AMD-Hauptversammlung: Fragen über Fragen

AMDMitte dieser Woche war die jährliche AMD-Aktionärsversammlung angesetzt, die jedoch in einer ungewöhnlich kurzen Telefonkonferenz endete, die zugleich mehrere Fragen offenließ. AMD CEO Hector Ruiz ließ bewusst "Streitthemen" wie den Abbau der Arbeitsplätze und den möglichen Verkauf von eigenen Fertigungsstätten nicht anklingen; ebenfalls äußerte er sich nicht zur neuen, zwischenzeitlich für Mitte 2009 anvisierten "Bulldozer"-Architektur. Auch die diese Woche veröffentlichte Server-Roadmap, die bis ins Jahr 2010 reichte, beinhaltete zwar einen Zwölfkerner, von einer neuen Architektur war aber keine Spur.

Ruiz verlautbarte zunächst, dass man an der so genannten "asset smart"-Strategie weiter festhalten werde und aber auch müsse. Nur so könne man weiter die Kosten senken, erklärte er. Wie man diese Einsparungsmaßnahmen allerdings bewerkstelligen will, ließ er unkommentiert. Sowohl über den Stellen- als auch möglichen Fabrikabbau wollte Ruiz, wie eingangs erwähnt, nichts der Öffentlichkeit sagen. Wenigstens kündigte er an, sich in allernächster Zukunft über das Fremdfertigen bzw. Verkaufen der eigenen Fabs zu äußern. Entsprechende Gerüchte kursieren bereits seit mehreren Monaten.

Die letzten Quartalszahlen wollte er indes gar nicht erst schön reden. Ruiz sagte, dass er für die Angestellten AMDs spräche, wenn er sagen würde, dass die finanziellen Ergebnisse nicht noch entäuschter hätten ausfallen können. Er setzt die schlechten Zahlen primär mit der Verspätung des Barcelonas in Verbindung, die er als "sehr hart" betitelte. Der AMD CEO bezeichnete das Jahr 2007 insgesamt als ein Schwieriges der Veränderungen. Die Durststrecke, so hofft er, sei nun aber überwunden.

Wie eingangs erwähnt, blieb AMD die Ankündigung einer neuen Mikroarchitektur, die wieder für ein wenig Licht im Dunkeln sorgen würde, schuldig. Stattdessen rückte man die so genannte Mobilplattform Puma in den Mittelpunkt, die laut AMD der nächste große Schritt des Unternehmens in die richtige Richtung sei. Diese stellt zwar in der Tat einen relativ großen Sprung in der AMD-Mobilwelt dar, bestenfalls wird man dem Konkurrenten jedoch auf Augenhöhe gegenüber treten, eher aber nur die große, klaffende Lücke verringern. Zu allem Überfluss plagt sich Puma derweil mit enormen Verspätungen herum und auch während der Telefonkonferenz wollte AMD noch keinen Erscheinungstermin nennen.

AMD kündigte in diesem Zusammenhang sowieso an, sich "auf den Sweet Spot des Marktes" zu konzentrieren, was heißen soll, dass man stets kleinere, strukturelle Verbesserungen - so wie der Markt sie fordert - vornehmen würde. Quasi die eigenen Produkte konsequent weiterzuentwickeln. Diese Taktik beschränkte man nicht auf die Prozessor-Sparte, sondern gab sie auch für die Grafikkarten-Sparte als Credo vor. Damit hat man etwaigen Hoffnungen, der noch innerhalb dieses Sommers erscheinende RV770 würde eine großartige, neue Architektur, möglicherweise wie eine Luftblase zerplatzen lassen. Vermutlich eine Reaktion auf die insbesondere seitens "Fudzilla" gestreuten Gerüchte, der RV770 verfüge entgegen aller Erwartungen sowohl über GDDR5-Speicher als auch über ein 512-Bit-Speicherinterface, womit sich die Bandbreite gegenüber derzeitigen Produkten in etwa verdreifachen würde.


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