Intel Sechs-Kerner (Gulftown) getestet

IntelNach derzeitiger Planung wird Intel im zweiten Quartal des kommenden Jahres erstmals eine Desktop-CPU mit sechs Kernen bestücken. Der bislang unter dem Codenamen Gulftown in der Entwicklung befindliche Prozessor soll bereits das Anfang nächsten Jahres in Massenproduktion anlaufende 32 Nanometer-Verfahren verwenden und zu Beginn nur als teure Extreme-Edition verfügbar sein.
Die polnische Seite PCLab hatte jetzt vorab die Möglichkeit, ein Engineering-Sample zu testen.

In mehr als zehn Applikationen musste sich der Sechs-Kerner gleichgetakteten Vier-Kernern (Core i7, Core 2 Quad, Phenom II X4) gegenüberstellen. Gleichgetaktet heißt in diesem Fall 2,8 GHz pro Kern, so schnell lief das Engineering-Sample nämlich. Gegenüber dem zuletzt im August gesichteten Engineering-Sample immerhin ein Plus von 400 MHz. Wie die letztendliche Taktfrequenz aussieht, ist damit aber immer noch nicht endgültig entschieden, per herkömmlicher Luftkühlung waren nach Spannungserhöhung aber sage und schreibe 4,3 GHz pro Kern möglich.

In synthetischen Tests wie Everest Ultimate oder Sisoft Sandra konnte der Sechs-Kerner dabei natürlich aufblitzen, auch beim Videokodieren und Rendering erzielte er deutlich bessere Resultate als die Quad-Core-Prozessoren aus dem eigenen und grünen Lager.
Photoshop CS4 konnte aus den zwei weiteren Kernen dagegen keinen großen Nutzen erzielen, gleiches trifft auf WinZip zu. WinRar zeigte sich wenigstens etwas Multi-Core-freundlich und bescherrte dem Hexa-Core-Prozessor immerhin 23 Prozent Leistungsplus gegenüber den Quad-Core-Prozessoren.
In Spielen - stellvertretend Far Cry 2, Left 4 Dead und Unreal Tournament 3 - gab es dagegen erwartungsgemäß kaum Performancegewinne, unter Left 4 Dead gar Performanceverluste.

Dank des 32 Nanometer-Verfahrens schnitt der mit 130 Watt TDP spezifizierte Prozessor bei den Leistungsaufnahme-Messungen alles andere als schlecht ab. Im Idle konsumierte er genauso viel wie ein mit vier Kernen ausgestatteter Core i7-Prozessor und ist damit erheblich sparsamer als ein Core 2 Quad-Prozessor. Unter Last liegt man dann erfreulicherweise sogar relativ deutlich unter Core i7-Niveau, wenngleich man das Niveau des Core 2 Quad knapp verfehlt.

Der wahrscheinlich unter der Bezeichnung Core i9 noch im Laufe des nächsten Halbjahres erscheinende Hexa-Core-Prozessor verspricht ein kostbares Hardwaregut für Enthusiasten zu werden, die Multi-Core-optimierte Software häufig nutzen. Dabei ist es sogar relativ stromsparend, einzig und allein der teure Anschaffungspreis schmerzt, der wohl bei mindestens 999 US-Dollar liegen wird, weil Intel plant, einen Hexa-Core im Desktop lediglich als Extreme Edition zu verkaufen.


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1 Kommentar

1.) m4c 23.11.2009 - 19:13 Uhr
OMG 6x 4,3 Ghz O.O

Ob GTA 4 dann besser läuft :D:D:D