Intel-IGP-Treiber mit dubiosen Optimierungen

IntelDas zauberhafte Steigern von Benchmarkpunkten oder FPS mit neuen Treibern hat schon in der Vergangenheit für den ein oder anderen Skandal gesorgt. Bislang konnte Intel sich davon jedoch freisprechen, die eigenen IGP-Lösungen dümpelten leistungstechnisch auf unterirrdischem Niveau und als Gelegenheitsspieler durfte man froh sein, wenn das Spiel keine Artefakte aufwies.
Jetzt werden schwere Vorwürfe der Optimierung gegen Intel erhoben. Das Umbenennen von Exe-Dateien führt in Benchmarks und Spielen zu merklichen Leistungseinbrüchen.

Auf Anraten AMDs haben sich die Kollegen von The Tech Report mit der Intel-IGP-Lösung des G41-Chipsatzes und dem neusten Treiber, 15.15.4.1872 (Windows 7), auf Spurensuche begeben. Fündig wurde man bereits beim Benchmarkdino 3DMark in seiner aktuellen Ausgabe (3DMark Vantage). Das Umbenennen der Exe von 3dmarkvantage.exe in 3dmarkvintage.exe mündete in 27 Prozent weniger Overall-Score und 32 Prozent weniger GPU-Score. Die CPU-Score stieg interessanterweise um 11 Prozent an.

Eine Anfrage bei Intel brachte dabei folgendes zu Tage:

"We have engineered intelligence into our 4 series graphics driver such that when a workload saturates graphics engine with pixel and vertex processing, the CPU can assist with DX10 geometry processing to enhance overall performance. 3DMarkVantage is one of those workloads, as are Call of Juarez, Crysis, Lost Planet: Extreme Conditions, and Company of Heroes. We have used similar techniques with DX9 in previous products and drivers. The benefit to users is optimized performance based on best use of the hardware available in the system. Our driver is currently in the certification process with Futuremark and we fully expect it will pass their certification as did our previous DX9 drivers."

Intel rechtfertigt die höhere Spieleperformance also damit, dass Aufgaben, die üblicherweise die Grafiklösung übernimmt, nun - durch Optimierung - vom Prozessor übernommen werden und verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht nur der 3DMark Vantage betroffen sei, sondern auch Call of Juarez, Company of Heroes, Crysis und Lost Planet: Extreme Conditions.
Daraufhin haben die Kollegen von The Tech Report auch unter Crysis noch mal nachgeprüft und die Exe-Datei erneut umbenannt. Dies führte zu 33 prozentigen Leistungseinbrüchen.

Intel möchte den 15.15.4.1872-Treiber in den nächsten Tagen bei Futuremark zertifizieren lassen. Sofern diese dem zustimmen, könnte es zu einem neuen Eklat kommen. Zwar soll die Bildqualität unter den Optimierungen nicht leiden, aber wie viel darf man optimieren und wie viel nicht? Die Leistungseinbrüche durch das Umbenennen der Exe-Datei sind eklatant und stellen die Rangordnung im unteren Grafiksegment - AMDs 785G-Lösung muss sich beispielsweise herausgefordert fühlen - völlig auf den Kopf.


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5 Kommentare

5.) Madbomb 15.10.2009 - 18:00 Uhr
Also ich sehe es wie Duplex, solang die Optimierung nicht die Bildqualität beeinträchtigen wie zum Beispiel schlechtere Kantenglättung oder allgemeine Bildqualität, halte ich es für legitim.
In dem Sinne ist es ja nur eine Optimierung der Hardware, nicht anderes machen Hersteller wie ATI oder Nvidia. Durch die Treiber ehalten ja auch regelmäßig vereinzelnd Spiele einen Performanceschub weil das Zusammenspiel zwischen Hardware und Software verbessert wird.
Also wo ist das Problem wenn Intel es geschafft hat die Hardware optimaler zu nutzen?
4.) KonKorT 14.10.2009 - 15:58 Uhr
N1truX:
Naja also die 785G ist von einem G41 recht weit entfernt - Die muss sich nicht fürchten und führt auch Dx10.1 in Hardware aus ;)

Ich zitiere mal die Quelle:

"With the Futuremark-approved Catalyst 9.9 drivers, the AMD 785G-based system scored 2161 in 3DMark Vantage—nearly the same score as the 2132 3DMarks the G41 gets when it's playing by the rules, but well below the 2931 the score the G41 posts with optimizations enabled."
3.) Duplex 14.10.2009 - 15:05 Uhr
solange es bei optimierungen im eigentlichen sinne bleibt seh ich da kein problem, wen man sich das durch verschleichtes rendern erkauft sollte das strickt verboten werden

ich denke ehr das Intel bereits die Treiberentwicklung für Larrabee hochfährt und versucht sich mit anwendungen erfahung zu holen
2.) N1truX 14.10.2009 - 13:51 Uhr
Naja also die 785G ist von einem G41 recht weit entfernt - Die muss sich nicht fürchten und führt auch Dx10.1 in Hardware aus ;)
Auch der Sideport-Memory bringt sehr viel Leistung bei AMD IGPs.
1.) Markus91 14.10.2009 - 13:43 Uhr
Sowas kan sich auch einfach nur Intel erlauben...