Intel Core i7 in Spielen zweischneidiges Schwert

IntelMorgen vor einer Woche hat Intel den Core i7 offiziell vorgestellt. Nach den aus allen Ecken und Kanten ausufernden Launch-Artikeln sowie den ersten Nachtests gibt es einige, weiterführende Erklärungen zum Verhalten des Core i7 nachzureichen. Im Speziellen ist hier das Verhalten des Nehalem-Prozessors in Spielen gemeint. Nachdem die ersten Launch-Artikel online gingen, gab es nämlich diesbezüglich große Ernüchterung. Zwar konnte der Core i7 in theoretischen Tests sowie Office- und Multimedia-Applikationen stark auftrumpfen, in Spielen kam man aber längst nicht mehr an die Performance der letzten Core 2 Quad-Prozessoren heran.

Wir bilanzierten, dass Nehalem in Spielen bei selber Taktfrequenz bis zu 20 Prozent langsamer rechnet als Penryn und hielten fest, dass insgesamt die Spiele-Performance eines Core 2 Duo E8500 (2x 3,16 GHz) oder Core 2 Quad Q9450 (4x 2,66 GHz) höher ausfällt als die des Core i7 965 XE (4x 3,20 GHz), Intels jüngstem Flaggschiff.
Was mehr oder minder unterging, war, dass fast alle großen und bis dato aussagekräftigen deutschen Hardware-Seiten (ComputerBase, Hartware, PC-Welt) mit mehr oder minder in die Jahre gegangenen Grafikkarten ala 8800 GTS/9800 GTX testeten. Ein wie sich jetzt herausstellt nicht unwichtiges Detail.

Im Laufe der nächsten Tage bzw. dem intensiven Auseinandersetzen mit mehreren Tests stellte sich heraus, dass Nehalem in Spielen deutlich schneller rechnet als Penryn, wenn Grafikkarten vom Schlage einer GTX 280 zum Einsatz kommen. Besonders deutlich wurde, dass in Nehalem eigentlich doch mehr Potential steckt, als man die Nachtests auf ComputerBase und Guru3D mit Multi-GPU-Konfigurationen (SLI, 3-Way-SLI, Crossfire, CrossfireX) las.
In Ausnahmefällen wie Far Cry 2 rechnete hier Nehalem satte 40 Prozent schneller als ein gleichgetakteter Penryn-Prozessor. Im Schnitt, diagnostiziert in über 10 Spieletiteln, sind es immerhin mehr als 10 Prozent!

Eine Erklärung für diese Auffälligkeit zu geben, fällt schwer. Denn auch wenn man argumentieren kann, dass die Spiele bei einer leistungsschwächeren Grafikkarte ggf. CPU-limitiert waren, so sollte der Nehalem-Prozessor doch dann mindestens die Performance aufbieten, die Penryn, der schließlich dann ebenso unter einem CPU-Limit leidet, leistet.
Jedenfalls gilt es festzuhalten, dass die im Vorfeld getätigten Aussagen und später auch durch die Launch-Tests "besiegelten", dass Nehalem doch eigentlich nur in Bezug auf parallelisierte Anwendungen, wie sie im Server-Segment zuhäuf vorkommen, ein Fortschritt ist, so nicht ganz richtig sind. Ist GPU-Power vorhanden, so blüht Nehalem auf und kann Penryn auf die Plätze verweisen.

Folgend eine Reihe von Artikeln, die uns als Grundlage zum Schreiben dieses Artikels geholfen haben:


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12 Kommentare

12.) KonKorT 12.11.2008 - 17:03 Uhr
Bis auf den Core i7 965 XE sind bereits alle erhältlich, siehe Geizhals
11.) KiTT 12.11.2008 - 01:12 Uhr
Weis jemand, wann der im Laden erhältlich sein wird? Bin eben nicht up to date!
10.) Weiser 10.11.2008 - 16:48 Uhr
Core i7 lohnt sich für Besitzer einer Core 2 CPU (Penryn oder älter) meiner Meinung nach erst richtig, wenn Intel auf 32nm geshrinkt hat (Q3/Q4/2009), das heißt dann Westmere und bringt wahrscheinlich eine Verdopplung des L2-Caches (dann 1/2 MB pro Kern -> gut für Spiele!!!) und eine Erweiterung (und verbesserte Anbindung?) des L3-Caches von 8 auf 10 MB mit sich (+ diverse Verbesserungen...). Dann gibts auch stärkere Grafikkarten (GT 212/GT 300 bzw. RV870/RV970), mit denen der Prozessor besser skalieren kann.
9.) f1delity 10.11.2008 - 12:34 Uhr
Leicht verwirrt, sorry.

Zur Zeit ist i7 im P/L-Verhältnis zu Penryn nicht konkurrenzfähig.

Wenn neuere Games mal mehr auf Parallelisierung programmiert würden, würden sicherlich auch wieder Penryn Quads einen gewissen Schub bekommen, mal schauen was so kommt.

Fazit von Computerbase:
Quote:
Unser Fazit zum Intel Core i7 ändert sich selbst bei einer immensen GPU-Leistung nur bedingt gegenüber dem Launch-Artikel. In Spielen kann sich der Nehalem bei gleicher Taktfrequenz aktuell nur in ganz wenigen Ausnahmen spürbar von dem Core 2 Quad absetzen. Und das meist auch nur dann, wenn die Frameraten ohnehin auf einem so hohen Niveau sind, dass man als Kunde davon schlichtweg nichts merkt. Darüber hinaus kann man nur vermuten, welche Vorteile allein das Mainboard mit dem neuen X58-Chipsatz auf seine Kappe nimmt, so dass die theoretisch reine Mehrleistung des Core i7 gegenüber dem Core 2 Quad noch weiter zusammenschrumpfen könnte. Solange nur gespielt werden soll, kann demnach jeder Besitzer eines Quad-Core-Prozessors der Penryn-Generation weiterhin ohne Einbußen bei diesem bleiben.
8.) KonKorT 10.11.2008 - 11:48 Uhr
@ f1delity

Irgendwie hast auch Du meine News nicht gelesen. :(

In dieser wird schon ausführlich auf den CB-Test eingegangen; ist auch am Ende listenartig verlinkt. Und in dem Test, wo CB die Multi-GPU-Konfigurationen getestet hat, ist der Nehalem als klarer Sieger hervorgegangen. Im Durchschnitt waren drei GTX 280-Karten auf einem Core i7 965 XE bis zu 11 Prozent schneller als drei GTX 280-Karten auf einem Core 2 Extreme QX9770.
7.) f1delity 10.11.2008 - 08:27 Uhr
Auf Computerbase ist heute so ein Test, Nehalem GTX280 bis TriSLI und HD4870 1GB bis CrossfireX.

Alles in allem nicht so schnell wie Penryn, wird auch im Fazit genannt. Mal schauen ob sich das bei neueren Games ändert.
6.) Weiser 09.11.2008 - 21:23 Uhr
@ Konkort
Vor zwei oder drei Tagenn brachte PCGamesHardware.de einen in die gleiche Richtung gehenden Artikel auf ihre Homepage und im Aktuellen Heft von PC Games Hardware steht ähnliches. Ich war von eurer News ziemlich verwirrt! Nehalem scheint doch überall besser zu sein und auch das OC-Potenzial soll gewaltig sein (schon beim Core i7 920!)

(Übrigens finde ich den Ausdruck "in die Jahre gekommen" für die 8800GTS/9800GTX(+)
nicht passend. Klingt so als gäbe es die Karten schon seit Jahren und sie wären erst jetzt überholt worden (Das hätte man bei der 8800 GTX schreiben können, als die 9800GX2 kam), aber die 9800GTX gibts erst seit nem 3/4 Jahr. Die Karten sind einfach kurzlebig gewesen (weil G92 eigentlich kein High-End-Chip war). Im Computersegment ist es sowieso gefährlich von Jahren zu sprechen...;:)
5.) KonKorT 09.11.2008 - 20:29 Uhr
KodeX:
Ich halte das für sehr fragwürdig. Das wäre erst einmal total sinnlos. Außerdem wäre ein Nehalem dann ziemlich schlecht zum Benchen, da die CPU Leistung mit besseren Grafikkarten exponentiell steigen würde... für mich ist das noch nicht in Stein gemeißelt...


Völlig richtig. Erklärungsansätze habe ich auch keine, aber wirklich alle - und ich meine alle! - Artikel, die ich zu Nehalem bisher gesehen habe, zeigen eben genau das Verhalten auf.
Komischerweise ist das aber bisher noch keinem so richtig aufgefallen...
4.) (th) 09.11.2008 - 19:55 Uhr
Dann ist der Nehalem doch nicht so uninteressant fuer mich, naechstes Jahr wird meine Graka wohl auf diesem Niveau sein. Mal gucken was Deneb zu sagen hat...
3.) KodeX 09.11.2008 - 19:24 Uhr
Ich halte das für sehr fragwürdig. Das wäre erst einmal total sinnlos. Außerdem wäre ein Nehalem dann ziemlich schlecht zum Benchen, da die CPU Leistung mit besseren Grafikkarten exponentiell steigen würde... für mich ist das noch nicht in Stein gemeißelt...
2.) KonKorT 09.11.2008 - 15:37 Uhr
Nein, genau das kann man eben nicht festhalten^^

Bitte noch mal die News durchlesen. ;)
1.) CaptainCosmotic 09.11.2008 - 15:35 Uhr
Also kann man wieterhin festhalten, der E8600 bleibt insgesamt der schnellste Spieleprozessor, wenn man die gesamte Bandbreite aller Spiele anschaut. Zudem das beste OC Potenzial. Ich hoffe ja das AMD bald ein Großer Wurf gelingt, bei dem die Prozessoren zumindest im Spielebereich an die Core 2 Duo herankommen. Wenn das der Fall ist gibt es endlich bessere Preise und Intel gerät mal unter Druck.