Nvidia GT212 abgesagt

NvidiaAnfang dieses Jahres präsentierten wir exklusiv erste, detaillierte Informationen zum künftigen, in 40 Nanometer-gefertigten Nvidia-Flaggschiff mit Codenamen GT212. Man wollte mit dem Chip zum einen die Shaderanzahl von 240 auf 384 um 60 Prozent erhöhen und zum anderen das Shader-TMU-Verhältnis auf 4:1 verbessern. Schließlich sollte auch noch das Speicherinterface von 512 auf 256 Bit halbiert werden, stattdessen aber auf GDDR5- statt GDDR3-Speicher gesetzt werden.

Bereits wenige Wochen nach dieser Meldung gab es erste Zweifel darüber, ob Nvidia an diesem finanziell anspruchsvollen Chip weiterentwickelt. Des Öfteren berichtete The Inquirer, dass der Chip tot sei. Auch uns lagen entsprechende Informationen daraufhin vor, allerdings herrschte keine 100 prozentige Gewissheit: Kommt er nun doch oder ist er wirklich abgesagt?

Über die Monate hinweg haben sich schließlich die Zweifel durchgesetzt. Bis dato gibt es noch kein Tape-Out vom Chip und die Meldungen derer, die den Chip schon länger tot sahen, ziehen nicht ab. Es steht zwar noch nicht in Stein gemeisselt, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat Nvidia den GT212, der einmal mit den von uns ausgeführten Spezifikationen geplant war, gecancelled.

Nun kann und sollte man an dieser Stelle nach dem Warum fragen. Eine eindeutige Antwort gibt es gewiss auch hierauf nicht, aber man kann schlichtweg nicht leugnen, dass die weltweite Wirtschaftskrise Nvidia genauso überraschend getroffen hat wie viele Unternehmen. Nvidia musste im letzten Jahr gleich zweimal einen Verlust ausweisen, nachdem man Jahre zuvor stets profitabel wirtschaftete.

Mit dem GT212 hätte sich Nvidia zwar am Ende bei den Produktionskosten günstiger gestanden als beim GT200, doch muss so ein Chip auch erst einmal entwickelt werden. Dies kostet Geld, Geld, das man zurzeit nicht hat und das nach Ansicht Nvidias auch besser im GT300 investiert war.
Den letzten Stoß gegen den GT212 muss dann noch das 40 Nanometer-Verfahren gebracht haben, das wohl anfangs alles andere als wunschgemäß funktionierte und bei einem schätzungsweise 1,8 Millarden schweren Grafikchip eventuell sogar Zünglein an der Waage hätte werden können.

AMD hat sich schon vor Wochen auf Nvidias Roadmap-Änderung angepasst und hat auch seinerseits von einem RV770 in 40 Nanometer und mehr Recheneinheiten abgesehen.
Die Saat alldessen könnte sein, dass sowohl RV870 als auch GT300 überraschend gut im Zeitplan liegen.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 18.04.2009 - 13:31 Uhr
Was wir heute als RV790 kennen, war in Wirklichkeit der Super RV770. RV790 war ein 40 Nanometer-Chip mit mehr SIMD-Einheiten. Aber der wird genauso wenig jetzt noch kommen.

RV870 und GT300 rücken in den Fokus. :)
1.) Bulldozer 18.04.2009 - 13:25 Uhr
ein RV770 in 40 Nanometer und mehr Recheneinheiten abgesehen?

was kommt denn noch? ein rv770 shrink auf 40nm? also hd4850/70/90 in 40nm?