AMD: 2009 Sechs-Kerner, 2010 Zwölf-Kerner

AMDBei AMD ist momentan Aufbruchstimmung. Nachdem gestern weitere Informationen zu Hydra, den überarbeiteten und für Oktober 2009 angekündigten 45nm-Quad-Core-Prozessor aufgetaucht sind, sind es heute neue AMD-Folien, die die Planung eines Sechs- und sogar Zwölf-Kerners in Aussicht stellen. Ganz neu sind die Gerüchte zugegebenermaßen nicht: Bereits Mitte vergangenen Monats berichteten die Kollegen von "Digitimes" von entsprechenden AMD-Plänen. Die nun aufgetauchten Folien erhöhen die Glaubwürdigkeit und lassen manches klarer sehen.

Die Folien stammen direkt von AMD und angeblich erläuterte AMD diese sogar noch in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz. Die Roadmap zeigt die Server-Planungen bis ins Jahr 2010. Da die Desktop-Pläne oftmals sehr ähnlich sind bzw. sich teilweise sogar überschneiden, geben diese auch einen guten Überblick, mit welchen Neuerungen der Desktop-User später konfrontiert wird.

Die Roadmap bestätigt, dass nach der Quad-Core-CPU Shanghai die Hexa-Core-CPU Istanbul (6-Kern) folgen wird; die gestern näher thematisierte CPU Hydra, die nur ein leicht aufgebohrter Shanghai ist, wird in der Roadmap gar nicht erst erwähnt.
Während Shanghai laut Roadmap ab November 2008 startet und somit pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen sollte, wird man auf Istanbul noch bis September/Oktober 2009 warten müssen. Zum selben Zeitpunkt soll bekanntlich bereits Hydra, die weiterentwickelte 45nm-Quad-Core-CPU erscheinen. Da wir mittlerweile wissen, dass diese auf einen verbesserten 45nm-Prozess (High-K) setzt, darf man schlussfolgern, dass ebenfalls Istanbul im "neuen" 45nm-Verfahren gefertigt wird. Interessant ist, dass alle Prozessoren weiterhin "nur" DDR2-fähig sind.

AMD Server-Roadmap bis 2010

DDR3 soll in die AMD-Server-Welt (2-Sockel) erst im ersten Halbjahr 2010 kommen. Erste DDR3-CPU wird dabei vermutlich Sao Paulo. Hierbei soll es sich - wie Istanbul - um eine native Hexa-Core-CPU handeln. Neben der Unterstützung für DDR3, womit einhergehend neue Chipsätze sind (RD890S, RD870S, SB700S), nennt die Folie Neuerungen wie "Probe Filter" und "APML". Was sich genau dahinter verbirgt, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen.

Im selbem Zeitfenster plant AMD darüber hinaus Magny-Cours, den eventuell letzten K10-Ableger. Hierbei handelt es sich um eine Dodeca-Core-CPU (12-Kern), die mittels zweier Sao Paulo-Chips realisiert wird. AMD springt damit nun definitiv dem im Vorfeld stark kritisierten Intel-Konzept auf, die genau auf diese Weise unter anderem die Quad-Core-CPU Kentsfield realisierten. Selbstverständlich wurde AMD mit entsprechender Kritik schon konfrontiert, die man jedoch gekonnt von sich wies. So sagte AMD, dass durch den integrierten Speichercontroller nahezu dieselbe Leistung fabriziert werden könnte, als wenn man eine monolithische CPU verwenden würde.

AMD hat sich auf die Fahne geschrieben, in den nächsten zwei Jahren die Anzahl der Cores von derzeit vier auf zwölf zu verdreifachen. Ein Ziel, das gut klingt, jedoch nicht allzu leicht umzusetzen scheint. Bedenkt man die Leistungsaufnahme heutiger 65nm-Quad-Core-CPUs, so machen sich Zweifel über die AMD-Roadmap breit. Zwar ist unbestritten, dass durch den 45nm-Prozess die Leistungsaufnahme reduziert werden kann, jedoch die Anzahl der Cores über einen relativ kurzen Zeitraum zu verdreifachen, ist kein Pappenstiel.

Auf Anfrage, insbesondere hinsichtlich der Zwölf-Kern-CPU Magny-Cours, erklärte AMD, dass auch die eigenständig gesetzte Obergrenze von 130 Watt pro Sockel nicht überschritten werden soll. Gleichzeitig räumte AMD jedoch ein, dass Magny-Cours mit niedrigeren Taktfrequenzen gegenüber Sao Paulo leben müsse. Sowieso soll die CPU mehr das Mögliche des Unternehmens darstellen und zu vermutlich sündhaft teuren Preisen lediglich dort zum Einsatz kommen, wo massiv parallele Programme angedacht sind. Ob es die CPU also für den Desktop-Sektor je geben wird, darüber scheint ein großes Fragezeichen zu stehen.

AMD Barcelona versus Shanghai

Wie eingangs erklärt, ist die AMD-Roadmap stark Multi-Core-lastig. Die Taktraten werden nicht genannt. Durch die Kern-Verdopplung und sogar Verdreifachung dürfte diese aber größtenteils auf der Strecke bleiben. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass selbst die für 2010 angekündigte Magny-Cours-CPU mit lediglich 2,5 GHz zu Werke schreitet und die Hexa-Core-CPU Sao Paulo nur unwesentlich höher taktet. Der Shanghai wird die Messlatte der Taktfrequenzen noch einmal ein Stück höher setzen. AMD spricht von einer 20 Prozent höheren Performance gegenüber Barcelona, die aus dem größeren L3-Cache, DDR2-800-Unterstützung und eben der Taktfrequenz resultieren soll.

Aktuell ist man bei 2,5 GHz angelangt, packt man dort 20 Prozent oben drauf, wäre man exakt bei 3,0 GHz. Da aber auch der höhere L3-Cache und die DDR2-800-Unterstützung in die 20 Prozent höhere Gesamtperformance fällt, dürfte die Taktfrequenz bei rund 2,8 GHz liegen, was sich auch mit Berichten vergangener Tage deckt. Danach - so spekuliert man - wird die Taktfrequenz nicht weiter angehoben, so dass es zur süffisanten Situation kommen könnte, dass der taktstarke Athlon 64 X2 in Single-Threaded-Applikationen selbst einem Magny-Cours das Wasser reicht.


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2 Kommentare

2.) Stangmar 08.05.2008 - 19:48 Uhr
hmm... ich nehme mal nicht an, daass der Athlon 64x2 dem magny cours in Single-Threaded Applikationen das Wasser reichen kann, denn das würde ja heissen, dass AMD nicht viel an der Pro-Takt Leistung verbessert hat
1.) Luk Luk 08.05.2008 - 16:12 Uhr
Na ob das wirklich mit den 130W klappt.....
Da müssen die Software-Entwickler kräftig reinhauen, um 6 Kerne effektiv nutzen zu können.
Hoffentlich trifft AMD nicht auf Komplikationen, denn eine Verzögerung wäre schlecht, weil sie dann vielleicht entlich schneller sind (in der Gesamtleistung) als Intel!