Nvidia: Flexibles Fermi-Design für Spielerkarten

NvidiaNvidia hat Meldungen bestätigt, nach denen die kürzlich vorgestellte Fermi-Architektur so ausgelegt ist, dass man die vorrangig für GPGPU-Anwendungen konzipierten Features für Spielerkarten teilweise entfernen oder deaktivieren kann. Dies würde erheblich den Transistor-Ballast dieser Karten vermindern, wenn sie zum Spielen genutzt werden. Zudem sind auch kleinere Chips mit der gleichen Architektur möglich. Insgesamt ist momentan von drei Versionen der Karte die Rede.

Schon bei der Präsentation der Architektur letzte Woche hatten sich viele Leser gefragt, was eigentlich Spieler mit den ganze Features wollen, die in den neuen Fermi-Chip eingeflossen sind und die großenteils für GPGPU-Anwendungen im professionellen Umfeld konzipiert wurden.
Nvidia hat nun erklärt, dass man die für Spieler großenteils überflüssigen Features deaktivieren oder gar komplett vom Chip entfernen könnte.
Zu den Features, die für Spieler momentan eher uninteressant sind, gehören zum Beispiel eine hohe Anzahl an Double-Precision-Einheiten, die für eine präzisere Berechnung sorgen, und ECC-Unterstützung, welche kontinuierlich die Caches sowie den Grafikspeicher auf Fehler überprüft und dementsprechend auch die Geschwindigkeit negativ beeinflusst. Die Deaktivierung der Features sollte auch zu einem niedrigeren Energieverbrauch führen.

Man muss zunächst offen lassen, ob Nvidia nun für Profi- und Spielerkarten zwei unterschiedliche Chips fertigen will. Möglich wäre auch, dass einfach Teile des Profi-Chips für Spielerkarten deaktiviert werden.
Nvidia sieht sich insgesamt mit seiner Strategie hin zum GPGPU-Markt aber gut positioniert. Mit einer zunehmenden GPGPU-Unterstützung würde man zukünftig einen ordentlichen Performanceschub ermöglichen, momentan gibt es aber noch nicht so viele Anwendungen, so dass sich der Nutzen für den Heimanwender in Grenzen hält.

Zwar wollte Nvidia im Moment nicht direkt über kleinere Chip-Versionen auch mit weniger Kernen sprechen, hat aber geäußert, dass dies zukünftig sicherlich denkbar sei. Das ist notwendig, wenn man den Markt flächendeckend mit DirectX 11-Beschleunigern versorgen will, denn ein Chip mit um 500 Quadratmilimeter Fläche ist für eine Verwertung als Grafikkarte im wichtigen Segment unter 150 Euro nicht rentabel.
Man darf also davon ausgehen, dass Nvidia eine ähnliche Strategie verfolgen wird, wie dies von ATI für die Evergreen-Serie schon bekannt ist (AMD nennt diese Strategie "Sweet Spot"). Dabei wird ein ein großer Chip (Cypress) gefertigt, der für die Radeon HD 5800-Karten verwendet wird, wobei bei der Radeon HD 5850 einige Teile deaktiviert werden. Ein weiterer, kleinerer und auch weniger leistungsfähiger Chip (Juniper) kommt dann für die HD 5700-Serie zum Einsatz. 2010 folgen dann zwei nochmals kleinere Versionen (Redwood, Cedar).

Wie die genaue Planung von Nvidia aussieht, ist bisher nicht bekannt. Man darf aber davon ausgehen, dass in den nächsten Wochen kontinuierlich Informationen hierzu bekannt werden.


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2 Kommentare

2.) KiTT 06.10.2009 - 15:35 Uhr
Erm - ich verstehe diese Meldung nicht. Alles was hier geschrieben steht, ist schon sehr lange bekannt und offiziel.
Nagut - die Mainstreamfrage ist noch offen und berechtigt gestellt zu werden. Diesmal kann man nicht einfach einen Vorgängerchip nehmen und umbasteln (G92b zu GTS250), da der GT200b wieder zu teuer sein drüfte. Tja, da drücke ich nVidia mal die Daumen, dass die Modulusierung so passt, wie sie sich das vorstellen :)
1.) Duplex 06.10.2009 - 15:18 Uhr
völlig verständlich , und meinermeinung nach haben dann die Tesla karten meinermeinung auch eine daseinsberechtigung

da bisher die Gamerkarten nahezu identisch waren , und meist mehr einheiten booten als die Teslas für weniger geld