Weitere Details zu neuen SSDs

FestplatteKurz nach der offiziellen Vorstellung der OCZ Vertex Limited Edition hat AnandTech die SSD getestet und wartet dabei auch gleich mit neuen, wichtigen Informationen auf.

So sollen von der OCZ Vertex LE lediglich 5000 Stück verkauft werden. OCZ verkauft die 100 GB-Version für $399 und die 200 GB-Version für $829. Laut AnandTech wurden diese Preise erst möglich, weil OCZ für die ersten SF-1500-Controller ein Preisnachlass erhalten habe. Da aber bereits diese Preise keine Schnäppchen sind, hat OCZ gleichzeitig beschlossen, die OCZ Vertex 2 Pro mit MLC-NAND-Flash und SF-1500-Controller erst einmal auf Eis zu legen. Geplant sind damit nur noch die Vertex 2 mit dem etwas langsameren SF-1200-Controller und MLC-NAND-Flash für den Consumermarkt sowie die Vertex 2 Pro EX mit SLC-NAND-Flash für den Enterprice-Markt. Die Vertex LE soll ab nächster Woche im Einzelhandel verkauft werden. Einige Shops listen bereits die neuen OCZ-SSDs und geben den 23. Februar als Liefertermin an.

OCZ Vertex Limited Edition

Im Test konnte sich die OCZ Vertex LE mit dem SF-1500-Controller gut gegen die Konkurrenz behaupten. Teilweise positionierte sie sich sogar vor die Intel X25-E, die mit SLC-NAND-Flash ausgestattet ist. Lediglich bei einigen Benchmarks, bei denen viele komprimierte Dateien transferiert wurden, fiel die Leistung der OCZ Vertex LE auf das Niveau der günstigeren SSDs. Wie wir bereits berichtet haben, sind komprimierte Dateien die Schwäche des SandForce-Controllers, da dieser die erhöhten Geschwindigkeiten über die Datenvolumenreduzierung erreicht und bereits komprimierte Dateien lassen sich nicht weiter verkleinern. Je weniger Bits im Endeffekt geschrieben werden, desto schneller ist der Schreibvorgang abgeschlossen und desto weniger werden die Flash-Zellen durch Schreibvorgänge belastet.

Im Test war auch die neue Crucial RealSSD C300, die erste SSD mit einem Sata 6 Gbit/s-Interface. Während die schnellsten SSDs vom SATA 3 GBit/s-Interface bei sequentiellen Lesevorgängen bereits gebremst werden und die SSD Vertex LE anscheinend auch bei sequentiellen Schreibvorgängen, konnte die Crucial RealSSD C300 hier dank ihrem schnelleren Interface glänzen. Die SSD basiert auf dem ebenfalls neuen „Marvell“-Controller, der im Test im Großen und Ganzen überzeugen konnte. Auch die durchschnittlichen Latenzen bei Schreibvorgängen waren wie bei der OCZ Vertex LE niedriger als bei der Intel X25M G2. Die maximale Latenz erreichte aber einen Wert von über einer Sekunde, was doch recht bedenklich ist, allerdings relativierte der Tester dieses Ergebnis und wies darauf hin, dass im normalen Gebrauch solche Latenzen bisher nicht aufgetreten seien. Der wirkliche Haken bei dieser neuen Halbleiterfestplatte mit dem schnellen SATA-Interface ist der veranschlagte Preis, der bei $499 für die 128 GB-Version und $799 für die 256 GB-Version liegen soll.

Insgesamt kehrt nach dem Test wieder Ernüchterung ein. Zwar gibt es nun noch schnellere SSDs, aber auch zu einem höheren Preis. Zudem sind die Vorsprünge der schnelleren SSDs in realen Anwendungen weit weniger gravierend, als es die synthetischen Benchmarks einem versprechen und so stellt sich wieder die Frage nach dem Preis-Leistungsverhältniss und der Frage, wie viel man bereit ist, für ein weiteres bisschen mehr an Leistung zu zahlen. Für viele Anwender ist bereits eine günstigere SSD - beispielsweise mit einem Indilinx-Controller - ein gutes Upgrade gegenüber einer konventionellen Magnetfestplatte. Noch schnellere NAND-Flash-Festplatten bleiben bei den angepeilten Preisen daher auch weiterhin nur für Enthusiasten ein Thema.


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7 Kommentare

7.) eXEC 21.02.2010 - 11:52 Uhr
mhm, okay das ist mir neu, ich dachte man müsse diese Prodzedur jedes mal selbst starten. Naja, dann bleiben aber immernoch die sehr gesalzenen Preise. Aber wie geschrieben, die Intel X25M G3 dürfte sehr interessant werden, solange der Preisvorteil der günstigeren Fertigung auch an den Kunden weitergegeben wird.
6.) Phenocore 21.02.2010 - 11:48 Uhr
eXEC:
Was ich als unausgereift am Trim und ähnlichem finde? [...] Das Problem ist imo momentan, dass dieses Prozedere nicht automatisch passiert. Massentauglich ist das erst, wenn man es anschließt und alles funktioniert alleine über den Controller, bzw. man installiert eine Software die alles vollautomatisch erledigt und zwar zuverlässig, schnell, und ohne den Betrieb zu stören..

Du bist leider nicht auf dem aktuellen Informationsstand. Mit Windows 7 oder aktuellem Linux geschieht dies vollautomatisch und zuverlässig ohne den Betrieb zu stören.
5.) eXEC 21.02.2010 - 11:41 Uhr
Was ich als unausgereift am Trim und ähnlichem finde?
In der PCGH war erst kürzlich ein guter Artikel darüber, der das erklärt. Erstmals sind SSDs ohne Trim und ähnlichem vollkommen nutzlos, da benutze ich lieber meine HDD. Nach längerer Zeit geht die Performance dort um bis zu 2/3 zurück und ein TRIM o.ä. ist dringend benötigt, um das wieder einigermaßen auszugleichen. Das Problem ist imo momentan, dass dieses Prozedere nicht automatisch passiert. Massentauglich ist das erst, wenn man es anschließt und alles funktioniert alleine über den Controller, bzw. man installiert eine Software die alles vollautomatisch erledigt und zwar zuverlässig, shcnell, und ohne den Betrieb zu stören.
Momentan fühle ich mich da ein wenig verarscht. Das ist wie wenn man bei einer Grafikkarte jedes mal eine "DEL-Software" ausführen müsste, um den Videospeicher zu leeren, wenn man zu lange gespielt hat, weil die Grafikkarte selbst dazu nicht in der Lage ist. Sowas muss einfach automatisch passieren und ich hab keinen Bock mich nach jeder Installation mit irgendwelchen Tools wieder um meine Leistung bemühen zu müssen. Ach, habe ich schon erwähnt, dass die Preise derzeit mehr als unverschämt sind? Die einzige SSD, die imo auch nur ansatzweise etwas taugt ist die Intel X25M G2 Postville und diese kostet momentan mit lächerlichen 80GB etwa 185€, die Variante mit 160GB kostet gar 365€.

Naja, sind wir mal gespannt, was die Zukunft bringt. Intel möchte ja mit der X25M G3 die NAND-Speicherchips in einer neuen Strukturbreite fertigen, sodass bei gleichen Preisen eine doppelte Kapazität möglich ist. Wenn dann noch zusätzlich der Controller verbessert wird, dürfte eine SSD mit 80GB für etwa 100€ bzw. 160GB für 200€ erstmals interessant werden.
4.) isigrim 21.02.2010 - 10:01 Uhr
Ich habe zwei SSDs, eine mit dem berüchtigten Popel-JMicron Controller und eine mit indilinx Barefoot. Die JMicron hat zwar massive Probleme mit größeren Schreibzugriffen (wenn Linux mal ein Update macht, ist der Rechner so gut wie unbenutzbar), dennoch ist das normale Arbeitsgefühl ein gänzlich anderes als mit einer HDD und das liegt eben an den guten Zugriffszeiten bei kleinen Dateien. Die SSD mit indilinx hat keine Probleme mehr mit dem Schreiben und ist auch beim Lesen noch etwas reaktionsfreudiger, was aber beim Arbeiten nur ganz selten spürbar ist.
Wer länger mit einer SSD gearbeitet hat, der fühlt sich an einem Rechner, bei dem das OS auf einer HDD liegt, plötzlich um Jahre zurückversetzt vor. HDDs sind derzeit gerade beim Zugriff auf viele kleine Dateien ein Flaschenhals, selbst bei Alltagssystemen. Und wenn man sich überlegt, wie billig gute Hardware inzwischen ist, dann kann man meiner Meinung ruhig ein bisschen was für eine SSD ausgeben. Allerdings finde ich höhere Preise nur dann gerecht, wenn die SSDs auch ausgiebig in den Unternehmen getestet wurden und nicht der Kunde Beta-Tester spielen muss. Lieber habe ich ein solides Stück hardware, das mich 100 Euro mehr kostet, als dass ich 5 Tage damit verbringe, Probleme mit Beta-hardware zu beheben. (Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Generationen-Motto "Geiz ist geil" zu Kotzen finde?)

Ich würde sagen dass die SSDs den Kinderschuhen inzwischen entwachsen sind, aber die Vorteile liegen eben nicht bei großen Speichermengen. Aber wenn das System auf einer SSD liegt, kann man die Musik- und Filmsammlung, sowie Backupdaten,getrost auf eine HDD legen.

Der Sandforce-Controller sieht interessant aus, scheint aber wirklich primär für den professionellen Einsatz entwickelt worden zu sein. Anand meinte übrigens seine erste Sandforce SSD hat recht plötzlich den Geist aufgegeben, was ich etwas bedenklich finde.
Auf den neuen Marvell bin ich gespannt, nach dem Debakel mit Jmicrons JMF602 dürften neuere Controller der verschiedenen Unternehmen hoffentlich ausgiebig getestet worden sein.
3.) Phenocore 21.02.2010 - 02:35 Uhr
Jetzt bist du aber mehr als unfair. Kritik ist ja ok, aber alles über einen Kam zu scheren geht ja mal gar nicht. Das mit über einer Sekunde Latenz im Extremfall betrifft nur den Marvel-Controller. So was hatten zuletzt auch die JMicron-Controller nur mit dem Unterschied, dass es dort auch im Alltag aufgetaucht ist. Alle anderen Controller haben dergleichen Probleme NICHT.
Im Übrigen kann man jede HDD mit genügend Multitasking zum Stillstand bringen und das viel einfacher, als diese eine Sekunde Latenz hier bei diesem Controller zu provozieren.

Und mit Trim wurden die SSDs "erwachsen" um mal deine Terminologie zu benutzen. Weiß nicht, was an so einem Feature, der die SSD über längere Zeit performant hällt ein "Kinderschuh" sein soll. Wenn man nach deiner Definition gehen würde, stecken alle HDDs noch in größeren Kinderschuhen, denn da muss man die HDD EXTRA defragmentieren, damit sie stets die gute Leistung bringt und das defragmentieren läuft nicht einfach nebenbei, wie das bei Trim der Fall ist.
2.) eXEC 21.02.2010 - 01:38 Uhr
Naja, der Controller ist eigentlich für mindestens 50% der Leistung verantwortlich. Die komplette Technik steckt aber nach wie vor noch in den Kinderschuhen, dass sieht man ja am besten an den ganzen "Tricks" (Trim, "Garbridge Collector", etc), die erledigt werden müssen, damit die SSD überhaupt nach längerer Zeit noch schnell ist. Und eine mögliche Reaktionszeit von über einer Sekunde ist ja wohl jämmerlich.

Ich bin und bleibe der Meinung, dass SSDs aktuell VIEL zu teuer sind und die komplette Technik noch weit davon entfernt ist, "ausgereift" zu sein. Momentan ist aber auch eine blöde Zeit für SSDs, weil die Speicherpreise wieder ziemlich hoch sind. Wenn die wieder Fallen, gibts wohl auch günstigere SSDs
1.) Madbomb 20.02.2010 - 22:14 Uhr
Ich denke wenn die Controller so stark im Preis steigen dass sogar die Hersteller diese meiden, dann läuft was in die falsche Richtung. Besonders wenn sie nur einen geringen Vorteil zu anderen Controllern bieten.

Ich denke für den großen Teil ist der Aufpreis zu altgedienten Festplatten noch nicht akzeptabel, für mich eingeschlossen. Und wenn man den sinkenden Preis pro GB mit steigenden Controller kosten negiert, wird das auch noch einige Zeit so bleiben.

Ansonsten find ich es schon mal schön das SATA III Einzug hält, ich denke mit dem Interface wären auch schon aktuelle SSDs zu mehr instande, aber das steht ja schon in der News.