Asus, Gigabyte, ECS und MSI sind einer zu viel

MainboardsWie die taiwanesische Hardware-Seite Digitimes berichtet, soll MSI-Vize Henry Lu im Gespräch erläutert haben, dass es in den nächsten Jahren nur noch drei große Mainboardhersteller geben kann, die profitabel wirtschaften. Vier seien einer zu viel.
Zu den vier großen Mainboardproduzenten zählt er neben seinem Unternehmen Asus, Gigabyte und Elitegroup (ECS). Foxconn, die 2005 mit 42 Millionen verkauften Mainboards Asus den Rang als Branchenprimus abliefen, nannte er (interessanterweise) nicht.

Lu argumentiert, dass der abschwächende Markt demnächst kein Wachstum für derart viele Unternehmen zulasse. Insbesondere weist er darauf hin, dass kürzlich eine Statistik zu Tage geführt worden wäre, die nachwies, dass inzwischen mehr Notebooks als Personal Computers verkauft werden.
Eine schnelle Verdrängung einer der großen Produzenten erwartet er allerdings nicht, weil seiner Ansicht nach zunächst die kleineren Mainboardfertiger den Markt verlassen würden. Mittelfristig, er spricht von rund drei Jahren, rechnet er jedoch damit, dass einer aus dem Markt steigen wird und die übrigen drei dann profitabel weiterwirtschaften werden.

Lus Gedanken kommen nicht von ungefähr: Der Mainboard-Markt musste in diesem Jahr nicht zuletzt ob der weltweiten Wirtschaftskrise kräftig zurückstecken und Besserung ist in dieser Dekade nicht in Sicht. Besonders die schwachen Absatzzahlen in Europa und Nordamerika führt Lu an, die bei ausnahmslos allen vier Branchengrößen dazu geführt hätten, dass keiner seine persönlichen Erwartungen erfüllen konnte.

Geht man rein nach der Anzahl der verkauften Mainboards, so liegen Asus und ECS mit 21 Millionen verkauften Platinen im vergangenen Jahr gleichauf. Gerade ersterer liegt damit aber deutlich hinter den eigenen Erwartungen und hat bereits angekündigt, seine Manager-Gehälter um 30 Prozent zu kürzen - ob weitere Maßnahmen folgen werden, ist unbekannt, allerdings liegt bei Asus nicht nur das Mainboard-Geschäft im Argen, selbst Verkaufsrenner wie der Asus EEE PC mussten federn lassen.
Dahinter reiht sich Gigabyte mit 19 Millionen verkauften Boards ein, die beinahe ihre Zielvorgabe, 20 Millionen verkaufte Bretter, erreicht hätten. An letzter Stelle rangiert folglich MSI, und zwar mit lediglich 16 Millionen verkauften Platinen. Die Zielvorgabe waren auch hier 20 Millionen.

Lu betrachtete im Gespräch mit Digitimes den Mainboard-Markt sehr nüchternd und analysierend. Er zog dabei nicht Partei für sein Unternehmen, sondern stellte die allgemeine, schwierige Situation dar.


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2 Kommentare

2.) N1truX 10.01.2009 - 14:59 Uhr
Ja für dich (direkt) vielleicht nicht, aber wie viele Gigabyte oder MSI Boards hast du schon bei HP, Dell und Mediamarkt gesehen? ;)
Und Foxconn stellt noch bedeutend mehr her. U.a. einen Teil der PS3, iPod, iPhone, RAM- bzw. PCIe Slots, Sockel usw. Auch bei den ganzen "I/O-Türmen" steht nicht selten "Foxconn" drauf ;-)
1.) dmo60 10.01.2009 - 14:50 Uhr
war mir irgendwie nicht so ganz klar, dass foxconn und ecs so weit vorne sind! also hier in europa spielen sie doch eher eine kleine rolle