Erste Reviews einer GTX 260 216 (55 nm)

NvidiaWeil führende Shops erst einmal ihre alten Lagerbestände verkaufen wollten, hatte Nvidias neue Geforce GTX 260 mit 216 Streamprozessoren einen schwierigen Start, doch mittlerweile sieht die Lage der Karte zunehmend rosiger aus. Man übertrumpft den gefürchteten Konkurrenten, namentlich Radeon HD 4870, nicht nur performancetechnisch, sondern bietet auch ein besseres Übertaktungspotenzial und PhysX - die höheren Anschaffungskosten machen der Geforce allerdings noch zu schaffen. Da mit dem Umstieg von 65 auf 55 nm die Produktionskosten um zirka 28 Prozent fallen, ist Nvidia mit dem neuen GT206 also auf dem richtigen Weg und wird wohl noch mehr Interessenten für sich gewinnen können.

Kühlervergleich: 65 nm vs. 55 nm

Die Kollegen vom englischen Expreview hatten nun erstmalig die Gelegenheit, die im 55-nm-Herstellungsprozess gefertigte Geforce GTX 260 ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. In diesem Test konzentrierte man sich allerdings nicht auf die Spieleleistung, die sich sowieso kaum vom 65-nm-Pendant unterscheiden sollte, sondern auf den Stromverbrauch und die Temperaturen. Im Testsystem werkelten ein Core 2 Quad Q6700 (3 GHz), ein Foxconn MARS, 2 GiB DDR2-1066 im Dual-Channel-Modus und als Grafiktreiber kam Version 180.84 Beta zum Einsatz.

Im Idle erhitzte sich die neue GTX 260 auf 44 Grad Celsius, während der Vorgänger mit 43 Grad Celsius marginal besser abschnitt. Unter Last vergrößert sich dieser Unterschied sogar noch auf 80 beziehungsweise 77 Grad Celsius. Der Grund für die überraschend höheren Temperaturen der neuen GTX 260 ist wahrscheinlich der Kühler, welcher mit weniger Kühlrippen auskommen muss.

In puncto Stromverbrauch gibt es überraschenderweise ein ähnliches Bild. Zwar verbraucht das Testsystem inklusive GT206 im Standby-Modus mit 106 Watt weniger Strom als der Vorgänger (111 Watt), aber unter Last 275 statt 265 Watt. Ein möglicher Erklärungsansatz wäre, dass das Vorserienmodell mit einer höheren Betriebsspannung (>= 1,12 V) betrieben wurde. Dass sich durch den Einsatz der 55-nm-Technologie nämlich Verbrauchsvorteile ergeben, ist unbestritten.

Des Weiteren wurde die neue GTX 260 bis zum Rande übertaktet. Selbst bei einem Chiptakt von 720 MHz, einem Shadertakt von 1552 MHz und einem Speichertakt von 1130 MHz war das Computerspielen ohne Pixelfehler möglich - ein akzeptables, wenn nicht überragendes Resultat.

Overclockingresultate einer GTX 260 (55 nm)

In einem anderen Review vom asiatischen Expreview ging man mehr auf die Performance ein. Hier kam ein Core i7 920 (3,6 GHz), ein Foxconn Bloodrage X58 und 3 GiB DDR3-1600 im Triple-Channel-Modus im Testsystem zum Einsatz. In 17 von 25 Benchmarks ist die neue GTX 260 schneller als eine HD 4870 - fasst man alle Diagramme zusammen, so erarbeitet sich die Geforce einen Vorsprung von stattlichen 4,5 Prozent.

Summa summarum bleibt ein etwas enttäuschender Vorab-Eindruck. Dass sich die Karte gegen die HD 4870 gut schlagen würde, war klar - die Taktraten wurden nicht angehoben, die Performance ließ sich auch mit einer GTX 260 216 in 65-nm-Bauweise nachstellen -, insbesondere in puncto Stromverbrauch und Übertaktung überwiegt jedoch die Enttäuschung. Hier hatte man die Hoffnungen in das neue Fertigungsverfahren gesteckt, wird aber nun offenbar enttäuscht.
Der messbar höhere Verbrauch unter Last lässt sich eigentlich nur über eine höhere Betriebsspannung erklären. Ist dies der Fall, so sind aber auch die Übertaktungsresultate eher durchwachsen zu bewerten. Die 720/1552/1130 MHz stellen ein eher durchschnittlich bis gutes Resultat einer typischen GTX 260 in 65 nm dar.

In den nächsten Tagen und Wochen werden weitere, unabhängige Reviews der GTX 260 216 im 55-nm-Verfahren online gehen. Wir sind optimistisch, dass sich der Ersteindruck noch etwas aufpolieren wird.
In den einschlägigen Preisdiensten ist die neue GTX 260 weiterhin nicht verfügbar. Der ein oder andere User wurde aber offenbar schon mit einer neuen GTX 260 versorgt.


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7 Kommentare

7.) KodeX 29.12.2008 - 03:00 Uhr
Die 55 nm GTX 260 ist ja auch nicht schneller als die 65 nm GTX 260.
6.) Cartman 28.12.2008 - 18:07 Uhr
Die 65nm GTX 260² ist schon oftmals schneller als die 4870. Vorallem die 260 Black Edition oder eben andere übertaktete Versionen.
5.) KodeX 28.12.2008 - 17:14 Uhr
In puncto Preisspanne hat AMD aber noch wesentlich mehr Luft nach unten. Einen Preiskrieg kann Nvidia gar nicht gewinnen. Die Performance, der Stromverbrauch und die Übertaktbarkeit müssen stimmen.
4.) CaptainCosmotic 28.12.2008 - 15:47 Uhr
Schade ich hätte mir ein besseres OC Ergebnis gewünscht. Ich hoffe, das Nvidia nun mit den Preisen runtergeht. unter 200€ sollten es schon sein um ATI eine ordentliche Konkurrenz zu bieten, was dem Kunden ja nur zu Gute kommt.
3.) eXEC 27.12.2008 - 17:22 Uhr
Die "neue" ist genauso schnell wie die alte, nur sie wird billiger in der Herstellung sein und sollte eigentlich weniger Strom verbrauchen.
Nicht mehr und nicht weniger ist das
2.) KodeX 27.12.2008 - 16:15 Uhr
4,5 % sind mehr als man denkt. Bei einem solchen Schnitt kann man schon gar nicht mehr sagen, dass sich beide Grafikkarten auf dem selben Niveau bewegen.

In einem Benchmark mögen 4,5 % nicht viel sein, aber bei insgesamt 25 Benchmarks ist das schon eine ganze Menge.
1.) w0mbat 27.12.2008 - 16:13 Uhr
4,5% sind nichts, dass sind je nach Spiel 2-5 FPS zumal die Radeon DX10.1 und den UVD 2.0 hat.