AMD Phenom 20xx0 auf Sockel AM2, AM2+, AM3?

AMDKurz vor der Vorstellung der ersten AMD 45 nm-Phenoms, die offenbar als Phenom X4 20x50 vermarktet werden sollen, sammeln sich die Fragen an, ob die neuen Boliden auch anstandslos ihren Dienst auf Sockel AM2-Platinen verrichten werden. In den Roadmaps werden sie nämlich wie alle Phenom-Prozessoren mit Sockel AM2+-Unterstützung gekennzeichnet. Und: Wie sieht es mit den darauffolgenden AM3-Prozessoren im 45 nm-Prozess aus, die gerüchteweise im Frühjahr kommenden Jahres aufschlagen. Wird hier ein inzwischen doch betagtes Sockel AM2-Board genügen?

Prinzipiell sind schon einmal alle drei Sockel untereinander Pin-kompatibel. Auch kann der im Prozessor sitzende Speichercontroller sowohl mit DDR2- als auch mit DDR3-Speicher walten, so dass sich auch an dieser Stelle keine Probleme ergeben sollten. Und trotzdem haben die Kollegen von Overclockers nach intensivem Durchwühlen der Fakten ein Haar in der Suppe ausmachen können, das die Brühe ungenießbar machen könnte.

Den AMD-Designrichtlinien zu den kommenden AM2+-Prozessoren im 45 nm-Prozess lässt sich nämlich entnehmen, dass Boards mit Split Power Planes vorgeschrieben sind. Bei Split Power Planes handelt es sich vereinfacht gesagt um eine zusätzliche Stromversorgung für die CPU. Seit dem Sockel AM2+ gehört dieses Zusatzelement zum Standardrepertoire; AM2-Platinen bringen Split Power Planes jedoch ausnahmslos nicht mit und dürften somit theoretisch die ersten AMD 45 nm-Prozessoren für den Sockel AM2 nicht unterstützen.

Pikant ist, dass eben jenes Element aber nicht mehr verpflichtend für die Sockel AM3-Prozessoren im 45 nm-Verfahren ist. Dies stößt auf und regt zum Nachdenken an: Handelt es sich möglicherweise nur um eine Empfehlung AMDs, die man erfüllen sollte, aber nicht muss? Auf der anderen Seite kann man allerdings argumentieren, dass es nach derzeitigem Kenntnisstand sowieso nur insgesamt zwei Sockel AM2+-basierende Phenom 45 nm-Prozessoren geben wird, nämlich Phenom X4 20350 (2,8 GHz) und 20550 (3,0 GHz), und dass deren Halbwertszeit durch den zügigen Wechsel auf die Sockel AM3-Plattform verschwindend gering ist.

AMD hat zur Problematik noch nicht Stellung bezogen. Somit bleibt es vorerst ungewiss, ob die ersten beiden 45 nm-Phenoms, die zur Jahreswende kommen sollen, auf AM2-Platinen betrieben werden können. Die darauffolgenden AM3-Prozessoren im 45 nm-Prozess scheinen dagegen sicher auch von betagteren AM2-Boards unterstützt zu werden, womit AMD sein einst gegebenes Versprechen einhalten würde, die nächsten Jahre dem Kunden im Desktopsektor volle Abwärtskompatiblität zu gewährleisten.


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