Intel Core i7 920, 940 und 965 XE offiziell

IntelAm heutigen Montag, und damit etwas früher als ursprünglich angedacht, hat Intel die Core i7-Prozessoren 920, 940 und 965 Extreme Edition offiziell vorgestellt. Diese basieren auf der neu entwickelten Nehalem-Architektur, die die Nachfolge der Core-Architektur antreten soll. Unter der Überschrift Intel Nehalem-Architektur haben wir bereits vor wenigen Wochen die Architektur-Neuerungen ausführlich vorgestellt. Die wichtigsten Schlagworte lauten wie folgt und sind im Bericht gut recherchiert nachzulesen:

  • QuickPath Interconnect
  • L2/L3-Cache
  • Simultaneous Multi-Threading (SMT)
  • SSE4.2
  • neue Stromspartechniken
  • Turbo Mode


Pünktlich zum Launch sind auch eine Reihe von Tests zu den neuen Intel-Vertretern online gegangen, die das im Vorfeld erwartungsvolle Bild nur bedingt erfüllen konnten und sich mit der Realität konfrontiert sehen mussten, dass Nehalem kein zweiter Conroe ist und der Performancevorteil wie seinerzeit auf die Netburst-Architektur längst nicht gegeben ist.

Im Vergleich zu den laufenden Core 2-Prozessoren ist die Performance zwiespältig zu betrachten: In theoretischen Tests sowie Office- und Multimedia-Applikationen kann der Core i7 stark auftrumpfen. Das native Quad-Core-Gerüst mit SMT-Technologie, die schnelle Anbindung zum Speicher sowie die neue Cache-Struktur mit einem L3-Cache greifen hier wunderbar ineinander und verweisen einen gleichgetakteten Core 2-Prozessor gut und gerne mit weit über 20 Prozent auf die Plätze. Besonders starke Performancevorteile zeigen sich bei speicherlastigen Anwendungen wie WinRar, wo der Core i7 den Core 2 mit über 90 Prozent an Mehrgeschwindigkeit förmlich davonfliegt. Die theoretische Speicherbandbreite ist 3- (DDR3-1600) bzw. 2-mal (DDR3-1066) so hoch.

. Core i7 920 Core i7 940 Core i7 EE 965
Fertigung 45 nm 45 nm 45 nm
Transistoren 731 Mio. 731 Mio. 731 Mio.
Sockel LGA1366 LGA1366 LGA1366
Threading 4 Kerne, 8 Threads 4 Kerne, 8 Threads 4 Kerne, 8 Threads
Kerntakt 2,66 GHz 2,93 GHz 3,2 GHz
L2-Cache 4x 256 KiB 4x 256 KiB 4x 256 KiB
L3-Cache 8 MiB 8 MiB 8 MiB
QPI 4,8 GT/s 4,8 GT/s 6,4 GT/s
Speichercontroller DDR3-1066, Triple DDR3-1066, Triple DDR3-1600, Triple
TDP 130 W 130 W 130 W
Preis $284 $562 $999


Dieser beeindruckenden Performance in theoretischen Tests sowie Office- und Multimedia-Applikationen steht eine eher magere Spieleleistung gegenüber, die zur Überraschung vieler deutlich unter der eines gleichgetakteten Core 2-Prozessors liegt. Rund 20 Prozent läuft ein Core i7-Prozessor bei selber Taktfrequenz einem ebenfalls vierkernig bestückten Core 2 hinterher. Selbst im Vergleich zu einem Core 2 Duo trüben in etwa 5 Prozent das Bild, weswegen beispielsweise der Core 2 Duo E8500 mit 3,16 GHz Taktfrequenz durchschnittlich auch mehr Frames in Spielen erreicht als der Core i7 XE 965 (3,2 GHz), der preislich in etwa mit einem dreimal so hohen Preis einschlägt.

Ebenfalls Minuspunkte erntet der neue Intel-Prozessor in puncto Stromverbrauch. Sogar der Core i7 920 benötigt schon mehr Energie als der QX9770 - und das sowohl im Idle als auch unter Last!
Durch die höhere Leistungsaufnahme ergibt sich auch mittelfristig eine höhere Temperatur. Mit dem Intel-Boxed-Kühler wurden bei der Extreme Edition über 70°C gemessen. Diese sind zwar nicht besorgniserregend, weiß Gott aber auch nicht so unbedenklich wie die der Core 2 Quad-Prozessoren.

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Ohne Wenn und Aber hat Intel mit Nehalem erneut eine klasse CPU hervorgebracht. Anders als noch beim Core 2 lassen sich allerdings auch klare Schwächen ausmachen, wenngleich diese nur dadurch resultieren, dass der Core 2 einfach unheimlich stark vorgelegt hat. Im Vergleich zur Konkurrenz ergibt sich immer noch ein recht sorgenfreies Gesamtbild.
Während der Core 2 seinerzeit für den gesamten Markt konzipiert wurde, merkt man doch beim Nehalem stark, dass das Augenmerk hierbei auf eine schnelle Server-CPU lag. Durch das QuickPatch Interconnect trennt man sich nun endgültig vom FSB und bietet dem Käufer ein schnelles, serielles Interface an, das Bandbreitensorgen im Keim ersticken lässt und somit nicht nur eine schnelle Vernetzung zum Speicher ermöglicht, sondern - im Server-Segment - auch zu mehreren Prozessoren. Das Aufbereiten von Hyperthreading sowie die neue Cache-Struktur mit L3-Cache sind weitere Verbesserungen, die im Server-Segment erfolgsversprechend sind.

Intel Core i7-Prozessor

Für den Mobil- und auch Desktop-Anwender bleibt Nehalem dagegen eher ein schwieriges Kind. Die Optimierungen (SMT, QuickPath) greifen hier weniger, die neue Cache-Struktur mit höheren Latenzen lahmt sogar, was sich insbesondere in Spielen zeigt. Zu allem Überfluss ist auch beim Stromverbrauch keine positive Entwicklung zu erkennen, sondern sogar eher ein leichter Rückwärtstrend.
In der Summe ist der Prozessor damit für diese Marktsektoren (vorerst) weniger interessant. Ein aktueller Core 2-Prozessor tut es hier mindestens noch genauso gut, oftmals sogar besser. Vielleicht ändert sich dies in der Zukunft, wenn vermehrt Multi-Threading-Fähigkeiten gefragt sind. Diese gehören nämlich wiederum zu den großen Stärken des Core i7.

Bis dato sind die drei Prozessoren nur gelistet (ab 308, 577, 1163 Euro). Verfügbarkeit stellt sich vermutlich erst zum ursprünglichen Launchzeitpunkt Mitte/Ende November ein.


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17 Kommentare

17.) KonKorT 06.11.2008 - 15:52 Uhr
Danke für die Hinweise! Ist korrigiert.

Ja, bezüglich Nehalem hattest Du von vornherein einen guten Riecher. Du solltest Analyst werden. ;)
16.) Phenocore 05.11.2008 - 17:23 Uhr
Ich weiß ja nicht, wie oft ich das sagen muss, aber die Speicherbandreite des Core i7 hat nichts mit dem QPI zu tun. Der Speichercontroller in der CPU kommunitiert direkt mit dem Speicher, so dass sich die Speicherbandreite aus Speichergeschwindigkeit und Anbindung (Dual-Channel oder Triple-Chanel) ergibt. Über QPI wird bloß die Northbridge angeschlossen und damit auch alles was an die Northbridge angeschlossen ist.

Und was soll das ganze mit dem Speichercontroller bei verbrauchswerten? Wenn das gesamte Testsystem getestet wird, wie das bei CB der Fall ist, dann wird in beiden Fällen der Speichercontroller mitvermessen, egal ob der nun in der Northbridge oder in der CPU liegt, weswegen die Werte 1 zu 1 verglichen werden können, egal wo der Speichercontroller sitzt. Der Core i7 verbraucht mehr.

PS: Ich habs ja schon von Anfang an gesagt, dass der Core i7 in Single-Threaded Anwendungen wie etwa Spiele, die eher vom schnellen L2-Cache profitieren, keine Vorteile bringen wird, aber auf mich hört ja eh nie einer :-/
15.) KodeX 04.11.2008 - 08:21 Uhr
Ich bin schon optimistisch was die Rohleistung von Deneb angeht. Immerhin handelt es sich um einen Phenom mit der dreifachen Menge an L3-Cache, einer vorerst 15 % höheren Taktfrequen und einem geringeren Stromverbrauch. Ich denke schon, dass sich das Top-Modell mit 3 GHz auf Q9650-Niveau bewegen wird und vielleicht eine gute Alternative zu den Intel-CPUs sein wird - vielleicht sogar ein echter Konkurrent für den Core i7 920.
14.) (th) 04.11.2008 - 01:48 Uhr
Alle hoffen auf Deneb wie damals alle auf Phenom gehofft haben. Ich bin mittlerweile ziemlich pessimistisch.
13.) Cartman 03.11.2008 - 21:57 Uhr
@ Kodex: Wie gesagt, abwarten und staunen. ;)
12.) Duplex 03.11.2008 - 21:10 Uhr
selbst wen dann kaufen gamer Havendale oder lynfield , wen die auch schlecht sind bleiben die bei Penryn

Intel hat ne bessere marketing strategie als AMD die werden net pleite gehn^^
11.) KodeX 03.11.2008 - 21:08 Uhr
Selbst In Zeiten des Netburst hat Intel genug verkauft. Die werden keine großen Probleme bekommen, egal wie schnell Deneb wird. Und zur Not dreht Intel an der Taktschraube, denn bei den hauseigenen Prozessoren ist da noch eine ganze Menge drin. Aber wer weiß, vielleicht hast du ja auch Recht und Deneb bewirkt wahre Wunder. Der einzige leistungstragende Unterschied zu Agena ist jedoch nur der Third Level Cache, der von 2 auf 6 MiB angehoben sein wird. Meiner Meinung nach, wir das nicht reichen um ein besseres Pro/Takt-Verhältnis als Penryn zu bekommen.
10.) Cartman 03.11.2008 - 20:59 Uhr
@KodeX: Abwarten. Aber was ist wenn? Was wird Intel dann machen, oder meinst du, die verkaufen gut genug?
9.) KodeX 03.11.2008 - 20:52 Uhr
@ Cartman: So krass würde ich das jetzt mal nicht ausdrücken. Mit Nehalem hat man immerhin die Schwachstelle des Penryn, sprich der Einsatz in Servern, ausgemerzt. Ich glaube auch nicht, dass Deneb in Spielen schneller wird als Penryn.
8.) Cartman 03.11.2008 - 20:16 Uhr
Wenn AMD mit dem "Deneb" eine besser Spieleleistung hinbekommt würde ich sagen, Intel....Failed !
7.) KodeX 03.11.2008 - 19:24 Uhr
Also mir sieht das nach einer Software-messung aus. Darauf würde ich nicht bauen. Ich denke nicht, dass Computerbase solch' falsche Werte veröffentlicht.

Außerdem sind die Werte von Hartware.net ähnlich.
6.) KonKorT 03.11.2008 - 19:20 Uhr
Kann zwar nicht sagen, was jetzt richtig und falsch ist, hier kommt man aber zu komplett anderen Verbrauchswerten, nämlich sehr gute für den Core i7!

http://ht4u.net/reviews/2008/intel_nehalem_core_i7/index30.php
5.) KodeX 03.11.2008 - 19:08 Uhr
Das waren aber 1,7 Volt und nicht 2 Volt. Ich glaube nicht, dass das ein Fake war.
4.) Duplex 03.11.2008 - 18:55 Uhr
ich würde wen beim umsteigen eh erst aufn X68/möglcihe Nvidia chipsätze nehmen

der X58 scheint mir noch bisle unausgereift und die CPUs auch ( siehe vollbestückung ... )

und wer häts gedacht ! die 2V vom letzten OC ergebniss wo hier war waren nen Fake
3.) KodeX 03.11.2008 - 18:39 Uhr
Ich würde mich auch wieder für einen Penryn entscheiden. Selbst der Core i7 920 besitzt für mich ein schlechteres Preisleistungsverhältnis als ein Core 2 Quad Q9550, der in Spielen wesentlich schneller ist. Zieht man von den Computerbase-Benchmarks die gnazen "falschen" synthetischen Benchmarks ab, so ist Nehalem meiner Mainung nach nun wirklich nicht mehr sein Geld wert, aber das ist auch wieder ansichtssache.
Wer spielen möchte kauft sich einen Penryn und wer einen Office-Rechner haben möchte gibt wohl kaum das Geld für einen Core i7 aus.
2.) Duplex 03.11.2008 - 18:26 Uhr
also der prozessor hat mich ein wenig enttäuscht

in spielen ist er langsammer als nen E8500 und die abnormalen temps von 90° OC und der imense stromverbrauch...

ich glaub die mit nen Q9xxx sind noch besser bedient
1.) (th) 03.11.2008 - 17:24 Uhr
So ein hoher Stromverbrauch trotz neuer Techniken... schade. Und leider bin ich Gamer. Nix fuer mich.
Und leider auch hohe Temperatur. http://www.computerbase.de/artikel/hard ... temperatur
Erinnert mich an Pentium D.