AMD-Prozessor-Roadmap bis 2011 aufgetaucht

AMDAnlässlich des heute tagenden AMD Analyst Day hat AMD auch eine aktualisierte Prozessor-Roadmap an die Öffentlichkeit gegeben. Diese stellt den Verlauf der Desktop- und Mobilprozessoren bis ins Jahr 2011 dar, so dass auch eine Reihe von neuen Codenamen dabei sind.

Auffällig ist, dass AMD bis Roadmapende Prozessoren mit maximal vier Kernen anbieten wird. Nachdem der Sprung von 2 auf 4 Kerne relativ rasch von Statten ging, scheint es bis zur nächsten Kernaufrüstung - zumindest im Desktop-Segment, der Sechs-Kerner Istanbul soll noch in dieser Dekade planmäßig kommen - noch ein paar Jahre zu dauern, falls man bis dahin nicht sogar ein komplett neues Konzept auf die Beine gestellt hat.

Der Roadmap ist zu entnehmen, dass die Jahre 2009 und 2010 im Desktop-Segment von Deneb und Propus dominiert werden sollen. Beide werden voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in den Markt eintreten und wie der heute vorgestellte Shanghai-Prozessor im modernen 45 nm-Verfahren gefertigt sein. Während die Quad-Core-CPU Deneb einen auf 6 MiB erweiterten L3-Cache besitzen wird, wird der ebenfalls vierkernige Propus mit lediglich 2 MiB ausgestattet sein - so will AMD Enthusiast Desktop von Mainstream Desktop abgrenzen.

AMD Desktop- und Mobilroadmap: 2008-2011

2011 wird dann im Zeichen der neuen Bulldozer-Architektur, die von vornherein im 32 nm-Prozess gefertigt werden soll, stehen. Erstmals tauchten auf der AMD-Roadmap nun die Codenamen Orochi und Llano auf. Beide werden Quad-Core-Prozessoren mit DDR3-Unterstützung sein. Weil Orochi die High-End-CPU im AMD-Portfolio werden soll, wird er auch auf eine integrierte Grafiklösung - anders als Llano - gänzlich verzichten. Die Cache-Größe fällt unterdessen mit 8 statt 4 MiB doppelt so hoch aus wie bei Llano.

Im Mobilsegment wird es bis 2010 gleich zwei Neulinge auf K10-Basis geben. Deren Codenamen lauten Caspian und Champlain. Ersterer ist ein Dual-Core-Prozessor mit DDR2-Unterstützung und soll im Jahr 2009 auf Marktanteil-Jagd gehen. Mit Champlain wird dann 2010 der erste, mobile AMD-Quad-Core-Prozessor erscheinen - immer noch im 45 nm-Prozess. Bei dieser Gelegenheit wird darüber hinaus der Wechsel von DDR2- auf DDR3-Speicher vollzogen.
Für 2011 steht auch dann im Mobilsegment der Wechsel auf eine neue Architektur im 32 nm-Prozess an. Offenbar greift man hierzu ebenfalls auf die auch im Desktop-Segment zum Einsatz kommende Llano-CPU zurück, die wie schon erwähnt Besitzer einer integrierten Grafiklösung ist.

Für den ultramobilen Bereich plant AMD interessanterweise fürs kommende Jahr erstmals eine eigene CPU: Conesus soll diese heißen und vermutlich Intels Atom einheizen. Interessant ist, dass der Zweikerner, welcher auch nur mit beschnittenen 1 MiB Cache an den Start gehen wird, dabei noch im 65 nm-Verfahren gefertigt werden soll.
Geneva heißt dann 2010 der Nachfolger Conesus'. Zwar wird diese Mini-CPU weiterhin "nur" zwei Kerne besitzen, dafür ist allerdings der Cache-Ausbau mit 2 MiB doppelt so groß und DDR3-Unterstützung mit an Bord.
Auf Bulldozer-Basis wird dann 2011 mit Ontario eine weitere AMD-CPU folgen, die Inhaber einer integrierten Grafiklösung ist. Anders als Llano werden es hier jedoch nur zwei statt vier Kerne sein. Auch die Cachegröße wird wieder auf 1 MiB begrenzt sein. Der Einsatz der 32 nm-Fertigungstechnologie sowie DDR3-Unterstützung sollen dagegen wieder präsent sein.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 14.11.2008 - 13:38 Uhr
So gesehen ja, wobei logischerweise zur Inbetriebnahme von DDR3 auch ein neuer Sockel/Mainboard erforderlich wird.
1.) Cartman 14.11.2008 - 13:36 Uhr
Der Nehalem unterstützt doch nur DDR3 oder? Bzw. die Mainboards für den Nehalem. Der Deneb aber auch DDR 2 und 3. Klarer Punkt für AMD, oder nicht?