AMD liefert 12-Kern-Opteron aus

AMDNeben einem vereinzelten Angebot der neuen AMD-12-Kerner auf Ebay hat das Unternehmen bekannt gegeben, schon seit Januar kleinere Margen der Chips an Unternehmen auszuliefern, aus denen indirekt auch die Ebay-Exemplare stammten. Im Serverbereich sind lange Validierungszeiten üblich, weshalb mitunter einige Zeit vergeht, bis eigentlich fertige Prozessoren auf dem Markt verfügbar sind. Ende des 1. Quartals wird AMD offiziell zusammen mit den 12-Kern-Prozessoren zwei neue Plattformen für Server einführen, den C32 für 1- und 2-Prozessor-Systeme und den G34 für bis zu 4-Sockel-Serversysteme. Damit will AMD wieder an die Erfolge der Anfangszeit der Opteron-Systeme 2003 anknüpfen. Diesmal ist allerdings die Konkurrenz im Bereich x86-64 etwas härter.

AMD-Server-Roadmap: CPUs und Plattformen

Der C32 ist für kleinere Server und Workstations gedacht und soll Prozessoren der Opteron 4000-Reihe mit zunächst bis zu 6 CPU-Kernen aufnehmen. Der G34 ist dementsprechend für große Serversysteme konzipiert und vorwiegend auf massiv parallele Anwendungen ausgelegt. Er nimmt die neuen Opteron 6000-Chips mit 8 und 12 Prozessorkernen auf. AMD setzt hier auf MCM - Multi-Chip-Module -; es werden also die kleineren 4- und 6-Kerner im Doppelpack eingesetzt. Dadurch entsteht eine längsrechteckige Form und ein insgesamt recht großer Prozessor.

Die Opteron 6000-Linie soll weniger durch eine hohe Leistung pro Kern, als durch eine gute Verbindung der Chips untereinander und eine hohe Speicherbandbreite glänzen - beides wichtige Faktoren für große Serversysteme. Da AMD zwei Chips auf einem Prozessor unterbringt, stehen auch 2 x 2 Speicherkanäle für DDR3 zur Verfügung, womit ein Opteron 6000-Chip auf insgesamt 4 DDR3-Kanäle zurückgreifen kann. Pro Sockel sollen bis zu 12 Speichermodule verbaut werden können. Im Gegensatz zu bisherigen Opterons, die maximal einen Hypertransport-Interconnect von 4,8 GT/s aufwiesen, können die neuen Prozessoren mit 6,4 GT/s Daten austauschen. Dabei kommunizieren die zwei Chips, die auf dem Prozessor verbunden sind, über zwei HT-Links untereinander, vier weitere HT-Links stehen für die Kommunikation zu den anderen Prozessoren zur Verfügung.

AMD Magny Cours-Prozessor

Doch sollte man nicht vergessen, dass hier 12 CPU-Kerne befeuert werden wollen, wodurch trotz relativ niedriger Taktfrequenzen recht hohe Maximalverbrauchswerte entstehen. Die 12-Kerner laufen mit Taktfrequenzen bis 2,2 GHz bei 115 Watt TDP, ein SE-Modell mit 2,3 GHz soll bis zu 140 Watt TDP aufweisen. Unklar ist, warum AMD hier nun wieder TDP-Angaben macht, hatte man bisher im Serverbereich doch eher die niedrigeren ACP-Werte angegeben. So waren bei den Sechskernprozessoren maximal 105 Watt ACP zu kühlen, was einer TDP von etwa 137 Watt entspricht.
AMD versucht dem Verbrauch auch durch neue Stromspar-Features wie C1E und "CoolSpeed" entgegen zu wirken.

Mit den neuen Plattformen setzt AMD wieder auf hauseigene Chipsätze, die - endlich - auf dem neuesten Stand der Technik sind. So stehen nun durchgehend PCI-Express 2.0-Slots zur Verfügung, um zukünftig auch GPGPU-Technik im Serverbereich zu etablieren.
Passende Boards für die Opteron 6000-Prozessoren waren schon im Juni letzten Jahres zu sehen, als AMD seinen 6 Kern-Prozessor "Istanbul" vorgestellt hat, dürften also inzwischen ausgiebig getestet worden sein.

Der neue Sockel G34 ist Grundlage der Maranello-Plattform, die im nächsten Jahr auch Prozessoren der neuen Bulldozer-Architektur aufnehmen soll, dann bei "Interlagos" mit bis zu 16-Kernen. Für den Desktop werden es bei AMD dieses Jahr mit Thuban "nur" 6 CPU-Kerne und nächstes Jahr mit Zambezi bis zu 8. Dafür sind dann etwas höhere Taktfrequenzen geplant.

Intel wird demnächst mit etwas Verspätung seinen 8 Kern-Prozessor Nehalem-EX für ein ähnliches Marktsegment ausliefern, der dann allerdings dank Hyperthreading 16 Prozesse gleichzeitig bearbeiten kann. Intel wird hier die Ausbeute durch den Verkauf teildeaktivierter Versionen verbessern, ein Verfahren, das AMD seit einiger Zeit auch erfolgreich im Desktop betreibt.


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