Nvidia kämpft weiter mit GF100-Ausbeute

NvidiaWie die Xbitlabs berichten, kämpft Nvidia weiterhin mit schlechten Yields bei seinem Vorzeigechip GF100. Laut Analysten liegt die Ausbeute an Chips, die für eine Nutzung auf GTX 470 oder GTX 480 geeignet sind zwischen 20 und 30 Prozent. Demnach hat Nvidia tatsächlich erst knapp 10.000 Exemplare der neuen Karten am Markt und der Nachschub stockt.

Von Anfang an stand der taiwanische Auftragsfertiger TSMC für die Probleme mit seinem Leading-Edge-40 nm-Prozess, der außerordentlich wenig funktionsfähige Chips und dazu noch erhebliche Schwankungen bei der Größe der Transistoren lieferte, in der Kritik. Während ATI mit einem so genannten "Pipecleaner" - dem RV740 bzw. der Radeon HD 4770 - Erfahrungen mit dem neuen Prozess sammelte und seine Evergreen-Serie dann daraufhin anpasste, rannte Nvidia mit voller Wucht in die Probleme der Fertigung.

Trotz dreier Metal-Layer-Respins zeigen sich nach wie vor erhebliche Schwierigkeiten bei Nvidias Topmodell. So musste von Anfang an die Zahl der Shader-Prozessoren reduziert werden, um überhaupt einige Grafikkarten der GTX 400-Serie anbieten zu können. Eigentlich besitzt der GF100 512 Shader-Prozessoren, doch selbst die GTX 480 kommt nur mit deren 480 auf den Markt, die GTX 470 gar nur mit 448. Und dennoch funktionieren derzeit offensichtlich nicht einmal ein Drittel der Chips pro Wafer. Damit liegen die Kosten allein für jeden einzelnen Chip derzeit bei weit über 100 US-Dollar, wahrscheinlich eher im Bereich von 200 US-Dollar. Somit dürfte auch klar sein, dass Nvidia mit den Karten bis dato kaum Geld verdient hat, geschweige denn die Entwicklungskosten für die neue Grafikgeneration ausgeglichen hat. Mit derart niedrigen Yields lassen sich Chips allgemein kaum fertigen. Normal sind derartige Ergebnisse eher in der Risikoproduktion, ganz am Anfang einer Fertigung.

Verstärkt wird die Problematik durch Aussagen von TSMC, man habe den Prozess inzwischen im Griff, weil die Radeon HD 5800-Karten tatsächlich besser verfügbar sind.
Sollte das aber der Fall sein, dann liegen Nvidias Probleme im Chipdesign selbst und könnten wohl nur mit einem neuen (B-)Stepping beseitigt werden. Davon ist derzeit allerdings nichts zu hören. Von Nvidias Seiten ist es auch recht still geworden. Die Kriegstrommeln, die vor dem Start der neuen Grafikkarten gespielt wurden, sind inzwischen weitgehend verstummt und Nvidia muss sich den unangenehmen Fragen der Redakteure stellen.

Die Konsequenz der anhaltenden Probleme dürfte eine weitere Steigerung von ATIs Marktanteilen sein. Heute brachte zudem SemiAcccurate das Gerücht auf, der Quasi-Nachfolger der Evergreen-Serie alias Southern-Islands habe inzwischen sein Tape-Out gehabt, es gebe also schon funktionsfähiges Silizium. Dementsprechend malt der ohnehin als Nvidia-Kritiker bekannte Charlie Demerijan auch ein düsteres Bild für Nvidia in 2010.


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