Nvidia will CPU-GPU-Zusammenarbeit optimieren

NvidiaNachdem bekannt wurde, dass ehemalige Transmeta-Entwickler bei Nvidia eingestellt wurden, spekulierten mal wieder viele Redakteure, Nvidia arbeite an x86-CPUs, weil die Transmeta-Enwickler sich mit x86-Architektur auskennen. Dabei ignorierten sie aber die Tatsache, dass Nvidia schon mal ein Dementi zum Thema x86-CPUs gemacht hat und so musste Jen-Hsun Huang nun ein weiteres Mal klarstellen, dass man nicht an x86-CPUs arbeite.

Aufgrund der vielen Absagen in Richtung x86-CPUs wäre es auch viel naheliegender, dass die Transmeta-Entwickler einfach nur ins Boot geholt worden sind, weil sie schlicht Erfahrungen mit CPUs haben. Es müssen doch nicht immer gleich x86-CPUs sein, insbesondere wenn man bedenkt, dass Nvidia eher auf den HPC-Markt mit ihren grafikbasierten Streamprozessoren abzielt.

Ein Grafikprozessor ist massiv auf Parallelisierung ausgelegt. Bei hohem Parallelisierungsgrad der Anwendung kann man damit enormen Rechen- und Datendurchfluss erreichen. Bei sequentiellen Aufgaben versagt die Architektur jedoch, hier ist eine CPU die passende Wahl. Seitdem dies erkannt wurde, versucht man, die beiden Architektur-Ansätze in irgendeiner Form zu kombinieren, um die Vorteile der beiden unterschiedlichen Architektur-Ansätze möglichst optimal in allen Fällen ausnutzen zu können.

Aktuell hat Nvidia nur den Grafikprozessor für die gut parallelisierbaren Aufgaben. Für sequentielle Aufgaben müssen weiterhin CPUs von anderen Herstellern in den Servern verbaut werden. Genau dies will Nvidia offenbar in Zukunft ändern. In Zukunft will Nvidia seinen Parallelprozessoren (Grafikprozessor) auch für sequentielle Aufgaben eigens entwickelte oder zumindest eigens darauf optimierte Recheneinheiten zur Seite stellen. Durch die optimale Abstimmung der CPU- und GPU-Recheneinheiten aufeinander wären somit sehr gute Supercomputer möglich. Dass man an solch' einer Lösung arbeitet, wurde inzwischen auch von Nvidias Chef-Entwickler Bill Dally bestätigt. So soll bis 2017 unter dem Nvidia-Logo ein Exaflop-Supercomputer aus einem heterogenen Prozessor-Cluster entstehen. Die möglichen, technischen Daten eines solchen Supercomputers klingen ein wenig abenteuerlich, aber bis 2017 ist ja auch noch eine Menge Zeit. In der Zwischenzeit schiebt der grüne Chipgigant seine Streamprozessoren (aka Grafikprozessoren) in Kombination mit CPUs von anderen Herstellern in den Supercomputermarkt.

Der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, dass auch AMD an einer Kombination aus CPU und GPU unter dem Namen „Fusion“ arbeitet. Bei dieser Lösung wird aber voraussichtlich der CPU-Anteil größer sein als der GPU-Anteil, zumindest bei den Chips, die für Desktopsysteme angedacht sind. Man könnte sich aber auch vorstellen, dass die Anteile variieren - abhängig für welchen Markt die Lösung zugeschnitten ist. Intel ist unterdessen noch damit beschäftigt, einen Parallelprozessor/Many-Core-Prozessor unter dem Codenamen Larrabee zu entwickeln.


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1 Kommentar

1.) VinD 09.11.2009 - 13:24 Uhr
"aber bis 1017 ist ja auch noch eine Menge Zeit."
LG VinD