Intels Clarkdale-Grafik langsamer als AMDs IGP

GrafikkartenNachdem vor kurzem ein zweifelhafter Test aufgetaucht ist, in welchem diskrete Low-End-Grafikkarten von AMD und Nvidia angeblich langsamer als Intels IGP im Clarkdale sein soll, müssen wir an dieser Stelle das Ganze richtig stellen.

Die Kollegen einer asiatischen Seite haben einen Core i3 520 (2,8 GHz Kerntakt, 733 MHz GPU-Takt) getestet. Offensichtlich war dies das erste Muster, welches Intel in dieser Form nicht in den Handel schicken wird, denn unseren letzten Informationen nach wird es keinen Core i3 520 mit 2,8 GHz geben, sondern lediglich einen Pentium G6950 mit ebenfalls 2,8 GHz, jedoch mit nur 3 statt 4 MiB L3-Cache, ohne SMT und mit niedriegerem GPU-Takt. Der Pentium G6950 ist übrigens bereits für 86 Euro in Deutschland gelistet, der Core i3 530 mit 2,93 GHz sogar zu einem Preis von 117 Euro schon lieferbar.

C2D G45 vs. Core i3 H55 vs. Athlon II 785G (HD 4200)

Im ersten Test musste sich der Core i3 520 auf einem H55-Mainboard gegen einen 86 Euro teuren Core 2 Duo E7400 auf einem G45-Mainboard behaupten. In Andwendungsbenchmarks konnte sich der Core i3 520 - insbesondere in Multithreading-Applikationen - sehr gut gegen den Core 2 Duo E7400 positionieren. Aber auch die integrierte GPU profitiert offensichtlich von der besseren Anbindung an den Arbeitsspeicher, so dass die G45-GPU sich geschlagen geben musste. Die Benchmarks bestätigten jedoch, dass es sich im Core i3 520 weiterhin um die gleiche G45-GPU mit anderem Takt und Anbindung handelt. Auf beiden Plattformen konnten nämlich zwei gleiche Spiele weder von der Clarkdale-GPU noch von der G45-GPU dargestellt werden. Die Hardwarebeschleunigung beim Abspielen des H.264-Materials funktionierte weder mit der G45-GPU noch mit der Clarkdale-GPU unter Windows XP. Unter Windows 7 konnte die Clarkdale-Grafik zwar die Hardwarebeschleunigung anwenden, jedoch gab es ein Problem mit dem Full-Screenmode. Sobald man in diesen wechselte, fielen die Frameraten von 30 Bilder pro Sekunde auf um die 23 Bilder pro Sekunde. Hier scheint es also noch Kompatibilitätsprobleme zu geben.

Danach musste der Core i3 520 noch gegen einen 60 Euro günstigen Athlon II X3 435 auf einem 785G-Mainboard (IGP: HD 4200) antreten. Während in den vorwiegend Multimedia-Anwendungen der Core i3 520 sich gegen den Athlon II behaupten konnte, trug die AMD-Plattform in den Spielebenchmarks den Sieg nach Hause.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

2 Kommentare

2.) N1truX 29.12.2009 - 18:57 Uhr
Man sollte auch sehen, das es hier "lediglich" der 785G ist. Die 790GX inkl. Sideport-Memory arbeitet idr. nochmal 30-35% schneller als ein 785G. Also ist der Vergleich so wie er hier steht schon ganz OK und von aufgeschlossen kann noch keine Rede sein. Man kommt langsam an die Leistung ran, aber eben nur langsam. Und im Bereich HD-Beschleunigung (Blick Richtung HTPC) ist auch noch jede Menge zu tun.
In wie weit nVidia weiter entwickelt muss man abwarten, bei AMD ist innerhalb der nächsten 6 Monate ja mit der 800er-Chipsatzgeneration zu rechnen und dementsprechend auch wieder mit mehr Performance.

Ich denke mal Intel sieht keinen Bedarf daran stark weiter zu arbeiten, die Kapazitäten und Finanzen hätte man ja (siehe LRB)..
1.) Kellerkind 29.12.2009 - 14:26 Uhr
naja, war im Grunde auch nicht wirklich anders zu erwarten, die vorher "geleakten" vermeintlichen Benchmarks waren wohl entweder absolute best-case-Szenarien oder schlicht Fakes.

Aber: Die IGP-Einheit des i5 661 taktet nochmal 167 MHz höher und die CPU selbst ist dann auch nochmal etwas schneller, zumindest gleichziehen mit AMDs und Nvidias IGPs sollte in einigen Spielen drin sein, was durchaus ein ziemlicher Fortschritt ist. Man muss aber natürlich dabei bedenken, dass AMD und Nvidia bei der IGP-Performance seit ca. 1,5 Jahren stagnieren, gegen eine AMD-IGP auf Basis des RV710 statt RV620 hätte Intel kein Land gesehen, und Fusion wird Intels Grafik mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder alt aussehen lassen.