IDF: Intel bringt mit Nehalem den "Turbo-Modus"

IntelDas Intel Developer Forum in San Francisco hat am heutigen Tage eröffnet: It's Intel-Time! Für die Berichterstattung künftiger Prozessorengeneration zeigte sich, wie schon in den letzten Jahren, Pat Gelsinger verantwortlich. Im Fokus erster Gespräche stand selbstverständlich die noch in diesem Jahr in den Handel kommende Prozessorfamilie Nehalem, für der Gelsinger - wenig überraschend - ausschließlich Worte des Lobes fand:

"Unseren Entwicklern ist es gelungen, eine unglaubliche Prozessorfamilie mit einer Vielzahl an neuen Funktionalitäten zusammenzustellen, die aber alle das gleiche Ziel haben: schnellere Rechenleistung bei gleichzeitig optimierter Energieeffizienz."

Zugegebenermaßen hat Gelsinger hier dick aufgetragen. Ein Kind von Traurigkeit, das haben erste Vorab-Tests eindrucksvoll gezeigt, ist Nehalem aber auch nicht. Er besitzt bei gleichbleibender Verlustleistung eine nochmals deutlich erhöhte Rechenleistung gegenüber der bis dato unerreichten Core Mikroarchitektur.
Die groben Eckdaten der neuen Intel-Architektur wie das verbesserte Cache-Management (kleiner L2-Cache, großer, gemeinsamer L3-Cache), HyperThreading und Quickpath - um nur die Wichtigsten zu nennen - sind dabei schon seit einiger Zeit bekannt. Heute verriet Gelsinger dann doch noch ein bislang unbekannt gebliebenes Geheimnis: Es wird auch der Turbo-Modus zurückkehren!

Bereits Prozessoren Anfang der 90er verfügten über einen Turbo-Modus, der sich ganz klassisch noch über einen Knopf betätigen ließ. Mit dem Nehalem kehrt diese Funktion offenbar zurück - längst vergessen scheinen die Gerüchte rund um eine Overclocking-Sperre -, wenngleich in komplett anderer Form.

Der Turbo-Modus beim Nehalem ist eine vollautomatische Funktion, die die Single-Threaded-Performance erhöht. Sie schaltet sich ein, wenn ein oder zwei der insgesamt vier Kerne stark beansprucht werden und die anderen Cores Däumchen drehen. Dies geschieht, indem die Funktion die stark ausgelasteten Kerne mit mehr Takt versorgt und die Nichtstuenden in den Schlafmodus verbannt.
Wie hoch dabei die Taktspritze ausfällt, ist noch nicht ganz klar. Definitiv aber sollen die dann übertakteten Kerne inklusive der Schlafenden nicht die Leistungsaufnahme aller vier Kerne unter Last bei Standardtakt übersteigen. Nehalem News schreibt, dass der Multiplikator eine Stufe heraufgesetzt würde, was einer Taktsteigerung von 133 MHz entspräche.

Die ersten Nehalem-Prozessoren werden Mitte Oktober auf Basis des Bloomfields unter der Bezeichnung Core i7 in den Handel gelangen.


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20 Kommentare

20.) Sennahos 21.08.2008 - 20:57 Uhr
also ich finde die Funktion hört sich seehr gut an, vorallem wenn man davon gar nix mitbekommt... warum nicht?
19.) eXEC 20.08.2008 - 12:22 Uhr
@Phenocore: Das AMD seine CPUs in 100 Mhz Schritten verkauft, finde ich ähnlich schwachsinnig, wie du. Aber Intel ist kein Deut besser, es gibt mittlerweilen bestimmt 25 CPUs basierend auf Core2, die von 1,8 - 3,2 Ghz gehen.
18.) Duplex 20.08.2008 - 11:57 Uhr
jetzt wo multicore optimierte spiele und programme vom band kommen braucht man glaub sowas net mehr

sowas hätten die beim Core 2 Duo inplantieren sollen
17.) Phenocore 20.08.2008 - 11:01 Uhr
Nein ist sie nicht. Eine 2,8 GHz MultiCore-CPU hat eine festgelegte TDP von X W und taktet sich runter, wenn wenig zu tun ist.
Wenn eine Single-Threaded-Anwendung ausgeführt wird, wird die TDP nicht voll ausgenutzt.

Eine MultiCore-CPU mit 2,6 GHz CPU hat auch eine festgelegte TDP und taktet sich in Single-Threadet-Anwendung hoch, da man weiterhin im bestehenden TDP-Ramen bleibt. Man versucht hier also einfach den Nachteil der Multicore-CPU in Single-Threaded-Anwendungen etwas auszugleichen in dem man eben in Single-Threaded-Anwendungen im Ramen der TDP etwas hochtaktet, genauer gesagt eine Multiplikatorstufe hochsetzt und das Automatisch, also kein Knopf drücken wie beim MSI-Notebook. Der Turbo-Button auf dem MSI-Notebook ist was ganz anderes, nämlich ein ganz normales Übertakten.
16.) KodeX 20.08.2008 - 08:51 Uhr
@ LukLuk: Ich glaube, dass 2,8 statt 2,67 GHz bei Computerspielen nichtmal 1 FPS ausmachen, es sei denn, man spielt - wie in CPU-Reviews - auf niedrigsten Details. Für Spieler ist das daher total uninteressant.

Ich bleibe bei meiner Meinung, dass dieser Schritt technisch gesehen total überflüssig ist und nur zum Marketing gut ist. Noch überflüssiger erscheint das ganze, wenn man davon ausgeht, dass die meisten Boards eine eigene Übertaktungsfunktion, die die Taktfrequenz unter Last automatisch anhebt, besitzen, die man per Bios aktivieren kann.

Ich beharre auch auf meinem Beispiel von eben. Eine CPU, die mit 2,67 GHz taktet, sich aber automatisch auf 2,8 hochtakten kann ist für mich nichts anderes als eine 2,8 GHz schnelle CPU, die sich auf 2,67 GHz heruntertaktet.
15.) Luk Luk 20.08.2008 - 07:41 Uhr
Da übertakte ich lieber selber, anstatt da eine Tastenkombination drücken zu müssen, oder einen Knopf (auf dem Desktop oder so).

133MHz, wie viel soll das bitteschön bringen?

Da läuft vielleicht Call of Duty 2 mit 1FPS mehr.......sinnfrei.
14.) Phenocore 20.08.2008 - 02:12 Uhr
AMD verkauft Prozessoren in 100 Mhz Schritten, aber Intels CPU-Takt-Anhebung zur Leistungssteigerung um 133 Mhz soll lachhaft sein?

Ja nee, is klar. Von Intel wird natürlich gleich ein Weltwunder erwartet^^
13.) eXEC 20.08.2008 - 01:00 Uhr
Intel kann damit unheimlich Marketing betreiben ;)
133 Mhz von 2667 Mhz - Eine Steigerung von 5%
Soll ich mich jetzt totlachen?
Das nenn ich mal TURBO!
12.) Duplex 20.08.2008 - 00:18 Uhr
KonKorT:
Um 133 MHz soll der Takt gesteigert werden.



ouuu WOW

haut mich echt um die power :lol: :lol:

@Konkort

du kannst ja nix für den Takt
aber 133mhz mehr... was sich intel dabei denk
11.) KonKorT 19.08.2008 - 23:44 Uhr
Um 133 MHz soll der Takt gesteigert werden.
10.) Phil123 19.08.2008 - 23:02 Uhr
Bei der Gamer Serie von MSI gab es auch mal solch einen Turbo Knopf den man zum Gamen aktiveren sollte

Phil123
9.) Phenocore 19.08.2008 - 22:57 Uhr
Die Erhöhung der Taktrate bei einer Single-Threaded-Anwendung gibt es schon seit einer Weile bei den Intel-Notebookprozessoren. Hab grad keine Lust nachzuschauen, wie dieses Feature aktuell heißt. Wird auch nicht von jedem Notebookhersteller so umgesetzt, wie es möglich wäre.
8.) Duplex 19.08.2008 - 20:18 Uhr
bin ich erfreut das es kein dummer knopf ist =D
7.) hmd 19.08.2008 - 19:48 Uhr
@Kodex
Wenns einfach ne feste zweite Taktrate gibt ist es reines Marketing, seh ich gleich wie du.

Cool wäre es, wenn sich die CPU selbständig hochtakten würde, respektive temperaturabhängig runter regeln würde. Overclocken permanent dynamisch gesteuert, da würde ich nicht nein sagen. Je nach verbauter Lüftungslösung, hätte man einen verschieden hohen Leistungsboost.

Als Feature zum Standardtakt, wieso nicht. So was käme beim Kunden sicher gut an.
6.) KonKorT 19.08.2008 - 19:46 Uhr
Geheimnis gelüftet:

Der Turbo-Modus ist eine vollautomatische Funktion, die die Single-Threaded-Performance erhöht. Sie schaltet sich ein, wenn ein oder zwei der insgesamt vier Kerne stark beansprucht werden - klassisches Beispiel für Single-Threaded-Anwendungen - und die anderen Cores Däumchen drehen. Dies geschieht, indem die Funktion die stark ausgelasteten Kerne mit mehr Takt versorgt und die Nichtstuenden in den Schlafmodus verbannt. Wie hoch dabei die Taktspritze ausfällt, soll abhängig von der Leistungaufnahme des Prozessors sein. Die dann übertakteten Kerne inklusive der Schlafenden sollen nämlich weiterhin nicht mehr Energie verbrauchen als vier "normale" Kerne unter Last.
5.) KodeX 19.08.2008 - 18:57 Uhr
Für mich hört sich das nicht nach einem Knopf, sondern nach einer Option, die man per Software aktivieren kann. Ist diese aktiv, so taktet die CPU unter Last automatisch um 20 Prozent hoch. So etwas könnte ich mir jedenfalls darunter vorstellen.

Ich bin dem Schritt gegenüber nicht abgeneigt, halte ihn allerdings aus technischer Sicht für überflüssig. Anstatt einen 3,5 GHz schnellen Prozessor zu bekommen und den per Stromsparmechanismen auf 3,2 GHz herunterzutakten bekommt man einen 3,2 GHz schnellen Prozessor, den man per Turbo-Modus auf 3,5 GHz hochtaktet - reines Marketing.
4.) KonKorT 19.08.2008 - 18:51 Uhr
Nein, ich denke eher, dass die meisten Nehalems sicher 3,6 GHz schaffen, eventuell sogar 4,0 GHz.
Bereits mit 2,66 GHz schlägt man jedoch jeden aktuellen AMD-Prozessor. Selbst einen künftigen 3,2 GHz-Deneb sollte man damit noch einigermaßen auf Distanz halten können.

Damit der Kunde dennoch die volle Leistung der Nehalem-Prozessoren zu spüren bekommt, will man offensichtlich diesen Turbo-Modus implementieren. Zurzeit frage ich mich aber auch noch, welcher Kaufanreiz dann für neuere, taktstärkere Nehalem-Prozessoren gegeben ist.
Vielleicht wird ja gar kein Takt verändert, sondern nur die internen Timings schärfer gestellt?
3.) Duplex 19.08.2008 - 18:47 Uhr
ja was soll man sonst unter den knopf verstehn?

ein knopf was man drück , oder per software aktiviert, man mehr spannung bekommt und besser OCn kann ?
2.) KonKorT 19.08.2008 - 18:37 Uhr
Wer redet hier über einen Knopf? In der News steht nur, dass es den bei den damaligen Prozessoren gab. Ich denke, dass man das bei Nehalem softwareseitig löst.
Und: Die Prozessoren werden ganz normal mit 2,66, 2,93 und 3,2 GHz ausgeliefert. Du darfst es da also als Option betrachten, etwas mehr Performance aus der CPU zu holen.

Für den Arsch ist soetwas mitnichten, eine sehr, sehr gute Aktion von Intel, die ganz klar zeigt, dass man keine Scheu vom Übertakten hat. Wahrscheinlich die beste Antwort auf die von Fudzilla gemutmaßte OC-Sperre.
1.) Duplex 19.08.2008 - 18:35 Uhr
soll des ein fortschritt oder ein rückschritt sein?
wer will son dummen "turbo knopf" , des ding erinnert mich abartig an die dummen rechner in der grundschule mit 50mhz wo es ein "turbo knopf" ga der nix brachte...

ich will wen leistung gefragt wird volle leistung ohne das ich nen blöden knopf drücken muss, voll fürn arsch