Nvidia Tegra in vielen Endgeräten

ProzessorenFür alle, die sich bei den Erwartungen an Tegra seitens Nvidia gewundert haben, kommt nun eine kleine Auflösung, denn Nvidia hat letzen Freitag der Fachpresse in München Produkte auf Tegra-Basis vorgestellt.

ODM-Designs von Tegra-basierten Produkten

Als Beispiel kann man hier das CN88-Netbook von Compal Communications, den ICD Ultra Tablet-PC, den Mobinnova-Netbook ViewBook N910 und den Mabo Tablet-PC sowie die Netbooks von Pegatron und Vivid nennen. Nvidia spricht aktuell von mehr als 20 Projekten auf Tegra-basis. Auch Microsofts Zune-HD-Player der neusten Generation soll auf Tegra basieren, allerdings nach aktuellen Plänen nur in den USA verkauft werden.

Tegra-Kaugummipackungsgrößenvergleich

Der Chip samt dem Mainboard ist von der Fläche her nicht viel Größer als eine Kaugummipackung, wie das obige etwas klein geratene Bild darstellen soll.

Komplettes Tegra-Mainboard

Zu den Komponenten des Tegra zählt die ARM11-CPU, der Controller ARM7 (steuert die Prozessorkerne und das Energiemanagment), die Geforce-GPU, die De- und Encoder für HD-Video und den MP3-Decoder, eine 2D-Engine für die Bildausgabe, ein Bildprozessor für Fotos bis 12 Megapixel und ein Verschlüsselungschip für EAS-256, der aber zu schwach ist, um die Verschlüsselung von Blu-ray on the fly zu entschlüsseln.

Tegra-Chip

Mit dieser großen Ansammlung an spezialisierten Chips glaubt Nvidia alles bieten zu können, was die Anwender von mobilen Geräten erwarten. Michael Rayfield, General Manager Mobile Business bei Nvidia, wird dazu wie folgt zitiert:

„Die neuen Tegra-basierten Produkte sind eine Kombination aus herausragenden Internet- und Multimedia-Features, Wireless-Konnektivität und uneingeschränkter Webnutzung – Leistungsmerkmale, auf die die Anwender sehnsüchtig gewartet haben.”

Zune HD mit Touchscreen

Aktuell gibt es Tegra in zwei Versionen, Tegra 600 und Tegra 650. Der Hauptunterschied besteht in der 100 MHz höheren Taktung des 650er, der mit 800 MHz taktet. Zudem unterstützt der Tegra 650 Videos mit 1080p, während der Tegra 600 nur 720p schafft.
Nvidia arbeitet mit Adobe eng zusammen und will durch die Beschleunigung für Flash durch die GPU dem Nutzer uneingeschränktes Internetvergnügen bieten, denn laut Nvidia ist auf 80 Prozent der „TOP-100-Webseiten“ Flash integriert. Hier stachelt man auch gegen Intels Atom-Plattform, die keine Beschleunigung für Flash bietet.

Mobinnova Mabo Tablet-PC auf Tegrabasis

Zudem soll Tegra deutlich längere Akkulaufzeiten vorweisen können, also zum Beispiel circa 25 Tage Musik hören, während man der Atom-Plattform 5 Stunden zuspricht, 10 Stunden HD-Videos schauen, was auf einer Atom-Plattform laut Nvidia auf 3 Stunden hinausliefe. Dass hier Tegra besser abschneidet als die Atom-Plattform, sollte aber niemanden verwundern, schließlich ist es leicht einsehbar, dass ein einzelner MP3-Decoder sparsamer als eine ganze CPU ist und auch die GPU-Beschleunigung für Videos fehlt der Atom-Plattform.
Dass der Atom bei der allgemeinen Rechenkraft stärker ist, sollte man nicht vergessen. Auf der anderen Seite: Was nützt einem die allgemeine Rechenkraft auf einem Smartphone, da sind eine Flash-Beschleunigung für Webseiten und lange Akkulaufzeiten doch irgendwie wichtiger, so oder so ähnlich hat Nvidia auf jeden Fall viele Hersteller von Endgeräten für Tegra gewinnen können.

Technische Daten zu Tegra 600 und Tegra 650 finden Sie auf der Nvidia-Homepage.


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