AMD Phenom II X6 auf Rekordjagd

AMDDie neuen AMD Sechs-Kerner sind noch nicht einmal offiziell auf dem Markt und werden schon ans Limit getrieben. Ein Übertakter hat mit dem Topmodell 1090T schon knapp 6,3 GHz unter Flüssigstickstoff erreicht, was für einen Sechs-Kern-Prozessor durchaus ein beachtliches Ergebnis darstellt. Ein anderer Nutzer berichtet von einem Turbotakt bis 4,1 GHz ohne Spannungserhöhung. Deutlich wird auf jeden Fall, dass die Einführung eines neuen Ultra-Low-K-Materials ein ordentlicher Schritt vorwärts ist in Bezug auf Verbrauch und Taktbarkeit der neuen Prozessoren.

Hans de Vries, der allgemein über Prozessorenarchitekturen und insbesondere die von AMD informiert ist, hatte schon prophezeit, dass die Einführung des Ultra-Low-K-Materials dazu führen könnte, dass sich das bereits gute Taktpotential der Phenom II-Prozessoren weiter verbessert. So wie es aussieht, hat er damit recht behalten. Denn wie ATI-Forum berichtet, konnte ein Nutzer seinen Phenom II X6 1090T - Standard 6x 3,2 GHz, Turbo 3,6 GHz - dank einem Multiplikatorwert von 26 und einer Referenztakterhöhung auf 242 MHz kurzzeitig auf 6,29 GHz takten und dabei auch eine CPU-Z-Validierung durchführen. Bedenklich hoch war bei dem LN2-gekühlten Prozessor allerdings die Spannung mit 1,93 Volt. Beim Mainboard kam ein Asrock 890GX Entreme3 zum Einsatz, das, wie der Name schon sagt, auf AMDs neuem 890GX-Chipsatz basiert. CPU-Z zeigt allerdings statt einem 1090T noch einen 1095T an.
Etwas alltagstauglicher sind da die Ergebnisse, die ein Nutzer in den xtremesystems-Forums erzielt hat. Er hat seinen Phenom II X6 1055T - Standard 6x 2,8 GHz, Turbo 3,3 GHz - ein wenig gescheucht und kam dabei durch Erhöhung des Referenztaktes auf 250 Mhz auf einen Takt von 3,5 GHz. Der Turbotakt betrug dementsprechend 4,1 GHz. Allerdings kam dabei eine Wasserkühlung zum Einsatz, die den Prozessor auf angenehmen 24 Grad Celsius gehalten hat. Somit bleibt abzuwarten, was mit einer Luftkühlung möglich ist und wie sich bei höheren Werten die Verbrauchswerte entwickeln. Allerdings scheint ein gutes Übertaktungs-Potential vorhanden zu sein, so viel lässt sich jetzt schon sagen.

AMD hat nach den inoffiziellen Roadmaps zu schließen auch recht kurzfristig entschieden, das eigentlich geplante Topmodell 1075T durch den schnelleren 1090T zu ersetzen. Gut möglich also, dass selbst AMD dank des neuen Prozesses vom Taktpotential und den Verbrauchswerten der Phenom II X6 überrascht war und daher umgeplant hat.
Nach den momentanen Ergebnissen zu urteilen könnte man quasi von einer zweiten Generation des 45 nm-SOI-Prozesses bei Globalfoundries sprechen, denn die Werte der neuen Prozessoren kommen im Vergleich mit der bisherigen 45 nm-Fertigung beinahe einem Fullnode-Shrink gleich.

Bei den Preisen dürfte der Phenom II X6 vorraussichtlich ab Ende April für etwas unter 300 Euro und der 1055T für unter 200 Euro zu kaufen sein. Erste deutsche Listungen, die man mit äußerster Vorsicht genießen sollte, gibt es inzwischen auch schon. Ein Händler listet den 1090T für 299 Euro und den 1055T für 199 Euro. Allerdings sind beide als lieferbar ab dem 29. April gekennzeichnet.


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