AMD will CPU-Unlocking verhindern

AMDDa AMDs Dreikern-Prozessoren und auch die Dual-Cores der K10-Architektur eigentlich über alle vier Kerne eines Phenom (II) X4 verfügen und entweder ein oder zwei Kern(e) deaktiviert sind, ist es mit bestimmten Modifikationen im BIOS einiger Hauptplatinen momentan möglich, die ausgeschalteten CPU-Kerne zu aktivieren.

Das ist AMD natürlich ein Dorn im Auge - diesen hat man sich übrigens selbst zugezogen, indem man aus Kostengründen auf eine Deaktivierung per Laser-Cut verzichtete -, weswegen man einen neuen Microcode an die Mainboard-Hersteller verschickt hat. Dieser Microcode soll nun im BIOS eines jeden AMD-Mainboards integriert werden, so dass das Freischalten eines inaktiven Kerns verhindert wird.
Offiziell gibt AMD an, dass die inaktiven Kerne mancher Prozessoren mit großer Wahrscheinlichkeit defekt seien und es bei deren Freischalten zu gravierenden Fehlern kommen kann. Dass die Verkaufszahlen der schnellsten CPUs in AMDs Portfolio (Phenom II X4 955, Phenom II X4 940) einbrechen könnten, erwähnte man (selbstverständlich) nicht.

Die Mainboard-Hersteller - speziell Gigabyte - freuen sich dagegen eher weniger, denn immerhin ist das Freischalten inaktiver CPU-Kerne eine gute Werbung für die eigenen Produkte. Wer in Zukunft Kerne aktivieren möchte, muss laut Gigabyte trotzdem nicht auf ein BIOS-Update verzichten. Der asiatische Hersteller möchte den neuen Microcode lediglich in einem von zwei BIOS-Bausteinen integrieren, welches das Aktivieren von Prozessor-Kernen weiterhin sicherstellen soll.

Was AMD dagegen unternehmen wird, bleibt abzuwarten, denn gefallen dürfte das den Mannen aus Sunnyvale keineswegs. Auch Asrock könnte sich quer stellen - die Kernfreischaltung nutzte man bis dato offen zu Werbezwecken.


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5 Kommentare

5.) eXEC 13.06.2009 - 12:03 Uhr
Sehe das so wie KiTT. Es betreiben vielleicht 5% der User Overclocking. Und bei denen hat man dann zusätzlich einen besseren Ruf. Wo liegt also das problem?
4.) KiTT 12.06.2009 - 23:10 Uhr
Ach, die paar overclocker ...
3.) Duplex 11.06.2009 - 13:03 Uhr
das ist genau das wie bei der 6800LE die man zur 6800GT machen freischalten konnte ,


dann hat kein mensch mehr die 6800GT gekauft da keine nachfrage , die nachfrage an 6800LE hingegen stieg , somit musste man funktionstüchtige chips deaktiviren und diese als 6800LE verkaufen , womit die interessanten natürlich ein Luxus hatten


AMD sollte das einfach Lasercuten , kostet bisle aber wird sich bestimmt lohnen
2.) Civilizatior 10.06.2009 - 20:44 Uhr
Dann soll AMD es sich einfacher machen und die defekten kerne mit einem Laser einfach unbrauchbar machen. Aber so finde ich das ganze einfach nur absurd.
1.) PCuser90 10.06.2009 - 17:20 Uhr
Das ist ja wohl der Witz des Jahres: Zwei Bios-Versionen - eine für Hardcore-Unlocker und eine für die, die ehrlich mit ihrer Hardware umgehen. Da hätte AMD sich das ja gleich schenken können!
Im Übrigen glaube ich nicht, dass sich die Verkaufszahlen so negativ entwickeln würden, immerhin gibt es keine Garantie, dass das Freischalten auch wirklich funzt! Ich weiß nicht, ob ich die 90 € für einen X2 550 riskieren würde - höchstens, wenn ich im Zweifelsfall auch mit 2 Kernen zufrieden wäre, - aber das sind ja wohl die wenigstens, die das Unlocking versuchen...
Im Übrigen fällt mir auf, dass AMD bei seinen Prozessoren momentan anscheinend dieselbe "Beschneidungstaktik" verfolgt wie NVidia bei den Grafikchips - nur gestalten AMDs Techniker das wesentlich kundenfreundlicher!