AMD Radeon HD 4670/4650 offiziell

AMDAMD hat heute wie erwartet zwei neue Grafikchips für das Mid-Range-Segment vorgestellt. Die beiden Chips heißen HD 4670 und HD 4650 und waren in jüngster Vergangenheit bereits des Öfteren Gegestand unserer Berichterstattung. Mit der heute offiziellen Vorstellung hat AMD prinzipiell die bereits seit Wochen durchgesickerten Spezifikationen nur noch einmal abgenickt. Im Gegenzug sind jedoch auch zahlreiche Tests online gegangen, die die zwei Mittelklasse-Chips nun genauer betrachten lassen.

Aus technischer Sicht kommt bei beiden Grafikkarten der neue, in 55 nm-gefertigte RV730-Chip zum Einsatz, der insgesamt 514 Millionen Transistoren auf sich vereint und somit hinsichtlich der Komplexität hinter dem RV670 (666 Millionen) und RV770 (956 Millionen) rangiert.
Die Anzahl der Shadereinheiten liegt mit 64 5D-Einheiten auf dem Niveau des RV670, die TMUs sind mit 32 dagegen doppelt so hoch. Was ist im Inneren des Chips passiert, dass AMD das 4:1-Verhältnis in ein 2:1-Verhältnis ummünzte? Beim RV770 und RV670 gab es bisher pro SIMD-Block 16 Shadereinheiten sowie einen Texturcluster, der vier TMUs bereithielt. Beim RV730 finden jetzt nur noch acht Shaderkerne pro SIMD-Block Platz. Der Chip kommt somit bei acht SIMD-Einheiten auf 64 5D-Einheiten (8 SIMD-Blocks * 8 Shaderkerne) bzw. 32 TMUs (8 SIMD-Blöcke / 8 Texturcluster * 4 Textureinheiten).
Des Weiteren wurde im Chipinneren das Speicherinterface von 256 auf 128 Bit halbiert und gleichzeitig die ROPs von 16 auf 8.

. HD 4670 HD 4650 HD 3850 HD 3650
Codename RV730 RV730RV670 RV635
Transistoren 514 Mio. 514 Mio.667 Mio. 378 Mio.
Die-Größe 146 mm² 146 mm²192 mm² 118 mm²
Verfahren 55 nm 55 nm 55 nm 55 nm
Chiptakt 750 MHz 600 MHz 668 MHz 725 MHz
Speichertakt 1000/900 MHz 500 MHz 828 MHz 500/800 MHz
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 256 Bit 128 Bit
ROPs 8 8 16 4
TMUs 32 32 16 8
Streamprozessoren 320 320 320 120
Speichergröße 512/1024 MiB 512 MiB 256/512 MiB 256/512 MiB
Speichertyp GDDR3 DDR2 GDDR3 DDR2/GDDR3
Speicherbandbreite 32,0/28,8 GB/s 16,0 GB/s 53,0 GB/s 16,0/25,6 GB/s
Pixelfüllrate 6.000 MP/s 4.800 MP/s 10.720 MP/s 2.900 MP/s
Texelfüllrate 24.000 MT/s 19.200 MT/s 10.720 MT/s 5.800 MT/s
FLOPs (MADD/MUL) 480 Gflops 384 Gflops 428 Gflops 174 Gflops
TDP 75 Watt 60 Watt 95 Watt 70 Watt
Preis $79 $69 - -


Die kleinere HD 4650, die zu einem Preispunkt von 69 US-Dollar gegen die 9500 GT aufgestellt werden soll, wird mit 600/500 MHz auskommen. Beim Speicher setzt man also auf Langsamen vom Typ DDR2, womit die Grafikkarte auf gerade einmal 16 GB/s an Bandbreite kommt - viel zu wenig, um in hohen Auflösungen noch spielbare Frames zu liefern. Sollte die Anwendung jedoch nicht bandbreitenlimitiert sein, sollte der Chip gut voran kommen. Hinsichtlich seiner ALU-, TMU- und ROP-Leistung ist der Chip nämlich durchaus gut gebrüstet.
Die 9500 GT wird fast durchgängig geschlagen, besonders bei Anti-Aliasing und anisotropischer Filterung kann der AMD-Chip auftrumpfen.

Auf der anderen Seite steht die HD 4670, die es in zwei Varianten gibt. Eine mit 512 MiB und eine mit 1024 MiB. Beidermal wird GDDR3-Speicher eingesetzt, jedoch variiert dieser mit 1000 und 900 MHz geringfügig. Der Chip ist bei beiden Modellen mit 750 MHz versehen.
Erste Tests zeigen, dass sich der Chip gegen die HD 3850 gar nicht einmal so stark verstecken muss, wie Vorab-Reviews suggerierten. Ohne Anti-Aliasing (AA) und anisotropische Filterung (AF) liegt man zwar rund 5-10 Prozent zurück - der Abstand vergrößert sich zugunsten der HD 3850 je höher die Auflösung gewählt wird -, aktiviert man die beiden qualitätssteigernden Features, so überholt die HD 4670 die HD 3850 und fährt Vorsprünge von bis zu 20 Prozent heraus, solange die Bandbreite nicht limitiert (bis 1600x1200 Pixeln).
Gegen den eigentlichen Konkurrenten, die Nvidia Geforce 9600 GSO, tut man sich ohne AA und AF erneut sehr schwer und liegt rund 10 Prozent dahinter, bei aktivem AA und AF legt man jedoch zu und rendert selbst bis zu 10 Prozent schneller, wobei hier der Trend zu erkennen ist, dass die HD 4670 mit steigender Auflösung dazugewinnt.

AMD Radeon HD 4670

Beide Chips bzw. alle drei Modellvarianten, die sich übrigens mit 60 und 75 Watt sehr ökonomisch zeigen, werden trotz angekündigter Verfügbarkeit zum Launchtag in den hiesigen Shops nur spärlich gefunden. Die HD 4650 wird gar nicht gefunden, ebenso wie die 1024 MiB-Variante der HD 4670. Lediglich die 512 MiB-Variante hat es in den Händler geschafft, genauer genommen ein Exemplar von Asus sowie zwei von Sapphire. Eines von Sapphire, die Bulk-Edition, ist sogar schon erhältlich, und zwar für 66 Euro. Dies spiegelt gut den angestrebten Verkaufspreis von 79 US-Dollar wider und liegt damit auf HD 3850-Niveau.


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2 Kommentare

2.) Vulture 11.09.2008 - 14:30 Uhr
Naja, aber bei dem angepeilten Preis wird das wohl eine der ersten Karten sein bei denen der unbedarfte Kunde im M-Markt nicht vollends verarscht wird. Immerhin kann man mit der Karte praktisch jedes Spiel (ausser Crysis natürlich) in 1280x1024 flüssig spielen. Wenn man sich streng an die Rechnung Frames pro Euro hält ist die 4670 sogar die Grafikkarte mit dem besten Preis-Leistungsverhältniss. Da gibt es im Moment nichts vergleichbares.
1.) dmo60 10.09.2008 - 22:14 Uhr
1024MB Grafikspeicher, wird bestimmt ein Renner bei Media-turn & Co...