern für Verwunderung sorgen dürfte, denn gerade die 9370 ist mit einem Maximalverbrauch von knapp unter 225 Watt nicht gerade ein Kostverächter. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die Abwärme mittels des Luftstroms im Server abgeführt wird, womit die Karten selbst zwar passiv sind, aber doch eine aktive Kühlung erfordern.
Während die FireStream 9350 mit 2 GiB Speicher auskommen muss, bietet die 9370 4 GiB GDDR5-Ram. Auch bei der Rechenleistung liegt die 9370 deutlich vorne. Bei SinglePrecision schafft sie theoretisch bis zu 2,64 TFlops, bei DoublePrecision sind es immer noch 528 GFLops. Die kleinere 9350 kommt hier auf 2 TFlops SPFP respektive 400 GFlops DPFP. Beide Karten entsprechen von der Rechenleistung her etwa der HD 5870 respektive HD 5850 auf dem Desktop-Markt und sollen ab dem 3. Quartal verfügbar sein. Für die 9370 ist ein Preis von 1999 US-Dollar angepeilt, während die 9350 mit 799 US-Dollar deutlich darunter liegt.


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10 Kommentare

10.) core 24.06.2010 - 15:02 Uhr
Sehr interessant!
Zu den reinen Betriebskosten werde wohl auch die Anschaffungskosten kommen.Ich gehe mal davon aus, das Nvidia auch in diesem Segment nicht gerade für P/L steht....und bei ein "paar hundert Karten"... ;)

Vielen dank, für die wie immer ausführlichen und kompetenten Antworten!
9.) Daedalus 24.06.2010 - 14:21 Uhr
@ core
Der RV870 lässt sich im Moment einfacher programmieren, weil der Chip mehr Strait- Forward programmiert werden kann und nicht mit soviel Leistungseinbruch den Programmier abmahnt.
Bitte einfach mal glauben, hatte ne Lustige Finite Differenzen Berechnung auf allen Chips laufen und da hat der RV 870 einfach nur gerockt.

Was die Kühlung anbelangt so ist Fermi auch ein Monster, das nur schwer zu handeln ist.
8.) N1truX 24.06.2010 - 13:57 Uhr
Das kommt sehr stark drauf an. Von der Rohleistung her sind die ATI gleichauf (DP) bis überlegen (SP). Nvidias Topmodell mit einer GPU - Tesla C2070 - soll 1.03 TFLOPs SP sowie 515 GFLOPs DP Leistung haben, die FireStream 2.64 TFLOPs SP sowie 528 GLOPs DP. Zur Speicherbandbreite gibt es bisher leider keine Angaben von AMD, Nvidia will bei 144 GB/s landen.
Die Frage ist halt wie gut die Karten das auch auf die Straße bringen, sprich wie gut sich die theo. Rechenleistung in Reale umsetzen lässt. Und das ist extrem Anwendungsspezifisch. Allein aufgrund der Architektur-Unterschiede dürfte je nach Einsatzgebiet schon ein anderes Ergebnis herauskommen. Dazu noch die Programmierung. Wenn du nun Brook+ bzw. Cuda nutzt wirst du ganz andere Leistungswerte als unter OpenCL oder DirectCompute erhalten.

Wenn du nun nur SP-Aufgaben berechnen lässt und die sehr gut parallelisierbar sind, wird ein RV870 ordentlich Performance bringen (siehe beispielsweise Collatz) und den Fermi in den Boden stampfen. Wenn du nun sehr gezielt auf den Fermi optimierst und dessen Vorteile ausspielst - besonders bei der Cache-Struktur - dürfte er da den RV870 locker in die Tasche stecken.

Also so einfach kann man das nicht sagen. Dazu kommt noch die Leistungsaufnahme der Karten. Der RV870 ist ja schon recht sparsam - zumindest im Vergleich zum Fermi. Unter GPGPU-Anwendungen mit 6 Gb GDDR5 Speicher wird es aber nichts mehr mit den ~250 Watt MGCP, wie man die von einer GTX480 kennt. Und die Leistungsaufnahme spielt eine große Rolle im HPC-Bereich. Du musst die Abwärme abführen und der Strom muss auch bezahlt werden. Und wenn du "mal schnell" ein paar hundert Karten für einen Cluster verbaust summieren sich 100 Watt schnell zu zehntausenden Euro Betriebskosten auf.
7.) core 24.06.2010 - 12:41 Uhr
Na in Bezug auf die Leistung!
Nvidias Fermi ist ja fast nur noch auf GPGPU ausgelegt....die haben doch sogar eine QuadroFX im Sortiment...
6.) N1truX 24.06.2010 - 12:29 Uhr
Bezüglich was?
5.) core 24.06.2010 - 11:33 Uhr
Das auf jeden Fall!
Auch ein schneller Austausch beim defekt ist nicht zu verachten und in einigen Branchen sicher auch essenziell...

Gegen Nvidias Tesla-Lösungen sehen die FireStreams doch aber sicher noch recht alt aus...(vom Preis mal abgesehen)
4.) Daedalus 24.06.2010 - 11:07 Uhr
Nicht nur, auch die Komponenten an sich sind langlebiger. Man muss von einer Dauernutzung von 3 - 5 Jahren ausgehen, was im Konsumerbereich nicht gemacht wird.

Aber zum "nur" Software und Treibersupport: Das ist schon geil einfach anzurufen, das Problem zu schildern und sich dann 2 Tage später eine Lösung präsentieren zu lassen. Mal als Vergleich: ein Techniker kostet min. 50€ die Stunde, wenn der dann ne Runde frickelt ist man schnell bei 500€ uns mehr. Daher ist der extra Preis mehr als gerechtfertigt.
3.) core 24.06.2010 - 11:02 Uhr
danke für deine Antwort!

Laut ATI-Homepage ist auf den 92XX Karten ja gerade einmal GDDR5SDRam mit 800MHz und einer Bandwitch um die 100 GB/s...?!

Ich bezweifle fasst das so ein PCB viel mehr kostet als das einer Gamer Karte.
Gut das der Support und der Service kostet ist auch klar...auf den Preis hab ich auch nicht anspielen wollen ;)

Der größte Unterschied liegt wohl doch ("nur") in der Software,den Treibern und in der extremen GPGPU optimierung....?!
2.) N1truX 24.06.2010 - 09:39 Uhr
Unter anderem in Speicherausbau (Module mit der Speicherdichte und dem Speed sind wesentlich teurer). Ein passiver Kühler der Größe kostet auch einiges.

Das wichtigste dürfte aber der Support darstellen. Für die Karten gibt es ganz andere Treiber sowie Support-Leistungen. Ein Eizo-Monitor kostet im Verhältnis zu seiner Leistung auch recht viel, dafür ist die Qualität sehr hoch und man hat 5 Jahre Vorort-Austausch-Garantie mit drin. Im Business-Bereich ist so etwas extrem wichtig.
Du Kaufst dir bei den ganz teuren Modellen also noch Dienstleistungen mit ein. Deshalb ist der preis höher. Bei Spezialverträgen kann das bis zu direktem Kontakt zum Treiber-Team gehen, um möglichst schnell auf individuelle Probleme eingehen zu können.
1.) core 24.06.2010 - 09:29 Uhr
Kann mir mal wer verraten wo genau der Unterschied zwischen den FireStream Karten und den Gamer Radeons liegt?