Das matte Display nur von Kunden gewünscht

TFT Will man in einem Laden ein Notebook kaufen, so findet man fast nur noch Notebooks mit spiegelndem Display. Doch warum? Ein Händler meinte, es liege daran, dass niemand Notebooks mit matten Displays kaufen möchte. Stimmt das denn, haben wir uns gefragt und starteten eine Umfrage.

Das Ergebnis hätte nicht eindeutiger sein können: In allen Bildschirmgrößen konnte das matte Display sich an die Spitze in unserer Umfrage setzen. Je kleiner das Display, desto mehr Anhänger gab es dabei für das matte Display, was auch zu erwarten war, denn je kleiner das Display, und damit das Notebook, desto mehr wird das Notebook mobil genutzt und muss sich dabei unterschiedlichsten Lichtbedingungen stellen, so dass Spiegelungen immer störender werden.
Das matte Display in der klassischen Notebookgröße zwischen 14,1- und 15,9-Zoll wollten 31 Prozent der Abstimmenden und lediglich 9 Prozent das glänzende Display in dieser Größe. Auf den zweiten Platz schaffte es mit 27 Prozent der Stimmen das matte Display ab 16-Zoll, während das glänzende Display in dieser Größe 14 Prozent für sich verbuchen konnte. Ganz knapp auf das Siegertreppchen schaffte es das matte Display unter 14 Zoll mit 15 Prozent Stimmanteil - solch kleine Notebooks mit glänzendem Display wollte kaum jemand.

Betrachtet man diese Dominanz des matten Displays in unserer Umfrage, verwundert doch die Antwort des Händlers. Doch natürlich habe ich nachgehackt: Warum will denn „niemand“ solche Notebooks, ich will schließlich eins. Der Händler erklärte, dass Notebooks mit mattem Display teurer wären, ohne weitere Gründe zu nennen. Schaut man sich im Internet um, stellt man fest, dass viele Markennotebooks mit mattem Display in der Tat teurer sind, denn viele von diesen gehören zu den so genannten Business-Notebooks. Wenn man den Notebookmarkt beobachtet, stellt man auch sehr schnell fest, dass Consumernotebooks mit spiegelndem Display durchschnittlich gesehen am schnellsten mit neuer Hardware ausgestattet werden, während die matten Verwandten ein Tick länger brauchen.
Am Schwierigsten ist es dabei, ein Notebook mit mattem Display zu finden, das eine starke und moderne Grafikkarte verbaut hat. Beschränkt man aktuell zum Beispiel beim Preisvergleich „geizhals“ die Suchfunktion bei 13.1" bis 16.4"-Notebooks auf eine Grafikkarte aus der HD 4000-Serie, hat man genau null Angebote mit mattem Display, 92 Angebote mit spiegelndem und zwei mit unbekanntem Display.

Es gibt dennoch gute Notebooks mit mattem Display, doch warum die meisten Läden diese nicht in ihrem Sortiment führen, wollte keiner sagen. Vermutlich liegt es schlicht daran, dass bei der Vielzahl der spiegelnden Displays im Sortiment, man mit nur ein paar oder einem Notebook mit mattem Display den Kunden nicht auf „dumme Gedanken“ bringen will. Wenn alle Notebooks glänzen, braucht man dem Kunden auch nicht erklären, was besser ist und warum man nur ein oder zwei Notebooks mit mattem Bildschirm im Sortiment hat. Aktuell ist es leichter, ein Notebook mit AMD-CPU im Laden zu finden als eins mit mattem Display. Media Markt, MediMax, Saturn, ProMarkt, Karstadt, Quelle, Atelco… wohin man auch blickt, nur spiegelnde Displays im Laden. Der einäugige unter den Blinden in meiner Umgebung war da noch das kleine PC-Fachgeschäft „PC-Speziallist“, das wenigstens ein Notebook mit mattem Display und sogar hinreichend gutem Preis-Leistungs-Verhältnis im Sortiment hatte. Quelle hat zwar im Online-Geschäft ebenfalls solche Notebooks, allerdings sind diese nur online bestellbar, auf Anfrage wollte man mir im Laden kein Notebook aus dem Online-Angebot verkaufen. MediMax bot auf Anfragen zwar an, ein gewünschtes Modell extra zu bestellen, allerdings wollte man über 150 Euro Aufpreis gegenüber dem Online-Quelle-Angebot haben, welches bereits nicht das niedrigste Angebot aus den Online-Händlern war. Außerdem hätte ich es auch bei Nichtgefallen nehmen müssen, schließlich hätte ich es bestellt. Eine inakzeptable Bedingung, schließlich habe ich im Laden das Notebook nicht begutachten können und bei Onlinebestellungen gibt es deswegen auch das 14-tägige Rückgaberecht.

Alles in allem ein ernüchterndes Ergebnis unserer Recherche. Nichts desto trotz habe ich online ein für mich passendes Notebook mit mattem Display erworben und kann jeden nur dazu ermutigen, seine Kaufentscheidungen nicht von Händlern und Herstellern diktieren zu lassen, solange es noch Alternativen gibt.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

10 Kommentare

10.) N1truX 15.09.2009 - 16:41 Uhr
Habe ich auch gemacht. Hat auch seine Vorteile wenn man bei Preissuchen Filterfunktionen hat. Da bleiben am Ende nicht so viele übrig zwischen denen man sich entscheiden muss :D
Aber die Hersteller liefern am Ende das was die Großabnehmer wollen. Und wenn MediaMarkt und Co sagen sie wollen keine matten dann wird die Masse auch nicht Matt produziert.

Ich hab mir deswegen auch nen Businessnotebook geholt. Sollte eh nur was zum Schreiben und nen paar rechen-aufwendige Sachen sein - aber am Ende fand ich 470 für nen 15,4" mit 2x2,1 GHz AMD Turion RM-72, 2 GiB RAM und 250 GiB HDD ganz ok. Dazu Vista Business x64 mit dabei sowie keine 100.000 Trail Versionen und nen Akku der etwa 5-5 1/2 Stunden hält.
9.) Jester 14.09.2009 - 19:16 Uhr
Solche Umfragen/Kommentare sollte man den Herstellern mal zeigen. Mich würde mal ein Herstellerkommentar interessieren :). Die sind echt nicht auf der höhe der Zeit/Kundenwünsche. Ich werde mir mein Notebook nach dem Display aussuchen. Non-Glare natürlich :).

mfg
8.) Zero-11 14.09.2009 - 18:05 Uhr
Die Ultimativen Nachteile,

-man sieht jeden noch so kleinen fleck
-Spiegelt wie sau

Ihr könnt euch eure Glare-Displays sonst wohin stecken.
7.) Jester 14.09.2009 - 11:07 Uhr
Finde es schade das nicht mehr Notebooks mit mattem Display verfügbar sind. Diese spiegelnden Displays sind einfach nur unpraktisch, selbst wenn man in einem Raum ist und ein Licht an ist spiegelt es. Mag sein das die Farben satter sind als bei einem matten Display, aber ich persönlich mag lieber ein mattes Display. Wieso ist das nur bei Notebooks so, nicht auch bei PC-Monitoren. Ich bei dem PC Monitoren sind doch fast alle mit einem mattem Display (hoffe es kommt da nie zu einer Spiegelmania). Finde diese Wegrichtung der Notebookhersteller nicht richtig. Man sollte beides Anbieten, was ja gute Hersteller auch tuen.
6.) eXEC 13.09.2009 - 22:25 Uhr
Ich hatte damals beim Kauf für die Arbeit (Informatiker) ein paar Bedingungen:
- DualCore CPU
- Mindestens DX10-Grafikkarte von ATI oder Nvidia
- Mindestens 2GB RAM
- Mattes Display 15,4" in 1280x800
- Gigabit-LAN und WLAN-G

Und wie durch Zauber habe ich genau so ein Notebook gefunden, das für mich absolut perfekt war: MSI EX610 mit nem Turion X2 TL-60, 3GB RAM, HD2400 Mobile und MATTEM Display für nur 600€ und das im April 2008. Einfach ein Top-Notebook. Jetzt spendier ich ihm noch 2GB RAM für den 4GB-DualChannel-Modus und iiiigendwann kommt eine Bezahlbare SSD mit über 100GB für unter 100€ rein.

Mein Arbeitskollege hat ein Spiegelndes NB gekauft und das ist einfach nur zum kotzen. Man kann das Ding echt als Spiegel verwenden, absolut grausam. Für mich kommen absolut nur matte Displays in Frage. Aber als Arbeitsnotebook bleibt das MSI nun locker noch 5 Jahre im Dienst, Leistung ist hier ja nicht so wichtig ;)
5.) SunBlack 13.09.2009 - 18:11 Uhr
Und das krasse daran: vor ~3 Jahren als sich mein Bruder sein Notebook bei Dell bestellte hätte er noch 50€ Aufpreis für ein Spiegeldisplay bezahlen müssen. Inzwischen ist es umgedreht: man zahlt z.T. 100€ mehr für entspiegelt.
Ich selber hatte damals auch nach einem entspioegelten gesucht. Mein LG S510 war bis 1 Woche vor Release auf matt spezifiziert - nur scheinbar gabs lieferprobleme wes wegen die Spezifikation dann noch einmal geändert wurde - leider. Dank einer sehr guten LED Beleuchtung stört die Spiegelung nicht ganz so stark, aber man hat die Hintergrundbeleuchtung teils so hell, dass es auf Dauer auch nicht so angenehm fürs Auge ist.
4.) Phenocore 13.09.2009 - 16:24 Uhr
@ Duplex, ja hier ist der Markt mit dem "Ich bin doch nicht blöd" Logo gemeint. :) Wobei die sich auf ihrer Homepage "Media Markt" nennen und über dem Laden steht Media"komisches Zeichen"Markt. :)

@Disskuion
Es geht ja nicht darum, dass die spiegelnden Displays komplett unbrauchbar wären oder ähnliches. Es geht darum was ergonomischer ist und was der Kunde haben will. Ein gleichgeschalteter Markt, der dem Kunden keine Auswahl bietet, obwohl offensichtlich Interesse an solchen Produkten besteht, hat mit der freien Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun.
3.) CandyMan10 13.09.2009 - 16:08 Uhr
Ich hab eins mit Spiegeldisplay und kann trotzdem auf der meiner Terrasse problemlos surfen. Komischerweise auch wenn die Sonne scheint.....
2.) Jan-Nik 13.09.2009 - 16:08 Uhr
Ich wollte damals ein mattes mit 4:3. War sehr schwer zu bekommen und wenn dann nur mit mikrigen 1024x768. Hab ich mich für ein glänzendes 4:3 (1400x1050) entschieden. Und ich versteh einfach nicht was das glänzende bringen soll. Mit nem weißen T-Shirt kann man draußen Arbeiten schonmal total vergessen und im Zimmer muss man aufpassen, dass man es nicht ungünstig zu Lampen oder dem Fenster stellt. Total nervig, zum Glück ist der Glanz-Wahn noch nicht bei den Desktop-Bildschirmen eingekehrt.
1.) Duplex 13.09.2009 - 15:25 Uhr
ihr habt ein schreibfehler bei

"Midia Markt, MediMax, Saturn, ProMarkt, Karstadt, Quelle, Atelco… "

ich nehm an das sollte Mediamarkt heissen