Intel bald mit Drei-, Fünf- und Sieben-Kern-CPU?

IntelIm September 2007 kündigte AMD völlig unerwartet einen Drei-Kern-Prozessor (Triple-Core) an und überraschte damit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Konkurrent Intel. Man hatte schlichweg defekte Quad-Cores aussortiert und diese als Triple-Core verkauft.
Der Erfolg der von AMD erhofften Nische blieb zwar zunächst aus, weil die entsprechenden Dual-Core-CPUs Intels um Längen schneller waren, mit den hiesigen Triple-Core-Prozessoren im Phenom II-Kleid scheint man jedoch zwei ganz heiße Eisen am Start zu haben.

Im Rahmen der IEEE International Solid-State Circuits Conference (ISSCC) hat Intel mit der Ankündigung der so genannten "Cache and Core Recovery"-Technik den Grundstein gelegt, demnächst ebenfalls CPUs mit ungeraden Kernen - etwa drei, fünf oder sieben - anzubieten.

Während der Präsentation bezog man sich dabei in erster Linie auf den achtkernigen Server-Prozessor Beckton, welcher noch in diesem Jahr im 45 Nanometer-Prozess vom Band laufen soll. Über kurz oder lang - darüber kann man sich sicher sein - wird man die Resteverwertung von defekten Kernen aber auch im Desktop-Segment nutzen. Der Verweis auf den Gulftown scheint hier angebracht.

Dass man auch teildefekten Cache nutzt, um neue Prozessoren entspringen zu lassen, ist dagegen weniger neu. Alle zurzeit mit 3 statt 6 MiB L2-Cache ausgestatteten Zweikerner basieren zwar auf einem eigenen Chip (Wolfdale-3M/Wolfdale-6M), im Rahmen der Core 2 Duo E6000-Reihe gab es allerdings bereits Prozessoren (bspw. E6300, E6400), die von der Cache-Resteverwertung Gebrauch machten.


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5 Kommentare

5.) Phenocore 17.02.2009 - 19:51 Uhr
Im Grunde sind die aktuellen Nehalem-Prozessoren schon quasi 5-Kerner, wenn man sie mit AMDs Quadcores vergleicht. Durch SMT können bis zu 8 theads auf den Nehalem 4-Kernern ausgeführt werden, die einzelnen Kerne sind zudem vierfach superskalar, während bei AMD jeder Kern nur 3 fach superskalar ist und dazu auch noch nur ein thread pro Kern ausgeführt werden kann. In den Benchmarks verhalten sich die aktuellen Quadcore-nehalem-prozessoren auch eher als 5 Kerner, bei anwendungen mit über 4 threads steigt die leistung der Nehalemprozessoren dank SMT genau so wie es bei einem 5 Kerner der Fall wäre. Bei 4-Kerner ohne SMT steigt die Leistung dagegen nicht merklich an, wenn mehr als 4 threads ausgeführt wird.
4.) Streamline 17.02.2009 - 15:09 Uhr
Naja, zumindest die Zweikerner deaktiviert Intel heute auch schon zu Einkernern (Core 2 Duo -> Celeron), und echte Vierkerner gabs ja bisher noch nicht. ;)
3.) KonKorT 16.02.2009 - 16:04 Uhr
Wenn Programme wirklich Multi-threaded sind, spielt es keine Rolle, ob zwei, drei, vier oder eben auch fünf Kerne.
Siehe AMD Triple-Core-Prozessoren.
2.) Cartman 16.02.2009 - 14:04 Uhr
Wie soll das denn mit 5 Kernern funktionieren? Vorallem bei den Rechnungen? Wird der fünfte Kern dann nur unter Belastung genutzt?
1.) Bulldozer 15.02.2009 - 20:16 Uhr
Auf die 5 Kerner bin ich mal gespannt, vielleicht gibts dann günstige CPUs ab 150 € die ähnlich sind wie beim Q9550 von der Leistung.