S3 Chrome 430 GT und 440 GTX offiziell

GrafikkartenMitte Februar kündigte S3 Graphics die so genannte Chrome-400-Serie an, ließ dabei aber noch allerlei Fragen offen. Selbst die Produktbezeichnungen standen noch im Raum. Auf der einen Monat später in Hannover abgehaltenen Computermesse CeBIT zeigte man dann Interessenten entsprechende Karten und kündigte zugleich eine baldige Verfügbarkeit an. Nach einem weiteren Monat traf das kleinere der beiden Modelle, 430 GT, in einigen Redaktionen ein, darunter aus deutscher Sicht "Hardware-Aktuell" und "ComputerBase". Vom schnelleren 440 GTX-Modell war nichts zu erblicken; Ende dieser Woche gleichte man diesen Misstand aus.

S3 Graphics besitzt mit der Chrome 430 GT und 440 GTX nunmehr zwei Modelle, die im Low-End-Segment gegen die eingesessenen Vertreter aus Kalifornien und Kanada kämpfen. Zu ersterer kann man sich aufgrund der besagten Testberichte mittlerweile ein recht klares Urteil bilden, die 440 GTX ist dagegen noch mehr oder minder eine Unbekannte. Da sie auf demselben Chip basiert und lediglich an den Taktfrequenzen Hand angelegt wurde, lassen sich aber auch schon zu dieser Karte Worte finden.

Doch zunächst zur 430 GT: Leistungstechnisch kann sie mit ihren Pendants HD 3450 und 8400 GS sehr gut mithalten bzw. ohne AA/AF sogar die Spitzenposition des Trios einnehmen. Bei der Verwendung von AA/AF wendet sich dagegen das Blatt zugunsten AMDs und Nvidias. Dies hat anscheinend jedoch weniger etwas mit der Hardware zu tun als mit der Software. So ist beispielsweise treiberseitig auch nur vierfaches Anti-Aliasing möglich. Dieses ist jedoch qualitativ AMD und Nvidia nahezu ebenbürtig.
Auch in puncto Stromverbrauch liegt der in 65nm-gefertigte Chip gleichauf zur Konkurrenz. Etwas negativ stößt laut Testberichten der Lüfter auf, der hätte leiser sein können.

. HD 3450 HD 3470 8400 GS 430 GT 440 GTX
Codename RV620 RV620 G86 DS3 DS3
Verfahren 55 nm 55 nm 80 nm 65 nm 65 nm
Transistoren 181 Mio. 181 Mio. 210 Mio. 196 Mio. 196 Mio.
DirectX-API 10.1 10.1 10 10.1 10.1
Chiptakt 600 MHz 800 MHz 450 MHz 625 MHz 725 MHz
Shadertakt 600 MHz 800 MHz 918 MHz 1200 MHz 1400 MHz?
Speichertakt 400 MHz 700 MHz 450 MHz 500 MHz 700 MHz
ROPs 4 4 4 1* 1*
TMUs 4 4 8 4 4
Shadereinheiten 8 (5D) 8 (5D) 16 (1D) 32 (?D) 32 (?D)
Speicherinterface 64 Bit 64 Bit 64 Bit 64 Bit 64 Bit
Speichergröße 256 MiB 256 MiB 256/512 MiB 256 MiB 256 MiB
Speichertyp DDR2 GDDR3 DDR2 DDR2 GDDR3
Speicherbandbreite 6,4 GB/s 11,2 GB/s 7,2 GB/s 8,0 GB/s 11,2 GB/s
Texelfüllrate 2,4 GTexel/s 3,2 GTexel/s 3,6 GTexel/s 2,5 GTexel/s 2,9 GTexel/s
Flops 48 GFlops 64 GFlops 44 GFlops 77 GFlops 89 GFlops?


Wie eingangs erwähnt, hat S3 Graphics vor wenigen Tagen dann auch noch die 440 GTX nachgeschoben. Aufgrund des Potentials, das im Chip der 430 GT steckte, das sich offenbarte, als man an der Taktschraube drehte, pfiffen es die Spatzen förmlich vom Dach, dass bald eine schnellere Variante nachgeliefert würde.
Die 440 GTX ist prinzipiell baugleich zur 430 GT, besitzt also ebenfalls den 196 Millionen transistorschweren Destination 3 (D3)-Chip, zu dessen Ausstattung 4 TMUs, 32 Shadereinheiten, 1 ROP, die allerdings pro Takt vier Pixel fertigstellen kann - daher auch das Sternchen in der Tabelle - und ein 64-Bit breites Speicherinterface zählen. Unterschiede ergeben sich folglich lediglich über die Taktfrequenzen:

Während die 430 GT werkseitig mit 625/1200/500 MHz (Chip/Shader/Speicher) ausgeliefert wird, bringt es die 440 GTX auf 725/1400?/700 MHz. Die Texturleistung liegt also 16 Prozent höher, die Shaderleistung - wenn denn das Verhältnis Chiptakt-Shadertakt beibehalten wurde - ebenfalls 16 Prozent höher und die Speicherbandbreite sogar 40 Prozent höher. Durchschnittlich sollte die 440 GTX damit rund 20 Prozent schneller rechnen als ihr kleiner Bruder, die 430 GT, und somit eventuell sogar zur HD 3470 aufschließen, wie interne Dokumente (optimistisch) suggerieren.

S3 Chrome 430 GT

Im S3 Graphics-Store wird die 430 GT für 54,95 US-Dollar (ca. 45 Euro) angeboten, für die 440 GTX werden 69,95 US-Dollar (ca. 55 Euro) verlangt. Damit sind die Karten deutlich teurer als ihre direkten Konkurrenten HD 3450 (ca. 30 Euro), HD 3470 (ca. 40 Euro) und 8400 GS (ca. 20 Euro). Bedenkt man, dass man noch bescheidenen Treibersupport und schlechte Kompatiblität - viele moderne Mainboards haben Probleme, die Grafikchips zu erkennen - in Kauf nehmen muss, spricht nicht mehr allzu viel für die neuen S3 Graphics-Produkte.

Dennoch wollen wir die Chrome-400-Serie nicht kleiner machen als sie ist. S3 Graphics hat seit langem einmal wieder ein konkurrenzfähiges Produkt zu den Low-Cost-Karten der Alteingesessenen in der Hinterhand. Das ist schon - bedenkt man die finanziellen Mittel etc. - allerhand wert. Wir sind gespannt, wann und ob weitere Produkte folgen werden.


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4 Kommentare

4.) Streamline 02.06.2008 - 00:09 Uhr
Das mit den Mainboards trott auf, wenn diese Express Gate nutzen:
http://www.computerbase.de/artikel/hard ... erigkeiten

Ist aber ein Features für High-End-Boards, nicht gerade der Einsatort dieser Karten.
3.) Duplex 31.05.2008 - 21:45 Uhr
ich mein die Chrome 400er können ganz gut den low sektor beherschen , kostet zwar ein paar € mehr aber ich glaub des legt sich wieder , aber treiber support und das die mainboards diese net erkennen finde ich komish
2.) Mr.Smith 31.05.2008 - 20:30 Uhr
Abwarten vielleicht schaffen die es auch oben mit zumischen.Das währe sehr gut für uns.Warten wir es ab
1.) Duplex 31.05.2008 - 13:08 Uhr
gut es lebe S3 im low end sektor , die können ruhig mitmischen dann wirds schön billig oben ^^