Neuer Intel Atom, aber MID-Probleme

IntelNachdem mit der neuen Atom-Pinetrail-Plattform von Intel zwar die Leistungsaufnahme reduziert wurde, sich bei der Leistung aber kaum etwas getan hat, legt Intel ab Montag nach und steigert zumindest die Taktfrequenz der CPUs auf 1,83 GHz. Der neue vor allem für Netbooks gedachte Ableger Atom N470 sollte damit etwa 10 Prozent schneller sein als sein kleinerer Bruder N450, der nur mit 1,66 GHz läuft. Ansonsten ändert sich nichts. Die von vielen erhoffte Dual-Core-Variante des Atom, die im Desktop-Bereich als Atom D510 verkauft wird, wird es damit von Intel für Netbooks offiziell auch weiterhin nicht geben. Andernfalls würden die Atoms auch leistungsmäßig den teureren CULV-Notebooks aus dem eigenen Haus Konkurrenz machen.

Schlechte Nachrichten gibt es derweil für die Atom-SoCs mit dem Codenamen Moorestown, die Intel speziell für Smartphones entwickelt und – eher ungewöhnlich - außer Haus bei TSMC fertigen lassen will - oder besser gesagt wollte. Denn die New York Times berichtet, dass es für die Atom-SoCs schlicht zu wenig Nachfrage von Seiten der Hersteller gäbe und die Produktion bei TSMC daher still stünde. Das dürfte ein herber Rückschlag für Intel sein, wollte man ursprünglich mit den SoCs doch eigentlich den ARM-basierten Chips Konkurrenz machen, die aber ihrerseits nun Intels hauseigenes Netbook-Territorium bedrohen.

Offensichtlich ist die x86-Kompatibilität für mobile Internetgeräte - MIDs - schlicht unnötig und führt lediglich zu einem höheren Stromverbrauch. Die Hersteller verbauen lieber die sparsameren ARM-Produkte und setzen auf angepasste Linux-Systeme.
Damit dürfte Intels Versuch, den Smartphone-Markt im Sturm zu erobern, erst einmal als gescheitert anzusehen sein. Eine Weiterentwicklung der Atom-SoCs ist für Intel aber dennoch notwendig, um sich zukünftig zumindest im Netbook-Bereich gegen die anstürmende Smartbook-Konkurrenz behaupten zu können. Denn Qualcomm arbeitet beispielsweise schon an 28 nm-Produkten, die von Globalfoundries hergestellt werden sollen und die dann - auch dank der Verwendung von HKMG - nochmals deutlich mehr Leistung mit einem geringeren Verbrauch verbinden sollen.


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