Intel stellt nativen Acht-Kerner für Server vor

IntelSchon länger hatte Intel einen Acht-Kern-Prozessor auf Basis der Nehalem-Generation für Server namens Nehalem-EX angekündigt. Ursprünglich noch für 2009 geplant, wurde der neue Chip in Form der Xeon 7500-Reihe jedoch erst gestern vorgestellt. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen verdoppelten Bloomfield - Core i7 für den Sockel 1366 -, der um einige Server-relevante Features erweitert wurde. Im Gegensatz zu Intels kürzlich vorgestellten Sechs-Kern-Prozessoren - Codename Gulftown - basiert der Acht-Kerner noch auf der älteren 45 nm-Fertigung. Wie bei den übrigen Xeons auch, handelt es sich beim Nehalem-EX um einen x86-64-Prozessor, der sich aber von seinen Brüdern absetzt. Hier stehen weniger eine hohe Performance pro Kern als ausgeklügelte Features für Sicherheit und Verfügbarkeit sowie eine hohe Speichermenge pro Sockel im Vordergrund, die den neuen Chip auch zu einer Konkurrenz für die RISC- und die hauseigenen Itanium-Chips machen.

In vielfacher Hinsicht setzt Intel mit dem neuen Serverprozessor Maßstäbe. Die acht Kerne der Xeon 7500-Reihe können dank Hyperthreading bis zu 16 Threads gleichzeitig bearbeiten. Mit seinen 24 MiB shared-L3-Cache kommt der Chip auf 2,3 Milliarden Transistoren, was ihn nach Nvidias Fermi/GF100 zum zweitkomplexesten Chip überhaupt macht. Die Die-Fläche beträgt dementsprechend auch 684 mm². Pro CPU können über zwei DDR3-Speichercontroller mit je acht Kanälen insgesamt 16 DIMM-Module mit bis zu 266 MHz (DDR3-1066) angesprochen werden, was bei einer Vier-Sockel-Konfiguration bei Verwendung von 16 GiB-Modulen schon 1 Terabyte-Arbeitsspeicher möglich macht; mit den eben vorgestellten 32 GiB-Modulen von Samsung wären sogar 2 Terabyte möglich. Zum Vergleich unterstützt AMD mit den neuen Opteron 6000-Prozessoren 12 DIMMs pro CPU, was aber ebenfalls schon eine beachtliche Menge ist.
Als Plattform kommt Intels neue High-End-Server-Variante zum Einsatz, die 1567 Kontaktflächen zur Verfügung stellt und auf den Boxboro-Chipsatz setzt. Dieser dient auch dem neuen Itanium - Codename Tukwila - als Unterlage. Dabei können bis zu acht Prozessoren über jeweils vier QPI-Links miteinander kommunizieren. Für Konfigurationen bis zu 256 CPUs ist dann Zusatzhardware notwendig.

Speziell für den Einsatz in Hochverfügbarkeitsservern wurden mehrere RAS-Features - reliability, availability, servicability - integriert, Intel nennt das Einsatzgebiet des Nehalem-EX selbst auch "Mission Critical". Dank ECC-Fehlerkorrektur werden selbstständig Speicherfehler erkannt, die Temperatur-Sensoren drosseln den Speichertakt bei hohen Temperaturen und QPI-Links können bei Defekten selbstständig deaktiviert werden. Besonders mit dem "Machine Check Architecture Recovery" haben Serverbetreiber ein Feature zur Verfügung, das es ermöglicht, defekte Hardwarebereiche zu markieren und ohne Neustart zu umgehen.

Leistungsmäßig liegt der größte Acht-Kerner in etwa auf Augenhöhe mit AMDs aktuellem 12-Kern-Flaggschiff, interessante Benchmarks hierzu finden sich bei Tecchannel. Bei den Kosten liegt Intel aber beim Topmodell beinahe dreimal so hoch wie AMD. Hier stehen 3692 US-Dollar für den Nehalem-EX mit 8x 2,24 GHz gegen 1386 US-Dollar für den Opteron 6176 mit 12x 2,30 GHz. Neben dem Preis liegt AMD auch beim Energieverbrauch deutlich unter der Xeon 7500-Plattform.


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