AMD und Intel: 16 Kerne vorerst das Machbare

AMDDie Kollegen von "Golem" hatten im Laufe der Woche die Gelegenheit, die AMD- und Intel-Geschäftsführer zu interviewen. Dabei ging es primär um die allgemeine Entwicklung am Markt. Mehr Performance durch weitere Kerne schön und gut, doch wo ist das Ende? Dazu äußerten sich sowohl Polster (AMD) als auch Schwaderer (Intel) und kamen prinzipiell auf einen Nenner bzw. widersprachen sich gegenseitig kaum bis gar nicht.

Zunächst einmal bekräftigten die beiden den vor wenigen Jahren eingeschlagenen Multi-Core-Trend, den beide für den richtigen Schritt halten. Schwaderer gab offen zu, dass für Visualisierung - und damit sind nicht nur Spiele gemeint - mehr Leistung benötigt würde und diese nicht wie in den letzten Jahren durch höhere Taktraten zu erzielen wäre, sondern durch das Einsetzen mehrerer CPU-Kerne. Dass dies effizienter ist, rechnete er ungefragt vor:

"Wenn ich einen Prozessor nehme, der 100 Prozent Leistung und 100 Prozent Stromverbrauch hat, und dann die Taktrate um 20 Prozent nach oben drehe, steigt der Stromverbrauch quadratisch, und zwar um 73 Prozent. Wenn ich das jetzt aber umgekehrt mache, ich reduziere die Taktrate, dann brauche ich nur noch die Hälfte des Stroms, aber gewinne 73 Prozent an Leistung, wenn ich den freien Platz dazu nutze, einen zweiten Kern einzusetzen."

Jochen Polster wollte Schwaderer an dieser Stelle nicht widersprechen: Er sagte, dass Multi-Core-CPUs zumindest heute besser als höhere Taktfrequenzen wären, weil der Kunde Energieeffizienz in den Mittelpunkt gerückt habe und höhere Taktfrequenzen nurmal immer einen höhen Stromverbrauch bedeuten würden. Polster ergänzte allerdings, dass man vorsichtig sein sollte, wenn man sagt, dass mehr Kerne in jedem Fall ad infinitum immer besser sein werden. Es muss weiterhin eine Balance zwischen Anzahl der Kerne, der Frequenz und der Architektur herrschen, sagte er weiter.

Schwaderer lenkte daraufhin ein und sagte, dass Intel festgestelt habe, dass man Multi-Core-CPUs, ohne dass man an der Software etwas verändere, nur mit bis zu 16 Kernen skalieren könne. Danach fällt die Leistung ab, wenn man mehr Kerne hat, allein dadurch, dass die Kommunikation zwischen den Kernen so aufwendig wird, dass man mehrere Dinge tun muss, klärte er weiter auf. Offensichtlich stellt Schwaderer hierbei einen Bezug zu den Demonstrationen des 16-Kern-Nehalem-Systems (4x4) auf dem vergangenen IDF in Shanghai her. Bei dessen Vorführung wurden lediglich 12 der 16 Kerne voll ausgelastet.

Polster bestätigte, dass die Software das Problem sei. Neu ist dies für ihn aber nicht. Er sagte, dass man immer eine Zeitverzögerung Software versus Hardware von zwei bis drei Jahren habe. Dennoch sei die frühe Einführung von Multi-Core-CPUs nur zu begrüßen gewesen. Er stellte heraus, dass sowohl AMD als auch Intel die Grundlagen schaffen müssten, damit die Software-Entwickler folgen können. Umgekehrt klappt es nicht, konstatierte er.


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5 Kommentare

5.) Phenocore 20.05.2008 - 23:36 Uhr
Das mit Hyper-Threading (HT) ist wieder so eine Sache.

Der AMD-Sprecher sagte "16 Kerne", und die haben kein HT. Womit 16-Kerne auch gleichzeitig 16 Threads bedeutet. Intel-Mitarbeiter sagte: ja ja, sehen wir genau so und hat gar nicht daran gedacht, dass die mit HT mehr als 16 Threads liefern könnten... aber wer weiß, vielleicht wird HT ja wieder abgeschafft, damit man 16 Kerne verkaufen kann :D

Zu der Festplattendiskussion sag ich nur ein Wort: SSD
4.) Duplex 20.05.2008 - 23:28 Uhr
im leistungs index hat bei mir alles 5,9 bis auf die CPU mit 3,4 GHZ E6400 hat die "nur" 5,7 -.-

ja aber 16kerne + HT ( was intel ja ab nehalem wieder einbringt ) = 32Threads , die programme unterstützen derzeit wens gutläuft nen quad , und diesen gibts ja schon einige jahre

was kommt eig nach dem "halbleiter" aufbau ? also nach den transistoren technik oder gehts überhaupt anders ?
3.) Phil123 20.05.2008 - 21:54 Uhr
eben im leistungsindex in vista als beispiel ist die hdd meist am langsamsten aber mal sehen was in zukunft noch für platten kommen wie die wd velociraptor und die spiele und programmentwickler schlafen auch nicht und werde in zukunft bestimmt mehr auf multikern cpus bauen

phil
2.) touly 20.05.2008 - 21:52 Uhr
genauso kann jemand aus der vergangenheit sagen wer brauch 2 cpu kerne.
In der zukunft wird es spiele programme geben die von 16kernen profitieren und außerdme wird ja nur gesagt, dass 16kerne das höchste der gefühle sein wird, wenn man ein einigermaßen gutes Leistungs/Watt verhältnis haben will. Vllt. kommt es gar nich erst soweit und die cpus gehen in eine andere richtung(da war mal ein bericht über die zukunft der cpus, die vllt. unzählige kerne haben, die aber ein bestimmtes aufgabenfeld haben und nich so wie heute alles können)
1.) Duplex 20.05.2008 - 21:17 Uhr
ich bekomme mein dualcore net mal auf 100% bei allen spielen egal welches , wer oder was braucht 16kerne ?
videosumwandeln kommt mir spontan her , ich glaub ein moderner quad rendert schneller als die hdd kann und somit die cpu leistung net viel bringt oder?