AMD verkauft Fertigungstechnik nach Russland

AMDDer sächsischen Tageszeitung zufolge hat AMD seine alte Fertigungstechnologie für 200-mm-Wafer nach Russland, genauer gesagt in die Stadt Selenograd bei Moskau, an das Unternehmen Angstrem verkauft. Dieses soll einen Kredit in Höhe von 815 Millionen Euro bewilligt bekommen haben und damit einer Inbetriebnahme der Fertigungsstätte im kommenden Jahr beruhigt entgegenblicken. Verwenden möchte man die AMD-Technologie zur Herstellung von Mikrocontrollern, Logik-Schaltungen und Prozessoren.

Für AMD, die bereits eine Vorauszahlung in Höhe von 132 Millionen Euro erhalten haben sollen, ist das Geschäft ebenfalls lohnend, wirken die zusätzlichen Einnahmen doch wie Balsam für das Unternehmen. Sieben aufeinander folgende Verlustquartale sollten das Tafelsilber, die eiserne Reserve, weitesgehend aufgebraucht haben.
Nachteile am Verkauf hat AMD kaum, schließlich verkauft man den Russen alte, nicht mehr benötigte Technologie. Man selber arbeitet zurzeit fleißig daran, die Dresnder Fab 30 in Fab 38 umzubauen, um dann neue 300 statt eben jene 200 mm-Wafer einzusetzen.

Nach Bekanntgabe der Meldung sorgte Angstrem-Sprecher Dmitri Snameski mit der Aussage, dass AMD künftig seine Athlon- und Opteron-Prozessoren unter anderem in Selenograd herstellen wolle, für reichlich Unruhe. Damit wäre Angstrem bereits der zweite Fremdfertiger nach Chartered.
Dies ließ AMD aus der Deckung kommen und Stellung zum Deal zu beziehen. Dabei stellte man klipp und klar fest, dass man den Russen lediglich die Maschinen verkauft hätte, die die Produktion auf 200 mm-Wafern ermöglichen würden. Ebenso gab man an, die Fertigungstechnologie nicht nur an Angstrem verkauft zu haben, sondern auch an andere Halbleiterhersteller.

Wie hoch letztenendes der Erlös dieser Geschäfte ausgefallen ist, wollte man nicht nennen. Ebenso bleibt unklar, inwiefern in diesen Dealen bereits der Ex-AMD-CEO Hector Ruiz verwickelt war. Schließlich soll sich das Unternehmen AMD ab kommenden Monat ja in zweite Geschäftsbereiche aufsplitten. Technologie, angeführt von Dirk Meyer, und Fertigung, regiert von Hector Ruiz.


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