Neues vom SSD-Markt - Teil 2

FestplatteVor etwa genau einem Monat berichteten wir über die Neuerungen auf dem SSD-Markt. Wer der Meinung ist, aufgrund von Weihnachten und Neujahr hätten die Hersteller hier eine größere Pause eingelegt, der irrt. Etwa die Hälfte der in der letzten News angekündigten Produkte sind bereits erschienen.

Den Anfang machte Kingston mit „seiner“ SSDNow-E- und M-Serie. Die SSDNow E mit einer Kapazität von 32 GiB ist vorrangig für den Servermarkt gedacht und schlägt mit einer Preisempfehlung von satten 769 Euro zu Buche. Die SSDNow M ist vor allem für den mobilen Gebrauch konzipiert, die 80 GiB-Variante versieht Kingston mit einer Preisempfehlung von 563 Euro. Wie viele sicherlich anhand des „Intel“-Aufdrucks erahnt haben, basieren beide SSDs auf Intels aktueller X25-E- (SSDNow E) und X25-M-Serie (SSDNow M). So entsprechen sämtliche Spezifikationen denen der genannten Intel-Produkte.

Kingston SSDNow E

Beide SSDs kommen mit 3-Jahren Herstellergarantie sowie Kingston Care daher - „ein umfassendes Set von Tools und Services, um Ausfallzeiten zu minimieren“ -, so zumindest heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Wie man den doch sehr hohen Aufpreis von ca. 130 Euro je SSD (realer Verkaufspreis, nicht UVP) im Gegensatz zu den entsprechenden Intel-Produkten rechtfertigen will, ist allerdings nicht herauszulesen. So ist Intels X25-Serie wohl vorerst in beiden Fällen vorzuziehen.

Mit den Worten „Leistungsstark wie eine Festplatte mit 40.000 U/ min“ stellt SanDisk seine 3. Generation von Solid-State-Disks vor. Diese basieren auf der modernen 43-nm-„Multi-Level Cell NAND-Flash Memory-Technologie“ (MLC-Technik) und sollen nicht nur schnell - erwartet werden ca. 200 MB/s (lesen) bzw. 140 MB/s schreiben -, sondern auch günstig sein. Als Preis wurden lediglich ca. 150 US-Dollar für die 60 GiB-Variante genannt, Preise für die 120 GiB- und 240 GiB-Variante sind noch nicht bekannt.
Die Vorteile sollen neben den 43-nm-MLC-Modulen auch von einem neuen SSD-Algorithmus kommen - bezeichnet als Extreme FFSTM. Dieser soll in Kombination mit einem weiterentwickelten Controller eine „hundertfach schnellere Random-Schreibleistung als gewöhnliche Algorithmen“ besitzen. Die Lebensdauer soll dank MLC und Controller-Funktionen bei ca. 100 Jahren liegen – wohl gemerkt bei „normalem“ Gebrauch, den SanDisk mit 4 GiB pro Tag definiert und damit eher den Gebrauch als System-SSD ausschließt. Ob sich die Vorstellung des Herstellers auch 1:1 in die Realität umsetzen lassen, müssen erste Tests zeigen.

Über OCZs Nachfolger der Core Series V2 – namentlich Apex Series – hatten wir bereits beim letzten Mal ausführlich berichtet. Diese ist nun für etwa 240 (60 GiB-Variante) bis 820 Euro (240 GiB-Variante) erhältlich. Allerdings dürfte sich der Preis mangels Verfügbarkeit noch in tiefere Regionen orientieren. So sollen die Preise wohl noch um mindestens 20 Prozent fallen und sich vorerst bei 200 bis 700 Euro einfinden. Zwar ist die Apex nicht im High-End-Bereich angesiedelt, allerdings sprechen 230 MB/s beim Lesen bzw. 160 MB/s beim Schreiben bereits eine recht deutliche Sprache – und die Werte scheinen nach ersten Tests auch erreichbar zu sein, jedoch sind diese stark mainboardabhängig. Doch wenn OCZs neue „Mittelklasse“ bereits mit Intels High-End-Serie mithalten kann, was kommt dann im High-End-Bereich?

ATTO-Benchmark der Vertex II

Die Antwort heißt OCZ Vertex 2 und dreht – man muss wohl eher sagen fliegt – in den OCZ-Laboren bereits erste Testrunden. Ein Screenshot des „ATTO Disk Benchmarks“ bestätigt das beeindruckende Ergebnis – etwa 480 MB/s beim Schreiben und circa 550 MB/s lesend schafft OCZs neuer Überflieger.
Damit soll es möglich sein, eine Datei von 20 GB in weniger als 42 Sekunden zu verschieben – gerade für Videobearbeitung etc. kein unwichtiger Vorteil. Einen Nachteil muss das Ganze doch haben, oder? Ja und dieser nennt sich S-ATA II, welches maximal 300 MB/s pro Laufwerk erlaubt. Dementsprechend wird die OCZ Vertex 2 unter Umständen eines der ersten S-ATA-III-Laufwerke, um die Volle Geschwindigkeit ausnutzen zu können. Erscheinen soll die Vertex 2 im späten ersten Quartal – lauffähige Modelle sollen eventuell das erste Mal auf der Cebit präsentiert werden. Wir sind gespannt.

*Alle genannten Preise und Verfügbarkeiten beziehen sich auf den 27. Januar 2009 und wurden auf schottenland.de ermittelt.


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9 Kommentare

9.) N1truX 29.01.2009 - 20:59 Uhr
S-ATA soll ja mehr bringen als "nur" mehr Speed ;) Eine andere möglichkeit wären natürlich 2 S-ATA III stecker für eine SSD, wenn sowas denn möglich ist xD
8.) Duplex 28.01.2009 - 16:20 Uhr
könnte mir selber sone art QIP wie bei Intel oder das HT link von AMD vorstellen , ein kleiner stecker ähnlich wie der SATA mit weiaushöheren bandbreiten =) wäre doch was der PCIex16 slot ist ja auch nen monster ^^
7.) Phil123 28.01.2009 - 15:46 Uhr
Duplex:
die sollen SATA3 gleich verschnellern als ein paar monate später das SATA4 rauszubringen keine lust dann ein board zu haben das SATA3 hat und schon bremst ^^


ich glaub in zukunft werden die festplatten wohl übern nen PCIe x16 slot angebunden wie OCZ es vorgezeigt hat



Würde mal sagen das es in Zukunft irgendwann kein PCIe mehr gibt wies damals beim AGP war denke da kommt dann Irgendwas anderes.

Phil
6.) sonnendieb 28.01.2009 - 15:16 Uhr
Ich glaube, es wird in naher Zukunft bestimmt auch Speicher geben, der direkt auf dem Mainboard verbaut ist. Damit würde man das SATA Problem auch umgehen, allerdings wäre man natürlich beim Aufrüsten sehr unflexibel...
5.) Duplex 28.01.2009 - 11:58 Uhr
die sollen SATA3 gleich verschnellern als ein paar monate später das SATA4 rauszubringen keine lust dann ein board zu haben das SATA3 hat und schon bremst ^^


ich glaub in zukunft werden die festplatten wohl übern nen PCIe x16 slot angebunden wie OCZ es vorgezeigt hat
4.) eXEC 28.01.2009 - 08:41 Uhr
@Sunblack: Die 60 GB sind auch normalerweise dafür gedacht, als Systempartition zu dienen, d.h. darauf kommt nur XP/Vista/W7 + Programme
Spiele und Daten gehören weiterhin auf eine normale HDD. Allein Age of Conan hat z.B. 30 GB Festplattenplatz für sich beansprucht.
3.) SunBlack 27.01.2009 - 23:51 Uhr
Geil, wie lange wirds dauern bis wir SATA-IV bekommen werden? SATA-III shcafft ja auch nur 600MB/s. Wenn die diese bereits ne SSD geschaffen haben, die 550MB/s schafft dürfte die Marke ziemlich bald auch wieder geknackt sein ;). Ich glaube es hätten die wenigsten erwartet dass eine noch nicht verbreitete Schnittstelle bereits wieder zu langsam ist ;).

@ $150-Doller Platte: Ja so langsam wirds interessant. nur 60GB sind mir im Schleppi bissl wenig. 160 ist bei mir Minimum bei 2 OSes und 2 OS in VMs ;).
2.) N1truX 27.01.2009 - 21:59 Uhr
Ich denke mal momentan spricht man trotzdem eher die "Early User" bzw. "Prosumer" an ;) - Massenmarkt wird noch dauern xD
1.) eXEC 27.01.2009 - 21:55 Uhr
Ich finde es super, dass Sandisk anscheinend für 150 DOLLAR eine 60 GB SSD plant! Damit wäre imho der Durchbruc hfür den Casual-Markt geebnet! Da könnt ich sogar schwach werden, wenn die Performance ordentlich ist =)