AMD zeigt DirectX 11-Spiel auf Fusion-APU

AMDAMD hat im Rahmen der derzeit stattfindenden Computex in Taipeh erstmals ein lauffähiges Fusion-System mithilfe des hierzulande inzwischen indizierten DirectX 11-Titels Aliens versus Predator vorgestellt. Gezeigt wurde eine kurze Spielszene mit recht aufwendigen Beleuchtungseffekten. Dabei lief die Grafik, zu der allerdings keine weiteren Details genannt wurden, komplett auf der integrierten GPU. Die Performance ist nicht unbedingt berauschend, teils stockt das Ganze noch ein wenig. Allerdings sollte man dabei im Auge behalten, dass sich die Fusion-Systeme noch in einem sehr frühen Stadium befinden. AMDs Rick Bergman sprach dabei von einer Low Power-Fusion-APU.

Die Aussage, es handle sich um eine Fusion-APU ist allerdings unscharf, da sie zwei Möglichkeiten abdeckt, nämlich den für Desktop- und Notebook-Systeme gedachten Llano auf Basis einer verbesserten K10.5-Architektur und den für den Netbook- und Tablet-Bereich konzipierten Ontario, der auf der neuen ULV-Bobcat-Architektur basiert. Angesichts der Leistungsfähigkeit eher wahrscheinlich ist hier eine Vorstellung von Llano, also einem Vierkern-Prozessor mit integrierter DirectX 11-GPU, gefertigt im 32 nm SOI-Verfahren bei Globalfoundries. Allerdings spricht Rick Bergman vor der Präsentation der Spielszene von einer Low-Power-APU, was eigentlich eher für Ontario spräche, wie auch heise annimmt. Von Ontario hört man allerdings derzeit noch recht wenig, bestätigt scheint inzwischen jedenfalls zu sein, dass diese kleinere Fusion-APU mit zwei Bobcat-Kernen im 40 nm Bulk-Verfahren bei TSMC gefertigt wird. Sollte tatsächlich Ontario für die Berechnung der Spielszene zum Einsatz gekommen sein, dann wäre die Präsentation mehr als beeindruckend. Beide APUs sollen Anfang 2011 erscheinen.

Während die Spezifikationen des CPU-Teils von Llano inzwischen recht gut bekannt sind, gibt es noch erhebliche Unklarheiten über den GPU-Teil, nämlich bezüglich der Shadereinheiten und damit der zu erwartenden Leistungsfähigkeit. Die meisten Beobachter gehen von bis zu 480 Streamprozessoren aus, womit man im guten Mittelfeld aktueller DirectX 11-GPUs rangieren würde - etwa im Bereich eines Redwood-Chips, der auf der Radeon HD 5670 und HD 5570 zum Einsatz kommt. Dabei sollte man hier aber noch im Hinterkopf behalten, dass die GPU auf den 32 nm SOI-Prozess von Globalfoundries portiert wurde und somit bei der Fertigung neben kleinerer Strukturgrößen auch High-K-Material zum Einsatz kommt. Damit dürften deutlich höhere Taktraten als beim derzeitigen 40 nm Bulk-Prozess von TSMC möglich sein. Ein weiterer Faktor in der möglichen Leistungsfähigkeit ist die Speicheranbindung, denn bei den APUs müssen sich der CPU- und der GPU-Teil wohl ein Speicherinterface mit Zugriff auf den DDR3-Systemspeicher teilen. Damit würde die mögliche Speicherbrandbreite für die GPU recht stark beschränkt werden. Wie AMD dieses Problem lösen wird, ist derzeit noch unklar. In den Folien spricht AMD nur von einem "shared, low latency memory model".

Weitere Informationen zu AMDs Fusion-Prozessoren:


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