Nvidia Graphics Plus: 3D-Brille und PhysX

NvidiaWie die deutsche Hardware-Seite Planet3DNow! berichtet, tourt Nvidia momentan durch Europa. Das Programm, das man dabei in den Händen hält, heißt Graphics Plus (Deutsch: mehr als nur Grafik) und beinhaltet zum einen die kabellose 3D-Brille und zum anderen dediziertes PhysX.
Worte, die während der Audienzen immer wieder fallen, lauten GPGPU und CUDA - doch wozu die ganze Aktion?

Seit der achten Geforce-Generation - der ersten Unified-Shader-Architektur - kann eine Nvidia-Grafikkarte mehr als nur Pixel auf den Bildschirm erzeugen. Die starren Pixel- und Vertex-Shader wurden zusammengefasst zu skalaren, unabhängigen In-Order-Recheneinheiten, die zwar nur simple MADD- und MUL-Anweisungen durchführen können, durch ihre Vielzahl (G80: 128; GT200: 240+30) jedoch in simplen, massiv parallelen Anwendungen punkten können und den mächtigen Hauptprozessor in den Schatten stellen können.

Ob Bilder- oder Videoverarbeitung, Passwortver- und entschlüsslung oder Physik-Effekte - alles plötzlich kein Problem mehr für die modernen Unified-Shader-Grafikkarten.
Nvidias Zauberworte in dieser neuen Welt, der GPGPU (General Purpose GPU), hören dabei auf die Namen CUDA und PhysX. Während erstere die eigene, in C-geschriebene Programmiersprache ist, die es Entwicklern ermöglicht, eben genannte Anwendungen einer Nvidia-Grafikkarte zu übertragen, ist PhysX die Nvidia-Physik-API, die auf Ageias Technologie fusst.

Bei der Graphics-Plus-Tour geht es Nvidia darum, Grafikkartenbesitzer einer Geforce 8-, 9- oder GTX-Karte zu sensibilisieren, dass sie in ihrem Gehäuse einen Chip haben, der weit mehr kann, als nur die neusten Games darzustellen.
Auch soll die Aktion Nvidia-Käufer dazu anhalten, ihre "alte", CUDA-fähige Grafikkarte nicht gleich zu verkaufen, wenn sie sich eine neue anschaffen wollen. Denn: Die "alte" Karte kann problemlos in den zweiten PCI-Express-Slot gesetzt werden - ob das Mainboard Crossfire oder SLI unterstützt, ist dabei sekundär - und dann PhysX-Effekte in Spielen übernehmen. Man spricht vom dedizierten PhysX.

Ebenfalls im Graphics-Plus-Programm fest verankert ist die Präsentation der kabellosen 3D-Brille, die ab dem 8. Januar 2009 - passend zur Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas - zu einem Preis von 199 US-Dollar erwerbbar sein soll. Wie der Name bereits suggeriert, soll sie dem Betrachter 3D-Feeling in Spielen vermitteln.
Prinzipiell soll jedes DirectX 9- oder 10-Game mit der Brille in drei Dimensionen darstellbar sein, jedoch wird neben der Brille - und natürlich einer Geforce-Grafikkarte - auch ein Monitor mit nativen 120 Hertz vorausgesetzt. Dies lässt sich wie folgt erklären: Es wird abwechselnd das linke und rechte Auge angesteuert - dadurch halbiert sich die Hertzfrequenz auf 60, was gerade noch als erträglich bzw. flüssig empfunden wird.

Planet3DNow!, die offenbar vorab die Gelegenheit hatten, sich die Technik vorführen zu lassen, zeigten sich beeindruckend vom Effekt. Konkret konnten sie dabei einen Eindruck in den Spielen Left 4 Dead, Spore und World of Warcraft gewinnen.

Bis auf die 3D-Brille kann Konkurrent AMD - dies sei der vollständigkeitshalber festgehalten - mit ähnlichen Technologien punkten. Der Wechsel auf die Unified-Shader-Architektur hat hier mit der HD-2000-Reihe stattgefunden.
Das Pendant zu CUDA heißt beispielsweise Stream, ist allerdings erst wenige Tage - mit der Onlinepublikation des Catalyst 8.12 - nutzbar. Mit OpenCL und DirectX 11 (Compute Shaders) rollen aber auch schon die ersten, herstellerübergreifenden GPGPU-APIs in den Markt.
PhysX wird von Havok, der inzwischen Intel-eingekauften Physik-Technologie, abgedeckt, wobei die Spieleunterstützung hierzu sehr dürftig ausfällt.


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