Weniger Strafanzeigen gegen Filesharer

InternetWie der WDR berichtet, wurden in den vergangenen Wochen mehrere tausend Strafanzeigen gegen Filesharer abgewiesen - genau genommen etwa 2000 in den ersten zwei Monaten diesen Jahres.
Die Staatsanwaltschaften, insbesondere die des Raums NRW, sehen sich laut eigenen Angaben zusehens von der Musik-, Film- und Pornoindustrie missbraucht und verweigern laut WDR aufgrund nicht länger verhältnismässiger Ermittlungen in immer mehreren Fällen die Zusammenarbeit.

Dies ist vermutlich darin begründet, dass viele User einzig und allein mit dem Ziel abgemahnt würden, sie zu Zahlungen zu nötigen - die eigentliche Strafverfolgung stünde dabei nicht immer im Vordergrund. Ferner gelingt es der Industrie, nur über die Staatsanwaltschaften an die IP des Users zu kommen. Die daraus resultierende Anzeigenflut verursacht immense Kosten, da der Provider für jede veröffentlichte IP Gebühren von bis zu 50 Euro veranschlagt und diese wiederum der Staatsanwaltschaft angelastet werden.

Juristen-Karikatur

Der Wuppertaler Oberstaatsanwalt betonte selbstverständlich, dass auch weiterhin sämtliche Sachverhalte geprüft würden, wobei man jedoch nur schweren Fällen, insbesondere solchen mit kommerziellem Hintergrund, nachgehen würde.
Anlässlich dieser Entwicklung ließen es sich die zahlreichen Rechtsvertreter natürlich nicht nehmen, bei der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft Beschwerde einzureichen. Bis sich diese zu einem Statement hinreißen lässt, werden wohl aber noch einige Wochen ins Land ziehen.

An dieser Stelle kann man sich über die am häufigsten abgemahnten Inhalte, die Rechteinhaber, sowie die involvierten Kanzleien informieren. Darunter finden sich auch solch illustre Vertreter wie CDV, Atari und Eidos.


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6 Kommentare

6.) ThE.G4mE.84 01.04.2008 - 18:28 Uhr
Ein Schritt in die richtige Richtung!
5.) Vulture 31.03.2008 - 11:22 Uhr
Na, diese Entwicklung war doch irgendwie abzusehen. Diese Abmahnpraktiken gewisser Anwaltskanzleien waren jawohl das allerletzte. Da haben die sich mit ihrer Gier selber ein Bein gestellt.
In Canada gingen die Musik- und Filmlobbys der Polizei und den Ermittlungsbehörden derart auf die Nerven, dass diese sich irgendwann quer gestellt haben. Jetzt haben bei denen Filesharing-Delikte nur noch die allerniedrigste Priorität und werden nur dann bearbeitet wenn sonst wirklich gar nichts zu tun ist. Da kann ich mir ein Grinsen wirklich nicht verkneifen. Wiedermal selbst ins Knie geschossen. Ich hoffe hier in Deutschland kommt es ähnlich.
4.) touly 31.03.2008 - 07:31 Uhr
die news is aber gut für filesharer ;-)
3.) Luk Luk 31.03.2008 - 07:05 Uhr
Bei mir auch.
Gut, dass ich kein "Filesharer" bin :D
2.) touly 30.03.2008 - 21:45 Uhr
läuft alles
1.) Duplex 30.03.2008 - 21:29 Uhr
vllt ist es nur bei mir so aber die links gehn nicht , zumindest der erste , also das "WDR" da kommt url nicht aufn server