Außergerichtliche Einigung bei AMD und Intel

UnternehmenAMD und Intel haben sich außergerichtlich geeinigt und wollen ihre langwierigen Streitigkeiten nun vorerst einstellen. Dabei zahlt Intel an AMD 1,25 US-Milliarden Dollar und hat zugesagt, zukünftig auf die unlauteren Wettbewerbspraktiken - Intel selbst ist sich nach wie vor keiner Schuld bewusst - zu verzichten. AMD darf nun offiziell seine CPUs bei Globalfoundries fertigen lassen, ohne dass diese als ein Tochterunternehmen von AMD gelten müssen. Damit könnte AMD seine verbleibenden Anteile an Globalfoundries verkaufen, was nochmals Geld in die Kassen spülen, gleichzeitig jedoch jegliche Einflussmöglichkeit bei Globalfoundries seitens AMD zunichte machen würde.
AMD will im Gegenzug alle Vorwürfe gegen Intel fallen lassen. Zusätzlich wurde ein Patent-Austausch-Abkommen zwischen beiden Unternehmen für die nächsten fünf Jahre unterzeichnet.

Intel steht in mehreren Ländern wegen Monopol-Missbrauchs vor Gericht und wird beschuldigt, AMD als Mitbewerber geschädigt zu haben. Vor allem Intels Rabattpraxis, bei der Unternehmen Nachlässe erhielten, wenn sie AMD Produkte gar nicht oder erst verzögert einführten, stieß dabei auf Unverständnis bei den Richtern und führte schon zu einigen Verurteilungen, von denen die Strafe der EU im Mai diesen Jahres in Höhe von 1,06 Milliarden Euro die Höchste war. Eben erst wurde auch in den USA ein neues Verfahren gegen Intel eröffnet.

Intel hatte im Gegenzug AMD beschuldigt, Lizensierungsabkommen gebrochen zu haben, weil man die ehemaligen AMD-Chipfabriken in eine eigenständige Gesellschaft - Globalfoundries - augegliedert hatte, die nur noch schwerlich als Tochterunternehmen von AMD gesehen werden konnte. Eigentlich hatte AMD laut Intel nur das Recht, bei einer Tochterfirma Chips herstellen zu lassen.

Intels Problem ist, dass die laufenden Prozesse wohl auch ohne AMDs Vorwürfe weitergeführt werden.
Die AMD-Aktie ist nach der Ankündigung um über 20 Prozent gestiegen, Intels Aktien blieben etwa auf Vortages-Niveau


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8 Kommentare

8.) Flare 15.11.2009 - 15:48 Uhr
1978 + 20 = 1998 richtig?
Und zugleich seltsam.

Irgendwer geht hier einem Irrglauben nach.

64 Bit [Bearbeiten]

Um das Jahr 2002 erreichte der Speicherausbau moderner x86-Rechner die durch die 32-Bit-Adressengröße bedingte Adressierungsgrenze der x86-Befehlssatzarchitektur von 4 GB. Zwar hatte Intel bereits mit dem Pentium Pro eine Möglichkeit eingeführt, mehr als 4 GB Arbeitsspeicher zu adressieren, allerdings war dessen Nutzung programmtechnisch aufwändig und der virtuelle Speicher blieb auch so nach wie vor auf 4 GB beschränkt.

Intel wollte ursprünglich den Sprung auf 64 Bit mit einer neuen Prozessorarchitektur namens IA-64 vollführen, allerdings konnte sich diese nur im Marktsegment der Server und Workstations etablieren. AMD hingegen erweiterte die 32-bit Prozessorarchitektur auf 64 Bit und nannte diese Erweiterung AMD64. Später übernahm Intel große Teile dieser Erweiterung unter der Bezeichnung EM64T, schließlich dann unter dem heute gebräuchlichen Namen Intel 64.

Ich tippe falls die Befehssätze nicht binnen 11 Jahren auf 128bit springen auf 2022.

Falls überhaupt jemals.
Wer will schon eine total veralteten Befehlssatz frei verfügbar haben aber kein AMD64 Satz dazu.
7.) Phenocore 15.11.2009 - 14:38 Uhr
Das erste x86-Modell wurde im Jahre 1978 von Intel vorgestellt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Intel#x86-Prozessoren
6.) Duplex 15.11.2009 - 11:07 Uhr
die lizenz wird sehrwohl bald "frei nutzbar"


den wen man einen Patent beantragt ist man 20jahre drauf gesichert und nach den 20jahren kann man eigentlich frei drauf zugreifen


nun musst du schaun wann die X86 architektur erfunden wurde und dann weist du ja wann diese endet
5.) Flare 14.11.2009 - 13:23 Uhr
Ich habe ja immernoch die Hoffnung das irgendwann die x86 technologie als eine Erfindung wie das FAHRRAD angesehen wird und für alle freizugänglich sein muss und ohne Lizensbestimmungen erstellt werden darf.
Zumindest währe es sinnig das so zu handhaben wie die Sache der Kupferkabel und der T-Com und deren Mitbewerbern.
Also alle dürfen nutzen und wiederverkaufen müssen aber einen Obulus an den Erfinder zahlen.

Ab und zu ist es in der Großindustrie wie im Kindergarten, Schüppchen weggenommen = Sandburg zertreten, usw. bis die Erzieherin vorbeikommt und den Kiddies auf die Finger haut.
4.) Duplex 14.11.2009 - 10:48 Uhr
amd ist derzeit auf intel angewiesen


ohne patente oder technologien holen sie möglicherweise nie auf Intel auf und wen doch nur mit schwersten mitteln


da lohnt es sich lieber kurzeit auf geld zu verzichen und dafür in zukunft technologien zu haben


das sollte Nvidia und AMD auch machen was meint man wo wir schon wären.. ( Nur GPU da AMD keine rechte hat die x86lizenzen ect... zu verteilen )
3.) Flare 13.11.2009 - 21:16 Uhr
Kennt ihr Martin Luther?
Der wollte wie ich das sich die Reichen nicht von ihren Sünden FREIKAUFEN können.

Das allerbeste ist das die wichtigsten Punkte nicht von AMD auf den Weg gebracht wurden und somit die Kontrollbehörden weiterermitteln werden auch wenn AMD die angeprangerten Punkte revidiert.

take the money and run ;-) Nellie weiter so
2.) f1delity 13.11.2009 - 09:26 Uhr
Die Menge des Geldes ist extrem gering. Die zivilrechtlichen Schadensersatz-Ansprüche wären sicherlich bedeutend höher ausgefallen, nur hätte Intel dann wahrscheinlich keine Patente mehr getauscht.

Diesen Deal werden sich beide Seiten wohl gut überlegt haben.
1.) CaptainCosmotic 12.11.2009 - 20:35 Uhr
Patentaustausch istdas allerbeste was uns Kunden passieren kann. dadurch haben wir den schönen 32/64bit Prozeoor von Intel und auch die SSEE unterstützung bekommen. Hoffen wir mal dass jetzt mit dem aktuellen SSEE Chaos endlich Ruhe ist und ein gemeinsames System gefunden wurde.