AMD aktualisiert Server-Roadmap

AMDAnlässlich des sechsten Geburtstages der Opteron-Prozessoren gibt AMD Informationen zu zukünftigen Server-Produkten bekannt. Die Roadmap birgt einige, interessante Neuigkeiten.

Dass der Launch des Sechskern-Prozessors „Istanbul“ auf Juni vorgezogen wurde, ist bereits seit gestern offiziell bestätigt. Da die Schwächen des Opterons gegenüber dem Xenon der Nehalem-Generation zu offensichtlich sind, musste AMD hier reagieren. Es ist zu vermuten, dass AMD für die schnellere Entwicklung die Ressourcen von anderen Projekten, vornehmlich Desktop-Prozessoren, abgezogen hat.

AMD-Server-Roadmap: CPUs und Plattformen

Bereits im ersten Quartal 2010 will AMD dann auf „Istanbul“ den „Magny-Cours“ mit 12 statt 6 Kernen folgen lassen. Dabei soll es sich um ein Die-Bonding von zwei Istanbul-Prozessoren handeln. Interessant wird hier die Leistungsaufnahme werden, da ein einfacher Verbund von zwei Dies nicht gerade eine höhere Energieeffizienz verspricht. Es ist anzunehmen, dass der „Magny-Cours“ daher nur mit niedrigeren Taktfrequenzen pro Kern betrieben wird. Erste Samples sind an die Partner ausgeliefert, zudem wurde ein lauffähiges Muster bereits gestern präsentiert.

Es ist an dieser Stelle interessant, zu erwähnen, dass AMD nun die vorher so verschmähte Technik des Die-Bondings von der Konkurrenz übernimmt - Stichwort Kentsfield. Anscheinend wurde AMD vom Kernrennen überrascht und versucht jetzt, mit den einfachsten/kostengünstigsten Mitteln, seine Kerne pro Prozessor zu steigern. Wie dem auch sei, AMD nennt diese Technik ganz selbstbewusst „Direct Connect Architecture 2.0“.

Der Schritt auf 32 nm-Prozesse, und damit auch hin zu einer neuen Architektur, soll 2011 erfolgen. Geplant ist unter der Bezeichnung „Interlagos“ ein Chip mit 12 bis 16 Kernen. Außerdem soll die „Bulldozer“-Architektur im Prozessor „Valencia“ (6-8 Kerne) eingesetzt werden.

AMD-Server-Roadmap: CPUs und Plattformen

Im Zuge der Einführung neuer Prozessoren wird AMD auch neue Plattformen vorstellen: „Maranello“ sowie „San Marino“. „Maranello“ wird die High-Performance-Plattform für Systeme mit zwei bis vier Sockeln, ausgestattet mit Vierkanal-Speicheranbindung sowie bis zu 12-Speichersteckplätzen pro Sockel. Dem gegenüber steht „San Marino“ für 1-2 Sockel-Systeme, Zweikanal-Speicher und vier Speichersteckplätzen pro Sockel. Somit speckt AMD die Plattformvielfalt von 1000, 2000 sowie 8000 etwas ab.
Verwirrend ist hierbei nur, das die neue High-Performance-Plattform „Maranello“ die „6000-Serie“ sein wird, also eine niedrigere Kennzahl als die alte „8000-Serie“, und die San Marino die „4000-Serie“.

Prinzipiell lässt sich in der Roadmap von AMD der Trend zu immer mehr Kernen ablesen. Verantwortlich hierfür dürfte neben den im Serversegment oftmals stark parallelisierten Anwendungen ebenso die immer bessere Virtualisierung sein, die AMD mit der neuen Hardware-Virtualisierung „AMD-V 2.0“ sowie die I/O-Virtualisierung „AMD-Vi“ unterstützen wird.


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