Grafikkartenmarkt Q1/2009

GrafikkartenIst die Rezession vorbei? Mit diesen Worten beginnt ein Bericht von Jon Peddie Research (JPR) über die Situation auf dem Grafikkartenmarkt 2009. JPR ist eine Consulting Company mit den Hauptschwerpunkten Grafik und Multimedia, welche schon seit geraumer Zeit Analysen zum Geschehen auf dem Grafikmarkt veröffentlicht.
Für die Halbleiterhersteller ist die Meldung erfreulich, dass die Anzahl verkaufter Chips um gut 4% gegenüber Q4/2008 zugenommen hat. Dies mag nur ein Silberstreif am Horizont sein, aber verglichen mit der Tatsache, dass die Verkaufszahlen von Q1 gegenüber Q4 eines vergangenen Jahres normalerweise immer zurückgehen, sind diese Zahlen schon beachtlich. Jedoch wird im Report auch erwähnt, dass die von den Jahren 2007/2008 in der Größenordnung von 100 Mio. liegenden Verkaufszahlen nicht vor 2010 erreicht werden können.

HerstellerQ1/2009.Q4/2008.
.Stückzahl in Mio.%Stückzahl in Mio.%
Intel37,249,734,647,7
NVIDIA23,331,122,230,6
AMD/ATI12,817,114,019,3
VIA0,81,10,81,2
SiS0,70,90,81,1
Matrox0,10,10,10,1
Gesamt74,910072,5100


Insgesamt wurden gut 75 Mio. Grafikchips ausgeliefert. Wie auch in den Jahren zuvor ist Intel der Branchenprimus mit einem Marktanteil von 49,7% gegenüber 47,7% in Q4/2008. Nvidia konnte ebenfalls den Anteil von 30,6 auf 31,1% steigern. Von den kleinen Herstellern VIA, SiS sowie Matrox abgesehen ist AMD damit der große Verlierer. Mit einem Marktanteilsverlust von 2,2% auf 17,1% Gesamtanteil fällt dieser erheblich aus. Der Großteil der Einbußen wird im Mobilesegment begründet liegen. Genau aus diesem Grund dürfte AMD die Entscheidung getroffen haben, zuerst im Mobilsegment Grafikkarten der neuen 40 nm-Generation auf den Markt zu bringen, da die Produktpalette ansonsten konkurrenzfähig aufgestellt ist.

Intels stärkste Waffe im Kampf um die Marktanteile ist die Möglichkeit der Lieferung einer kompletten Plattform (Centrino / Centrino 2), bei welcher alle notwendigen Chips aus dem Hause Intel stammen. Geringer Energieverbrauch sowie eine hohe Kompatibilität sind für viele Endkunden gewichtigere Kriterien als die pure Grafikleistung. Der zukünftige Intel-Prozessor Clarkdale unterstützt dies Strategie noch, da in einem Gehäuse GPU und CPU vereint werden. Somit dürfte es auch in Zukunft schwer werden, den Platzhirsch vom Thron zu verstoßen.


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