Microsoft steckt $ 300 Mio. in Werbekampagne

MicrosoftObwohl Microsoft in Sachen Werbung bereits jetzt sehr weit vorne mitspielt, plant man für die nächsten Monate eine große Werbekampagne, die das Image von Windows Vista und das der Handy- sowie Online-Sparte aufbessern soll. Dazu blättert man einiges auf den Tisch. So soll eine Rekordsumme von 300 Millionen US-Dollar für die Werbekampagne fließen.

In der Öffentlichkeit zeigt sich Microsoft zwar mit den Verkäufen Vistas als äußerst zufrieden und scheut dabei keine Vergleiche zu XP, die Vista stets in besserem Licht dastehen lassen, aber dennoch hatte man sich vom optisch rudimentär erneuerten Betriebssystem mehr erhofft, wie auch eine von Forrester Research bei 2300 Unternehmen getätigte Umfrage bestätigt. Gegenüber der Financial Times sollen die Redmonder zur Strategie gesagt haben, dass Kunden nicht mehr einen PC trotz Vista kaufen sollen, sondern gerade wegen Vista. Vor diesem Hintergrund kommen alte Gedanken auf: Dell sattelte nach der Vista-Umstellung kurzerhand wieder um auf XP, da eine Reihe von Beschwerden eingingen.

Wie ein Hemmschuh für den Verkauf Vistas wirken auch die jüngsten Aussagen Gates, der in einem Interview indirekt andeutete, dass das nächste Windows "irgendwann im nächsten Jahr" käme, was Microsoft jedoch postwendend dementierte. So hält Microsoft weiterhin an einer Veröffentlichung für 2010 fest. Dies deckt sich auch mit dem bisherigen Entwicklungsstand des kommenden Windows, welcher auf Paul Thurrots "SuperSite for Windows" mittels Screenshots eingesehen werden kann. So sind die Neuerungen noch dürftig und für den Laien schwer ersichtlich.
Unsere seiteneigenen Statistiken zeigen zwar einen Trend pro Vista, von einer schnellen Verbreitung ist jedoch nicht zu sprechen. So sind weiterhin weniger als 20 Prozent der Hardware-Infos-Leser mit Vista unterwegs; durchschnittlich steigen die Zahlen zwischen 0,5- und 1,0 Prozent im neuen Monat.

Die Werbekampagne soll jedoch bekanntermaßen nicht nur das Vista-Image aufpolieren, sondern auch dem kränkelnden Online-Segment Beine machen. Hierzu plant der Redmonder-Riese weiterhin einen Zusammenschluss mit Yahoo. Doch obwohl Microsoft 60 Prozent mehr bot als der damalige Aktien-Kurs wert war, lehnte Yahoo überraschend das Übernahmeangebot ab und suchte in den letzten Wochen selbst nach Alternativen - jedoch vergebens. Microsoft bleibt derweil bei seinem Angebot und plant dies nicht noch weiter zu erhöhen, wie zwischenzeitlich spekuliert wurde. Stattdessen hat man Yahoo am Freitag eine Frist in einem Brief gesetzt. Sollte der Konzern nicht auf das Übernahmeangebot bis zum 21. April reagieren, wird man eine feindliche Übernahme anstreben, heißt es.

Da die Yahoo-Aktionäre vom Microsoftschen Angebot nicht abgeneigt waren, gilt es als relativ sicher, dass sich Microsoft über diesen Weg Yahoo einverleiben wird können. Und das, so weiter, zu einem vermutlich deutlich geringeren Preis. Doch einen großen Nachteil birgt eine feindliche Übernahme immer mit sich: Stellen sich die Verantwortlichen sturr, kann Microsoft vorerst nicht als gesamter Konzern gegen die Allmacht Google auftreten. Irgendwann wird aber auch das Eis brechen und diese anfänglichen Widerstände werden bei Seite geschaffen, nur ist dies alles mit Zeit verbunden, die Microsoft nicht wirklich hat. Google läuft nämlich von einem zum anderen Rekord - ungebremst.

Neben Google ist auch Apple zu einem der Konkurrenten Microsofts herangewachsen. Insbesondere im Mobilfunkgeschäft blüht der abgebissene Apfel mit dem iPhone und zeigt Microsofts Konkurrenzprodukt Zune weiterhin nur die Stirn. Durch einen Zusammenschluss von Windows Vista, Live und Mobile erhofft sich Microsoft beim Kunden besser punkten zu können. Die Maßnahme, dass nun auch Drittanbieter Software anbieten können, soll ebenfalls helfen. Wie genau die Werbekampagne letztendlich aussehen mag, ist jedoch noch nicht vorauszusehen.


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