Intel ver-un-öffentlicht SSD-Firmware

SpeichermedienGestern hatte Intel stolz eine neue Firmware (02HA) für seine SSDs der zweiten Generation mit dem Codenamen Postville veröffentlicht und auch noch eine Toolbox dazugepackt. Für viele Windows 7-Nutzer ein vergiftetes Päckchen, wie sich herausstellte.

Einerseits sollte sich mit der neuen Firmware die Geschwindigkeit der Laufwerke allgemein verbessern. Andererseits gab es auch Unterstützung für das in Windows 7 integrierte TRIM-Command, das es dem Betriebssystem und dem SSD-Controller ermöglicht, gelöschte Zellen der SSD zu erkennen und so einerseits die Lebensdauer der SSDs zu verbessern und andererseits aber auch die Geschwindigkeit auf konstant hohem Niveau zu halten.
Die Firmware war für die neuen SSDs aus der 34 nm Flash-Fertigung vorgesehen. Die alten Laufwerke mit 50 nm Flash-Bausteinen können den TRIM-Befehl dagegen laut Angaben von Intel nicht unterstützen, weil der Controller vor der Einführung dieses ATA-Befehls entwickelt wurde.

Allerdings häuften sich gestern im Laufe des Tages die Meldungen über Probleme mit dem Update im Zusammenhang mit Windows 7. Es tritt dabei teilweise der wohl größte anzunehmende Unfall ein, den ein Firmware verursachen kann, nämlich der Totalausfall des Geräts. Andere Benutzer konnten ihr Betriebssystem unter Fehlermeldungen und abstürzenden Laufwerksüberprüfungen nicht mehr starten. Bei vielen verlief das Update aber problemlos.
Intel hat nun reagiert und die Firmware wieder von seiner Seite entfernt und angekündigt, die Probleme zu untersuchen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie es mit den beschädigten SSDs und den geschädigten Kunden weitergeht. Es ist noch nicht klar, ob sich die Postville-Laufwerke wieder aktivieren oder in Normalbetrieb zurückversetzen lassen. In jedem Falle ist der Schaden enorm für diejenigen, die es erwischt hat und für Intel.

Intels Konkurrent Indilinx, denen mit ihrem Barefoot-Controller ein beachtlicher Überraschungserfolg geglückt ist, testet die Firmware für SSDs mit dem hauseigenen Controller seit längerem ausgiebig als Beta - zusammen unter anderem mit OCZ und Supertalent -, bevor sie final freigegeben wird. So können eifrige Tester schon früh neue Funktionen auf eigene Gefahr hin testen und Nutzer, die auf Sicherheit bedacht sind, werden zunächst geschützt.


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