Neues Entspiegelungsverfahren

TFT Forscher vom Frauenhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg vermelden ihren Fortschritt bei der Entwicklung einer neuen Anti-Reflex-Beschichtung.

Die Anti-Reflex-Beschichtung ähnelt dabei Motten-Augen. Winzige Ausstülpungen, kleiner als die Wellenlänge des Lichts, bilden eine periodische Struktur auf der Oberfläche. Durch diese Nanostruktur entsteht ein sanfter Übergang zwischen den Brechungsindices der Luft und der Hornhaut beziehungsweise des Kunststoffglases. So wird die Spiegelung von Licht reduziert.

Zudem haben die Forscher einen Weg gefunden, bereits beim Spritzgießen die Oberfläche mit dieser Struktur zu versehen. Die formgebenden Werkzeuge werden dazu mit einer Hartstoff-Beschichtung versehen. Wird die zähflüssige Kunststoffschmelze in die formgebenden Werkzeuge gespritzt, entsteht auch gleich die Nanostruktur auf der Oberfläche. Eine zusätzliche Anlage und Arbeitsschritte zur Antireflex-Beschichtung entfallen, was den Herstellern Kosten einsparen würde. Zusätzlich wird die Gussform mit einer ultradünen organischen Substanz aus Polyurethan (PU) durchflutet. Die Substanz läuft in jede Ritze und härtet aus und bildet dann eine wischbeständige und kratzfeste Oberfläche.

Mit der Automobilindustrie arbeiten die Forscher bereits zusammen und zeigten eine Armatur, die in einem Schritt hergestellt und in kreisförmigen Bereichen entspiegelt wurde.

Auto-Tachoabdeckung in kreisförmigen Bereichen entspiegelt

Das Verfahren ist natürlich auch in anderen Bereichen einsetzbar, so auch bei Handy- oder Notebookdisplays. Mit diesem und ähnlichen neuen Verfahren, bei denen die Herstellungskosten reduziert werden, wächst natürlich wieder die Hoffnung, dass die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei den entspiegelten Displays doch noch irgendwann überwunden wird.


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1 Kommentar

1.) Jester 10.05.2010 - 08:00 Uhr
Endlich kommt sowas auf den Markt. Diese "Spiegel" vermiesen einen das schönste Notebook. Kein will es, alle haben es. Habe garnicht gewusst das das Entspiegeln auch extra kostet bei der Herstellung. Nun wird mir klar das das argument "Alle wollen es" laut Hersteller oder "Bessere Farben" nur Marketing sind und es dem Hersteller kosten spart. Nein Danke "Glare"-Display für mich bitte nicht, denn ich will was sehen auf dem Monitor sobald z.b. eine Lampe im Zimmer an ist.