Nvidia: Bios-Update statt Rückrufaktion?

NvidiaDie letzten Quartalszahlen, und damit auch die Nvidia-Aktienkurse, mochten nichts Gutes verheißen. Dies ist natürlich auf mehrere Faktoren zurückzuführen, einer stach dieses Mal aber besonders ins Auge, und zwar die geplante Rückrufaktion einiger mobiler Nvidia-GPUs.
Inzwischen hat nicht nur Nvidia eine grobe Fehlerbeschreibung herausgegeben, auch prominente Anbieter von Nvidia-basierten Notebooks, namentlich Dell und HP, haben Stellung bezogen.

Offenbar hat Nvidia eine Materialpaarung falsch gewählt, die sich bei stark schwankenden Temperaturen bemerkbar macht und einen irreparablen Defekt des Chips hervorruft. Ist ein Chip erst einmal defekt, so soll sich dies dadurch erkennbar machen, dass wirre und zufällige Schriftzeichen sowie mehrere, merkwürdige Bilder dargestellt werden. Auch die Videowiedergabe soll nach einem Defekt fehlerhaft sein.

HP berichtet, dass Nvidia diese Problem bereits seit November 2007, und damit rund neun Monate, offenkundig war. Vorsichtshalber hat man daher schon 150-200 Millionen US-Dollar für eine Rückrufaktion zur Seite gelegt, die den Börsianern natürlich gar nicht schmeckte und einen starken Kurseinbruch der Nvidia-Aktie zur Folge hatte.

In diesen Tagen zeichnet sich aber immer mehr ab, dass es eine komplette Rückrufaktion nicht geben wird, sondern nur bereits defekte Grafikchips ausgetauscht werden.
Inzwischen haben nämlich Dell und HP Bios-Updates für ihre betroffenen Notebooks (auf den Herstellerseiten jeweils nachzulesen) bereitgestellt, die das Lüfterprofil anpassen sollen und damit Temperaturschwankungen vorbeugen soll. Man gibt an, dass der Lüfter nach dem Update häufiger laufen wird, dafür jedoch nicht lauter als vorher. So hofft man die Temperaturschwankungen in den Griff zu bekommen und einen Ausbruch des Defekts vermeiden zu können.

Wessen Notebook bereits eben genannte Symtome aufzeigt, bleibt nur der Weg zur Post und damit zu einer neuen Karte. Alle mit diesem Tag von Dell und HP ausgelieferten Notebooks mit entsprechender Nvidia-Hardware haben selbstverständlich das neue Bios von vornherein aufgespielt.

Sowohl Nvidia als auch die Notebook-Partner schweigen sich weiterhin hartnäcktig darüber aus, welche Nvidia-Chips betroffen sind. Wirft man aber einmal einen Blick auf die gefährdeten Notebooks der Hersteller, so ist augenscheinlich, dass auf diesen entweder eine Geforce 8400M- oder 8600M-GPU sitzt. Dies würde auch ins Bild passen, dass die Defekte bereits seit November 2007 bekannt sind.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare