OCZ Onyx: 32 GB SSD unter 100 Euro

SpeichermedienSSDs schicken sich an, den Massenmarkt zu erobern, doch steht ihnen dabei ihr hoher Preis im Weg. Einige Hersteller bemühen sich aber, die neue Technik auch für Kunden mit kleinerem Geldbeutel erschwinglich zu machen. OCZ bringt nun mit der Onyx eine neue SSD, die auf Net- und Notebooknutzer abzielt, welche auch mit etwas weniger Speicherplatz auskommen.

So hat OCZ gestern einen neuen Ableger seiner inzwischen beinahe unüberschaubar großen SSD-Familie angekündigt. Die OCZ Onyx mit 32 GB-Speicher soll für unter 100 US-Dollar auf den Markt kommen, die deutschen Preise deuten auf knapp unter 100 Euro hin.
Ein bisher unbekannter Indilinx Amigos-Controller steuert die Flashzellen an, wobei 64 MiB Cache dabei auch für ordentliche Schreibraten sorgen sollten. Dank der TRIM-Unterstützung soll die Performance auch dauerhaft erhalten bleiben. Allerdings fallen die angegebenen Leistungswerte etwas niedriger aus, als man es inzwischen von den SSDs gewohnt ist. So gibt OCZ eine maximale Leseperformance von 125 MB/s und eine Schreibperformance von 70 MB/s an. Es sei hierbei erwähnt, dass diese Werte, die immer nur die sequentielle Übertragungsleistung widerspiegeln, sowieso recht kritisch betrachtet werden sollten, wie sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat. So brachen zum Beispiel die JMicron-Controller anfangs beim Schreiben kleinerer Daten massiv ein und brachten nur beim Lesen ordentliche Werte.
Hoffnung macht bei der OCZ Onyx allerdings der Name Indilinx, denn diese Firma hatte den Mainstream-Markt der SSDs mit ihrem erfolgreichen Barefoot-Controller ordentlich aufgemischt. Wie sich nun der kleine Bruder schlägt, bleibt jedoch abzuwarten. OCZ zielt mit der neuen Serie vor allem auf den Net- und Notebookmarkt, in welchem eine SSD gegenüber einer langsamen 2,5 Zoll-Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute für einen ordentlichen Performanceschub sorgen kann. Die Garantiezeit beträgt drei Jahre und als MTBF gibt OCZ 1,5 Millionen Stunden an.

Für den angepeilten Preis um 100 Euro fallen die Kosten pro Gigabyte allerdings immer noch recht hoch aus und mit 32 GB Speicher dürften viele Nutzer schnell an ihre Grenzen stoßen. Zudem müsste der Preis allgemein noch etwas fallen, denn für knapp 10 Euro mehr erhält man inzwischen schon eine OCZ Vertex mit 32 GB, die dank schnellerem Controller wahrscheinlich deutlich bessere Ergebnisse liefert.

Ein weiteres, interessantes Angebot in dieser Richtung macht Intel mit seiner 40 GB fassenden X25-V. Diese ist zum Beispiel bei Alternate als Retail-Version ebenfalls für unter 100 Euro gelistet. Intel gibt für die kleine SSD Übertragungsraten von bis zu 170 MB/s beim Lesen und 35 MB/s beim Schreiben an. Allerdings haben hier Tests der gleichartigen Kingston SSDNow V-Series mit 40 GB massive Schwächen bei den Schreibgeschwindigkeiten gezeigt, wodurch die SSD beim Schreiben größerer Dateien sogar hinter klassische Festplatten zurückfällt. Ähnliche Probleme dürften sich auch bei der Intel-SSD zeigen. Aufgrund der geringen Größe wird man aber selten größere Datenmengen auf die SSD schreiben und somit dürfte dieses Problem abseits von Benchmarks kaum auffallen. Immerhin ist sie beim Lesen recht flott und beschleunigt deutlich den Betriebssystem- und Programmstart. Damit sollte sich die SSD gut als OS-Platte für kleinere Installationen eignen. Ein normales Windows 7-System stößt bei 40 GB allerdings schnell an seine Grenzen, was umso mehr für die OCZ Onyx mit ihren nur 32 GB gilt.

Es bleibt spannend, ob OCZ mit der Onyx hohe Leistung und einen niedrigen Preis verbinden kann und ob Indilinx einen weiteren Erfolg mit dem Amigos-Controller verbuchen kann.


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2 Kommentare

2.) isigrim 13.03.2010 - 12:36 Uhr
Jepp, das dachte ich mir auch, als ich mir die Preise für die indilinx Barefoot Laufwerke zum Vergleich angesehen habe. Tatsächlich ist der Preis/GiB sogar deutlich höher und die Leistung trotzdem niedriger.
Das mit der Lebenszeit scheint mir allerdings kein akzeptables Argument zu sein, denn kaum jemand wird eine 40 GB Platte zerschreiben, auch wenn es MLC ist. Gibt´s inzwischen eigentlich schon Meldungen von Leuten, die es geschafft habem ihre SSD kaputt zu schreiben? Bei 10.000 Schreib-Löschzyklen ist die Lebensdauer wahrscehinlich im Normalfall immernoch länger als man die SSD in irgendeiner Form einsetzen würde.
1.) Phenocore 13.03.2010 - 10:28 Uhr
Also wenn ich mir das bisherige Angebot so anschaue, lohnt sich eh keine einzige SSD unter 60 GB mit MLC-Speicher.

Preis pro GB ist nämlich höher als bei den 60GB bis 128GB Modellen, die Geschwindigkeit und Lebensdauer kleiner.