AMDs Zukunft: Zambezi, Ontario und Llano

AMDSeit längerem wird über AMDs neue Prozessorarchitektur mit dem Namen Bulldozer spekuliert. Gestern gab es dazu nun endlich neue Infos auf AMDs Analyst Day. Aber auch zu AMDs Fusion-Konzept, das seit der Übernahme von ATI geplant ist, wurden einige neue Details veröffentlicht. Hier sollen kurz die drei für 2011 geplanten AMD-Prozessoren vorgestellt werden.
Die drei Prozessoren tragen die Codenamen Zambezi, Ontario und Llano. Ersterer stellt das neue High-End dar, während es sich bei den beiden anderen um Kombichips aus CPU und GPU, so genannte APUs, handelt.

AMD Bulldozer und Bobcat (5 Bilder)
AMD Bulldozer und Bobcat

Zambezi (Bulldozer), Ontario (Bobcat + GPU) und Llano (K10.5 + GPU) werden 2011 erscheinen. Es handelt sich bei ersten beiden um CPUs mit neuen Prozessorkernen, Llano kommt dagegen mit bewährter K10.5-Technik, allerdings in 32 Nanometer.
Zambezi basiert auf der neuen Bulldozer-Prozessorarchitektur, die sowohl im Server- als auch im Desktopbereich Einzug halten wird. Er wird in 32 Nanometer (SOI+HKMG) gefertigt, unterstützt DDR3-Speicher und soll noch in den aktuellen Sockel AM3 passen. Neue Features wie zwei Integer-Scheduler und neue Energiesparfunktionen sollen dabei endlich wieder dafür sorgen, den Konkurenten Intel einzuholen oder vielleicht sogar zu überholen. 4 bis 8 Kerne sollen den neuen Boliden dabei auf Trab bringen. Die High-End-Plattform für 2011, die auf den Zambezi setzt, trägt den Codenamen Scorpius.

Llano (K10.5 + GPU) wird der erste Fusion-Prozessor. Hier sollen 4 CPU-Kerne mit jeweils 1 MiB L2-Cache zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um bewährte K10.5-CPU-Technik, allerdings verkleinert auf 32 Nanometer (SOI-HKMG) und wohl mit einigen Detailverbesserungen. Zusätzlich erhält Llano eine integrierte DirectX 11-Grafikeinheit. AMD spricht so insgesamt von circa 1 Milliarde Transistoren für den CPU/GPU-Kombichip, was angesichts der GPU auf dem Chip nicht viel ist. Ein erster Die-Shot zeigt, dass hierbei der GPU-Teil verhältnismäßig klein ausfällt. AMD verspricht aber besonders für den Bereich GPGPU, also dem Auslagern von Berechnungen auf die Grafikeinheit, Verbesserungen gegenüber den bisherigen, getrennten Kombinationen. Damit will man sich auch von Intel absetzen, die ab Anfang nächsten Jahres bereits einen Kombichip in Form des Clarkdale für den Desktop und Arrandale für Notebooks ausliefern werden. Intel setzt allerdings noch auf ein MCM, also zwei verschiedene Chips in einem Paket.
Die Mainstream-Desktop-Plattform, für die der Llano erscheinen soll, trägt den Namen Lynx, während die Notebook-Plattform Sabine heißt.

Ontario (Bobcat + GPU) wird ein neuer Stromsparprozessor, der das Segment unter 10 Watt abdecken soll. Es sind aber auch Versionen mit unter 1 Watt Stromverbrauch möglich. Auf dem Die mit zwei Bobcat-Kernen wird ebenfalls eine DirectX 11-fähige Grafikeinheit integriert, die auch GPGPU-Berechnungen ermöglichen soll. Kurrios ist, dass der Prozessor nicht in SOI-Technik hergestellt werden soll, wie das bei AMDs CPUs eigentlich der Fall ist, sondern wohl in 40 Nanometer-Lowpower-Bulk-Technik. Ob dies bei dem Auftragsfertiger TSMC, der auch AMDs aktuelle Grafikkarten fertigt, geschieht oder bei Globalfoundries, wird sich noch zeigen müssen. Ontario soll für sparsame Notebooks erscheinen und dürfte auch in Netbooks Einzug finden, obwohl AMD diese von Intel mit dem Atom eingeführte Bezeichnung noch tunlichst meidet. Der Bobcat soll trotz seines sehr sparsamen Designs laut AMD 90 Prozent der Performance heutiger Mainstream-Prozessoren erreichen.


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4 Kommentare

4.) Phenocore 13.11.2009 - 23:28 Uhr
Liano sieht vom Konzept der CPU-GPU-Verbindung her schon interessant aus.
Aus der Tatsache heraus, dass AMD zunächst mal die CPU und GPU-Entwicklung getrennt vorantreibt und die ältere CPU und GPU-Technik parallel zu dieser Entwicklung in einer Kombination verbindet, muss man eben bei der Kombination mit der älteren CPU-Technik leben. Was schon mal die Attraktivität dieser Lösung schmälert.
Denn, wer will schon im Jahr 2011 einen Athlon II 630? Aber wenigstens wird der L2-Cache pro Kern verdoppelt und damit die größte schwäche des aktuellen Athlons ausgemerzt. Vielleicht kommen auch noch die neusten SSE-Befehle mit rein.
Wenn die verbauten GPU-Schaltungen auch endlich von Software bei der Videobearbeitung genutzt werden, dann ist die CPU-GPU-Kombi für günstige Videobearbeitung durchaus interessant. Bei seriellen Programmen wird man aber schon deutliche Abstriche machen müssen, gegenüber den Buldozer-CPUs, dafür wird es aber auch günstiger...
3.) isigrim 13.11.2009 - 07:14 Uhr
Ontario wird wohl nur als BGA-Version erscheinen also ohne Sockel, sondern aufgelötet aufs (Notebook-)Mainboard (ähnlich Intels ATOM)
Für Zambezi steht, wie KonKorT schon geschrieben hat noch AM3 auf der aktuellen Roadmap (in der vorherigen Roadmap war noch von AM3r2 die Rede, wobei man auch hier von einer abwärtskompatibilität zu AM3 ausgehen dürfte).
Nur für Llano muss und wird aufgrund der integrierten Grafik also ein eigener Sockel kommen.

AMD scheint sehr darauf bedacht, 2010 mit seiner AM3-Plattform attraktiv zu bleiben, indem man den Kunden dann die Upgradeoption für 2011 auf Bulldozer bietet.

Bei den Servern werden Anfang nächsten Jahres zwei neue Sockel eingeführt, nämlich der C32 für 2 Prozessor-Systeme und der G34 für 4 Sockel Systeme. Der G34 wird ziemlich groß, damit er die kommenden Magny-Cours Prozessoren, die ja im größten Falle aus zwei 6-Kern-Prozessoren bestehen aufnehmen kann. Auch diese beiden Sockel werden noch Bulldozer-Chips aufnehmen können.

Am Schluss bleibt halt immer die Frage, wie die Mainboard-Hersteller BIOS-Updates nachliefern.
2.) KonKorT 12.11.2009 - 19:51 Uhr
Zambezi passt offenbar noch auf den Sockel AM3. Zu Llano und Ontario fehlen noch entsprechende Angaben.
1.) Mr.Smith 12.11.2009 - 19:46 Uhr
Also heisst das auf Deutsch es kommen wieder ein oder mehre neue Sockel von AMD oder habe ich was überlesen?