Intel Core i7: DDR3-Support und dessen Tücken

IntelDie Ende des Jahres unter dem Namen Core i7 aufschlagenden Bloomfield-Prozessoren werden die Ersten in der Intel-Ära sein, die mit einem integrierten Speichercontroller aufwarten. Prinzipiell öffnet dies Intel Tor und Tür für schnellen Speicher. Durch den FSB war man bislang gefangen; selbst der zuletzt bei den Extreme Editions eingeführte FSB1600 limitierte, sobald schnellerer Speicher als DDR2-800 (Dual-Channel) eingesetzt wurde. Dennoch forcierte man mit den jüngsten FSB1333- und FSB1600-Prozessoren/Chipsätzen DDR3. Man bereitete den neuen Speichertyp vor, der eine tragende Rolle in der neuen Intel-Architektur einnehmen sollte. Doch plötzlich ist in Berichten zu lesen, dass Intels Core i7 bei DDR3-1066 "dicht" macht.

Passend dazu bringen nun die Kollegen von Nordichardware etwas Licht ins Dunkel. Wie sie berichten, ist es immer noch nicht entschiedende Sache, ob die Bloomfield-Prozessoren und -Chipsätze für DDR3-1066 oder DDR3-1333 spezifiert sein werden. Offenbar will Intel dies kurzfristig entscheiden, weil es - so paradox es klingen mag - nicht (mehr) in ihrer Hand liegt, sondern in der der Speicherhersteller. Die Problematik ist nämlich die Folgende:

Intels Core i7-Prozessoren finden unerwartet früh den Tod, wenn eine hohe Speicherspannung angelegt ist. Die zuletzt von Fudzilla verbreiteten 1,65 Volt, die den Nehalem bereits schrottreif machen sollten, seien nach Ansicht von Nordichardware zwar maßlos übertrieben gewesen, dennoch scheint es eine gewisse Anfälligkeit zu geben, die nach ihren Quellen zufolge bei mehr als 2 Volt zum Tod der CPU führt. Die Grenze setzt der Prozessorfertiger offenbar selbst bei 1,7 bis 1,8 Volt.

Theoretisch ist DDR3 mit 1,5 Volt in den Spezifikationen festgehalten. Doch die Speicherhersteller halten sich nicht daran, um zu immer neuen Taktrekorden zu kommen. Das ist nicht neu und schon aus DDR- und DDR2-Zeiten bekannt.
Durchstöbert man einmal die Seiten der Herstellerseiten und schaut sich eben jene DDR3-1333-Module an, die zurzeit bei Intel noch diskussionswürdig sind, so stellt man fest, dass mindestens die Hälfte der Module 1,7 Volt oder mehr benötigen - die absolute Obergrenze des Core i7! Es gibt zwar auch Hersteller, die sich an die vereinbarten 1,5 Volt halten, dafür ist jedoch meistens auch ein Aufpreis fällig.

Intel hat deswegen die Speicherhersteller bereits dazu angehalten, Module mit möglichst hohen Taktraten bei möglichst geringer Spannung herzustellen. Nordichardware führt in seinem Bericht Corsair DDR3-1333-Speicher beispielhaft an, der für DDR3-1600 1,64 Volt benötigt und für DDR3-1800 1,7 Volt. Unter diesen Rahmenbedingungen, so will man die Problematik erklären, würde selbst DDR3-1800-Speicher wunderbar auf den Core i7-Prozessoren funktionieren.
Des Weiteren heißt es, dass die Intel Core i7-Prozessoren kaum von schärferen Latenzen profitieren würden, die Speicherhersteller an dieser Stelle also ruhig in die Vollen greifen könnten, um dann nur möglichst hohen Takt bei geringer Verbrauchsspannung zu erzielen.

AMDs Anfang 2009 kommenden Phenom-Prozessoren auf Sockel AM3-Basis werden übrigens DDR3-Speicher bis 667 MHz, also DDR3-1333, unterstützen. Der Bloomfield-Refresh Westmere, gefertigt in 32 nm und mit bis zu sechs Kernen ausgestattet, soll nach aktuellen Roadmap-Angaben bis zu DDR3-1600 unterstützen.
Möglicherweise ist der Fehler des Bloomfields also bekannt, kann aber nicht mehr im absehbaren Zeitfenster ausgebessert werden. Schlussendlich heißt das nun für potentielle Core i7-Käufer: Ob DDR3-1066, DDR3-1333 oder sogar DDR3-1600 spielt keine Rolle, entscheidend ist nur die Spannung, mit der die Module betrieben werden.


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11 Kommentare

11.) f1delity 15.09.2008 - 15:31 Uhr
Bezüglich Speichercontroller, dann hab ich nichts gesagt.
10.) Sennahos 15.09.2008 - 15:23 Uhr
Im Endeffekt ist die Sache dann ja gar nicht so schlimm, solch Speicher werden garantiert bald kommen, da sehen die Hersteller ja dann auch großen Profit drin wenn die Teile begehrt sind
9.) Phenocore 15.09.2008 - 15:12 Uhr
Das gute an der Sache ist, dass die Speicherhersteller endlich gezwungen werden sich an die Spezifikationen zu halten. Diese RAMS mit der zu hohen Spannung gehen mir schon seit Ewigkeiten auf den Senkel.
8.) Duplex 15.09.2008 - 14:58 Uhr
ich meinte enkoppeln nicht Entfehrnen , also ihn ne eigene Strombahn geben und nicht mit der der Rams verbindinden oder wie die es auc zurzeit machen
7.) touly 15.09.2008 - 14:51 Uhr
entkoppeln heißt doch nich entfernen er meint wohl den speichercontroller für höhere speichertaktraten freischalten
6.) f1delity 15.09.2008 - 14:39 Uhr
Warum sollten die den Speichercontroller wieder entfernen, dann haben die wieder die FSB-Bremse wovon die ja eigentlich weg wollten.
5.) Duplex 15.09.2008 - 13:44 Uhr
wird man nicht irgentwann den speichercontroller entkoppeln ?
intel aht es doch gesehn das kurzer zeit nach den DDR3 release bereits alle mit höhren spannungen kammen
4.) f1delity 15.09.2008 - 09:39 Uhr
@Duplex
In der News wird aber erwähnt, das die Speicherreseller, also Corsair und Co. auch immer niedrige Latenzen wollen bei hohem Takt, die Latenz darf ja explizit rauf, wies dort steht, Latenz hoch, Takt hoch, aber Spannung runter, mal schauen wann es sinnvolle Module gibt.

Das Optimum für mich wäre ja "schon" DDR3-CL9 1600MHz @1.5V ;)
3.) Duplex 13.09.2008 - 20:28 Uhr
ja versucht man das nicht irgentwie zu optimieren ??
DDR2 hatte ja früher auch gerne mal 2,1-2,3V für 800mhz und nun hab ich 1000mhz mit 2,1V und deutlich niedrigere latenzen
2.) KiTT 13.09.2008 - 20:22 Uhr
Ne seh ich nichso Duplex.
Aus dem selben Grund warum der VW Lupo aka 3Liter Auto nicht über die Theke geht und lauter SUVs gekauft werden.
Die Käufer und somit auch die Hersteller nehmen schonmal nen 15-20liter Spritverbrauch in kauf, für 300ps, obwohl man nur im Stadtverkehr unterwegs ist ;D
1.) Duplex 13.09.2008 - 19:57 Uhr
Quote:
Intel hat deswegen die Speicherhersteller bereits dazu angehalten, Module mit möglichst hohen Taktraten bei möglichst geringer Spannung herzustellen



xD , als würden die speicherhersteller nur aus langeweile die spannungen anheben
ich glaub die bemühen sich so und so bei möglichst niedriger spannung maximale taktraten zu erhalten da braucht intel nicht extra ne meldung ausgeben ^^