Nvidia "Tegra": hauseigene Prozessor-Familie?

NvidiaNvidia hatte Mitte April beim amerikanischen Marken- und Patentamt den Namen "Tegra" eintragen lassen, aber nicht näher erläutert, was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt. Man vermutete damals aufgrund der frisch bekanntgegebenen Kooperation mit VIA, dass der Name irgendetwas mit einer CPU zu tun haben könne und in der Tat: "The Inquirer" will nun in Erfahrung gebracht haben, dass hinter "Tegra" eine geplante Prozessor-Familie des Grafikspezialisten steckt. Ein Weckruf an AMD und Intel?

Offenbar nicht, denn die Nvidia-CPUs sollen auf der so genannten ARM11-Architektur aufsetzen. Demnach handelt es sich um einen 32-Bit-Mikroprozessor nach dem RISC-Konzept. Dass Tegra so oder so kein x86-Prozessor werden würde und damit ein möglicher Konkurrent AMDs oder Intels, war so oder so bekannt. Den Kaliforniern mangelt es nämlich an einer entsprechenden x86-Lizenz. Diese könnte man sich theoretisch zwar bei VIA einkaufen, indem man das Unternehmen vollständig übernähme, jedoch betonte Nvidia vor wenigen Tagen vehement, dass man keinerlei Interesse an einer Übernahme des Unternehmens hätte und sowieso die Entwicklung von eigenen x86-Prozessoren für wenig sinnvoll erachte.

Doch welches Süppchen kocht Nvidia nun? "The Inquirer" weiß dazu zu berichten, dass Nvidia vorerst zwei verschiedene Baureihen plant, die leistungstechnische Unterschiede haben sollen und somit eine unterschiedliche Käuferschicht ansprechen sollen. Die günstigere der beiden Varianten soll auf den Namen Tegra APX 2500 hören und vorwiegend im Handheld-Sektor auf Käuferschaft stoßen. In jenem Segment wuchert zurzeit auch der Intel Atom-Prozessor - und das nicht wenig erfolgreich. Der 144 mm² große Chip soll 720p-HD-Videos mit adäquater Datenrate de- und enkodieren können und auch ansonsten größtenteils die Features derzeitiger Geforce-Beschleuniger unterstützen. Selbst Anti-Aliasing sowie anisotropische Filterung sollen mittels der OpenGL ES 2.0-API umgesetzt werden können.

Der leistungsstärkere Prozessor namens Tegra CSX 600 und CSX 650 soll in größeren Geräten - UMPCs wären denkbar - eingesetzt werden und auch mit Microsofts Windows CE funktionieren. Es sind sogar schon erste technische Spezifikationen nach außen gedrungen: Demnach soll die CSX-Reihe dank eines Kerntaktes zwischen 700 und 800 MHz problemlos 1080p-Videos in angenehm "flüssigen" 24 Bildern pro Sekunde wiedergeben können. Zum Zwischenspeichern soll ein L2-Cache dienen, dem eine Größe von 256 KiB nachgesagt wird. Aber auch eine Festplatte soll vom Prozessor angesteuert werden können.
Hinsichtlich der Verlustleistung soll sich der Chip ähnlich verbrauchsarm wie Intels Atom zeigen. Es ist von drei Watt unter Last die Rede.

Wann die Tegra-Serie von Nvidia offiziell vorgeführt wird und letztendlich auch in den Handel kommt, bleibt abzuwarten. Feststeht, dass Nvidia zurzeit bestrebt ist, ein weiteres Standbein aufzubauen. Ob bereits VIA an diesem mitgewirkt hat, ist unbekannt. Weitere Details sollten in allernächster Zukunft folgen, nämlich zur Computex, die Anfang Juni ihre Tore öffnet.


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