AMD-Verlustleistung: 45 nm versus 65 nm

AMDSeit einigen Wochen kursiert im asiatischen Raum ein Engineering-Sample, also ein frühes Testmuster, des kommenden AMD 45 nm-Prozessors "Deneb". Dieses wurde bereits mit bis zu 3,44 GHz betrieben und sorgte so für helles Interesse. Stammte dieses Sample noch von "Hardspell", so kommt das, von dem heute die Rede ist, von "Itopc". Rein theoretisch könnte es sich aber sogar um dasselbe handeln. Jedenfalls wurde dieses nun hinsichtlich seiner Leistungsaufnahme untersucht und einem taktgleichen 65 nm-Prozessor gegenüber gestellt.

Das frühe Sample, ebenfalls im RB-C0-Stepping, das sich schon während der CeBIT im März dieses Jahres zeigte, lief dazu mit Standardtakt und -spannung. Diese betrugen 2,3 GHz und 1,22 Volt. Gegenüber gestellt wurde ein taktgleicher Phenom 9600; die Spannung wählte man nicht frei, sondern setzte sie ebenfalls auf exakt 1,22 Volt, um wirklich einwandfrei den Unterschied zwischen 45 und 65 nm ablesen zu können.

AMD Phenom 9600 (65 nm) und AMD Phenom Engineering-Sample (45 nm)

Die Ergebnisse, die "Itopc" angeblich gemessen haben will, sehen sehr gut aus und sprechen für den neuen AMD-Vierkerner. Demnach ist die Verlustleistung bereits im Idle 7 Watt unter der des 65 nm-Pendants. In Zahlen: Das komplette System benötigt unter Windows mit dem 45 nm-Chip 147 statt 154 Watt.
Richtig interessant wird es aber erst unter Last, wo die Stromsparmechanismen aussetzen und sich das wahre Gesicht der CPU zeigt. An dieser Stelle verbraucht das 45 nm-System 176 statt 200 Watt, also 24 Watt weniger. Sehr gut ist dabei auch zu erkennen, dass die Differenz zwischen Idle und Last beim 45 nm-Chip deutlich geringer ist. Sie beträgt gerade einmal 29 statt 46 Watt.
"Itopc" hat darüber hinaus noch die Temperaturen gemessen und konnte auch an dieser Stelle dem 45 nm-Chip ein sehr gutes Urteil attestieren. Er erwärmte sich nur auf 31°C, während der Phenom 9600 40°C warm wurde.

Vor dem Hintergrund, dass es sich noch um ein sehr frühes Muster handelt, das sehr wahrscheinlich nicht in den späteren Handel gelangen wird, so kann man fast schon Luftsprünge machen. Der 45 nm-Prozess - oder auch interne Optimierungen - scheinen dem Phenom sehr gut zu schmecken und die Hoffnungen steigen, dass er unter diesem Fertigungsprozess zum ersten Mal sein wahres Gesicht zeigen kann. Denn man sollte bei diesen Messungen auch noch bedenken, dass die späteren 45 nm-CPUs nicht mit derselben Spannung wie ihre 65 nm-Pendants betrieben werden, sondern höchstwahrscheinlich mit einer weitaus geringeren, wie die Vergangenheit lehrt. So sollte sich erneut Taktspielraum ergeben.

AMD-Chef Dirk Meyer betonte erst diese Woche, dass die 45 nm-Produktion sehr gut laufe, man die ersten Pilotchips fertige und noch pünktlich vor Weihnachten Chips in großen Stückzahlen mit bis zu 2,7-2,8 GHz in den Handel bringe.
Nach AMDs Planungen ist die komplette Umstellung des Portfolios von 45 auf 65 nm bereits Mitte 2009 vollzogen.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 23.07.2008 - 12:52 Uhr
Das habe ich mir auch gedacht. Ich denke mal, es ist die CPU-Umgebungstemperatur gemeint und nicht die der Cores, die ja bekanntlich etwas höher ist. Dann sollte es ungefähr passen.
Wichtig ist nur die Referenz zum 65 nm-Prozess, der 40°C verbraucht hat. Meinetwegen hätten die auch 74° und 85°C messen können. :D
1.) f1delity 23.07.2008 - 12:32 Uhr
Quote:
Er erwärmte sich nur auf 31°C, während der Phenom 9600 40°C warm wurde.

Wobei haben die das denn ausgelesen? Ist vielleicht wie bei den E8400 usw. mit alten Bios, sodass die Temps immer super aussiehen, aber in Wirklichkeit nicht sind.

Sollten die 30°C aber stimmen kann man mit dem richtigen Board wohl gut OCen.