AMD: Deneb (45 nm) besser als erwartet

AMDVor rund zwei Wochen tauchte auf der Seite "itopc" der erste Vorab-Test des AMD 45 nm-Prozessors Deneb auf. Jetzt haben die ebenfalls asiatischen Kollegen von "Hardspell" ein Sample erwischt und dieses ebenfalls auf Herz und Nieren überprüft. Der Gesamteindruck ist - wie schon beim ersten Vorab-Test - deutlich besser als erwartet und lässt die Vorfreude allmählich steigen. Deneb scheint doch mehr als ein bloßer Shrink.

Im Vordergrund stand auch im Artikel von "Hardspell" zunächst die Leistungsaufnahme. Diese wurde, wie schon beim ersten Test, mit einem Phenom X4 9650 (2,3 GHz) sowie einem gleichtaktenden Deneb verglichen.
Anders als "itopc" hat man sich jedoch nicht den Gesamtverbrauch des Systems angeschaut, sondern explizit die Verbrauchswerte der CPU. Konnte im Idle der Phenom X4 9650 mit einem Verbrauchswert von 39 statt 32 Watt noch einigermaßen mit dem Deneb mithalten, bahnten sich unter Last Welten an. Während der Verbrauch des Phenom X4 9650 auf bis zu 104 Watt anstieg, begnügte sich der Deneb mit unvorstellbaren 57 Watt und verbrauchte damit in etwa halb so viel wie sein 65 nm-Pendant!

Leistungstechnisch musste sich der Deneb dem Phenom X4 9650 in insgesamt neun Tests beweisen, darunter 3DMark Vantage, Crysis, Fritz Chees, HD-Test: Fluch der Karibik, HD-Test: Casino Royale, Mainconept: HD.264 Encoder, POV-Ray, Quake Wars und Wprime.
Im Durchschnitt aller Werte - und das ist ebenfalls eine Überraschung - war der Deneb 7 Prozent schneller und hat damit in etwa dieselbe Pro/Taktsteigerung wie damals Penryn gegenüber Yorkfield. Dies ist, wie "Hardspell" ebenfalls herausfand, nicht nur auf die Größe des L3-Caches, angestiegen von 2 auf 6 MiB, zurückzuführen, sondern auch, dass dieser nun 48-fach assoziativ statt 32-fach assoziativ angebunden ist.
Am Schnellsten zeigte sich die 45 nm-CPU in POV-Ray, wo man knapp 15 Prozent Performancegewinn herausholte. Der prestigeträchtige Crysis-CPU-Benchmark wurde durch den Deneb immerhin 9 Prozent schneller gerendert.

Um das Skalierverhalten des Deneb bei steigendem Takt zu beobachten, hat man darüber hinaus den Takt auf 3,2 GHz angehoben, also um 39,1 Prozent. Im Mittel der Benchmarks erreichte der übertaktete Deneb 27,4 Prozent Leistungssteigerung, in Fritz Cheese war sie mit 36,6 Prozent am Besten. Dies sind sehr gute Werte, die unter anderem zeigen, dass die Architektur einmal für deutlich höhere Taktraten geplant war.

Es zeichnet sich am Ende überraschend ab, dass der 45 nm-Phenom doch besser ist, als man lange Zeit vermutet hatte. Nicht nur hat AMD durch den verbesserten und größeren L3-Cache die Leistung pro Takt ansteigen lassen, durch den 45 nm-Herstellungsprozess war es den Kaliforniern ebenso möglich, den Stromverbrauch radikal (um die Hälfte unter Last) zu senken und somit neues Taktpotential für spätere Modelle zu schaffen. Zudem skalieren sie sehr gut mit steigendem Takt.
Wir sind geneigt, zu sagen, dass AMD sich durchaus Chancen ausmalen kann, mit dieser CPU den Core 2-Prozessoren zumindest richtig einzuheizen, vielleicht sogar ein Überholmanöver zu starten. Angesichts dieser Ergebnisse wird auch ersichtlich, warum Intel so darauf bedacht ist, den Launch seiner Nehalem-Prozessoren vorzuziehen...


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7 Kommentare

7.) Kevin1992 08.08.2008 - 21:35 Uhr
Ich würde mir dennoch lieber einen Penryn-CPU von Intel kaufen mit 45nm.
6.) KodeX 08.08.2008 - 08:58 Uhr
@ Phenocore:

Wie gut Penryn durchschnittlich skaliert kann ich nicht mit Sicherheit sagen. An Hand unseres Testsystems, das wir von 2,67 GHz auf 3,6 GHz übertaktet haben, sieht man jedoch, dass die Erhöhung der Taktfrequenz in Spielen (bei denen die Grafikkarte limitiert) eigentlich nichts bewirkt. Bei Super Pi rechnet die um 35 Prozent übertaktete CPU allerdings satte 35 Prozent schneller. Es wäre wirklich sehr interessant zu wissen, wie gut Penryn im Schnitt skaliert.
5.) Phenocore 07.08.2008 - 22:23 Uhr
Besser als erwartet? Also ich habe nicht weniger erwartet, immerhin muss AMD mit dem Penryn gleichziehen um nicht zu weit von Intel Nehalem zu sein, wobei letzterer auf den ersten Blick ein Hitzkopf zu sein scheint... Dass die 2MB L3-Cache des aktuellen Phenom eher was für kleine Taktraten ist und man für höhere Taktraten mehr Cache braucht müsste ja auch logisch sein. 27 Prozent mehr Performance bei 39 Prozent mehr Takt reißt mich jetzt auch nicht vom Hocker. Wie gut ist den die Skalierung bei Intel Penryn zwischen 2,3 GHz und 3,2 GHz?
4.) touly 07.08.2008 - 19:33 Uhr
man mag vllt. nicht an die protaktleistung der corearchitektur kommen aber wir dise sicherlich bei leistung pro watt schlagen.
Der preis ist wohl dann das ausschlaggebende für den informierten käufer
3.) KonKorT 07.08.2008 - 16:28 Uhr
Jo, es darf wieder Optimismus ausgestrahlt werden. Gegen den Nehalem wird es zwar doppelt und dreifach schwer, aber zu den aktuellen Intel-Prozessoren sollte man gut Anschluss finden.

Sind dann noch die Preise gut, endet dieses Jahr für AMD vielleicht noch besser als gedacht.
2.) KodeX 07.08.2008 - 15:35 Uhr
Sieht man das mal anders herum wäre es auch sehr schlecht von AMD neue Prozessoren zu entwickeln/prodizieren, die nicht mit Intels Core 2 Quads mithalten können.

Das mit dem immens niedrigen Stromverbrauch hört sich sehr interessant an. Dass der 45-nm Herstellungsprozess so viel bewirkt, hätte ich beim besten Willen nicht gedacht.

Für die Konsumenten wäre es wünschenswert, wenn AMD seine Denebs mit aggressiv tiefen Preisen verkauft.
1.) Duplex 07.08.2008 - 14:22 Uhr
Quote:
Während der Verbrauch des Phenom X4 9650 auf bis zu 104 Watt anstieg, begnügte sich der Deneb mit unvorstellbaren 57 Watt und verbrauchte damit exakt halb so viel wie sein 65 nm-Pendant!


ihr habt ein rechenfehler

104-57=47

wie kommt ihr auf "exakt halb soviel" ?