AMDs Sechskern-Desktop-CPUs mit Turbo

AMDWir hatten letzte Woche schon über die Gerüchte bezüglich eines Turbomodus für AMDs Sechskern-Prozessor – Codename Thuban - geschrieben. Nun verdichten sich die Hinweise diesbezüglich. Anton Shilov von Xbitlabs hat das Kind erstmals beim Namen genannt und berichtet, die Technik laufe intern unter der Bezeichnung „C-State performance boost“. Für den Marktstart dürfte hier allerdings noch ein klangvollerer Name zu erwarten sein. AMD wollte die Gerüchte bisher allerdings nicht bestätigen.

Obwohl der Turbomodus, den Intel mit der Nehalem-Generation – Core i7 - eingeführt hat, anfangs umstritten war, zeigt sich inzwischen, dass die Technik erhebliche Vorteile bringt, wenn Programme nicht alle Kerne eines Prozessors nutzen können, denn mit zunehmender Kernzahl wird es immer schwieriger, alle Kerne auf hohem Takt laufen zu lassen, ohne dass die TDP-Zahlen ins Unermessliche schießen. Dagegen ist es leichter, einzelne Kerne höher zu takten, wenn die übrigen in niedrigeren Takten betrieben werden. Somit vereint der Turbomodus die Vorteile beider Welten, gut parallelisierbare Anwendungen nutzen alle Kerne der Mehrkern-CPU, während serielle Prozesse durch einen höheren Takt einzelner Kerne schneller abgewickelt werden können. Dies könnte gerade für Spieler erhebliche Vorteile bringen, da sehr viele Spiele immer noch nicht gut mit mehreren Kernen skalieren, dagegen aber stark von der Leistungsfähigkeit einzelner Kerne – der Single-Thread Leistung – abhängen.

Abzuwarten bleibt, wie gut AMD die Technik umsetzt. Denn Intel hatte seit der Einführung der Technik mit den Bloomfield-Prozessoren – den Core i7-CPUs für den Sockel 1366 – einige Zeit, Verbesserungen einzuführen, wie dies bei den Lynnfields (Nehalem) und den Clarkdales (Westmere) - also aktuelllen CPUs für den Sockel 1156 - der Fall ist.
Ein Knackpunkt an der Technik ist eine gute Kontrolle der Verbrauchswerte der Prozessoren und das ist ein Gebiet, in dem Intel in den letzten Jahren kräftig investiert hat. Denn der Prozessor muss intelligent erkennen können, welche Spielräume thermischer und elektrischer Natur ihm für das Takten der einzelnen Kerne zur Verfügung stehen. Hier wird AMD mit dem Thuban, der ansonsten auf bewerte Technik und Fertigung setzt, höchstwahrscheinlich Erfahrungen sammeln, auf die man dann mit der 2011 erscheinenden Bulldozer-Architektur zurückgreifen kann.

Man darf damit rechnen, dass in den nächsten Wochen mehr Informationen zu der Technik bekannt werden.


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2 Kommentare

2.) isigrim 07.02.2010 - 11:30 Uhr
@Rainerstd
Das Fusion-Konzept zielt ja auf eine assymetrische CPU und das wird dann zukünftig durch eine Vollintegration der GPU in die CPU - also die GPU quasi als Befehlssatzerweiterung der CPU - wohl in diese Richtung gehen. Allerdings halt nicht mit großen und kleinen CPU Kernen. Da wäre die Lastverteilung recht kompliziert. Mit Ontario - Bobcat - kommt soll ein Baukastenähnliches Prinzip kommen, wie die bei den ARM-Kernen der Fall ist. Dann könnte man auch an soetwas wie die Kombination kleinerer und größerer CPU-Kerne denken, was allerdings sehr viel Aufwand für den Scheduler und die Lastverteilung in der CPU erfordern würde.
Sinnvoller sind zunächst beim CPU-Teil Features wie Powergating, mit denen man nicht gebrauchte Kerne komplett deaktivieren kann. Das wird AMD voraussichtlich am Montag für Llano vorstellen.
1.) Rainerstd 07.02.2010 - 08:33 Uhr
Könnte man nicht eine asymetrische CPU entwerfen?:
Mit 4 großen Cores dazu 8 kleine, oder 2 große mit 4 kleinen und dazu 1x was GPGPU artiges? Wie auch immer,
für mein Verständniss würde solch eine CPU Vorteile aus mehreren Welten verbinden.
Gibt es eigentlich Threads die "klein", aber eine schnelle Abarbeitung erfordern oder "große" Threads mit langsamer Abarbeitung? :roll: